Wenn außergerichtliche Einigungen nicht möglich sind und Mediationen sowie Vermittlungsbemühungen durch Dritte (vgl. Beratungs- und Hilfsangebote) scheitern, bleibt in der Regel nur der Weg vor ein Amts- bzw. Familiengericht um Fragen des Umgangsrechts und des Sorgerechts für die betroffenen Kinder zu klären.

Folgend wollen wir Ihnen nun im Rahmen mehrere Leitfäden diese zumeist fremde Situation erklären und Ihnen die Orientierung darin erleichtern.

Viele Betroffene erleben im Zuge einer Scheidung bzw. im Rahmen eines familiengerichtlichen Verfahrens wegen der Kinder zum ersten Mal ein deutsches Gericht aus der Nähe.

Wir alle haben Vorstellungen davon, wie ein Gerichtsprozess ablaufen könnte durch Filme und Fernsehserien, durch Berichterstattung über angeklagte Prominente, von denen wir auch Fotos und Videosequenzen aus einem Gerichtssaal sehen.

Oft genug ist die Erkenntnis, dass es insbesondere im Familienrecht später meist ganz anders abläuft für die Betroffenen erschreckend und unverständlich. So werden Sie im Rahmen einer Familiensache in der Regel nie einen klassischen Gerichtssaal sehen, wie Sie ihn sich womöglich vorstellen. Man wird sich eher an einer großen Konferenztafel in einem kleinen Raum zusammensetzen, der Richter oder die Richterin am Kopfende und die Beteiligten je zu den Seiten nur wenige Meter voneinander entfernt und sich unmittelbar gegenüber sitzend.

Da Verfahren des Familienrechts grundsätzlich nicht öffentlich sind, gibt es kein Publikum. Im Saal zugelassen sind in der Regel die Prozessbeteiligten Eltern, der/die Richter/in, die Anwälte der Eltern oder ein Beistand (vgl. hierzu Beistand) und dritte Fachbeteiligte wie z.B. Vertreter des Jugendamtes, der Verfahrensbeistand, ein/e Umgangspfleger/in sofern tätig und/oder ein/e Gutachter/in sofern ein Gutachten erstellt wurde.