1. Trennen Sie kategorisch

Die gedankliche Trennung zwischen der Eltern- und Paarebene (vgl. Eltern- und Paarebene) ist ein hilfreicher Grundstein für eine konstruktive Abwicklung der Situation. Mit derselben Technik können Sie jedoch auch andere Themen der Trennung mit Kind ohne Streit lösen. Ein wichtiger und grundliegender Tip lautet also:

Trennen Sie sich sauber, indem Sie alles sauber trennen.

2.  Versachlichen Sie die Dinge

Eine große Belastung wird eine Trennung mit Kind für die betroffenen Kinder immer dann, wenn sie, gemeinsam mit Auto und Waschmaschine, zwischen den Eltern hin- und hergezerrt werden und die Frage auftaucht, wem das Kind eher “gehört”. Diese – alleinstehend betrachtet absurde Frage – entsteht meist aus einer destruktiven Grundstimmung des gegenseitigen Misstrauens heraus. (vgl. Mein Haus, mein Auto, mein Kind?)

Auflösen können Sie dieses Problem durch einen simplen Trick: Bringen sie alles auf einen Nenner – rechnen Sie die Anschaffungswerte zusammen und relativieren sie diese durch das Alter der Gegenstände. Machen Sie sich also zu sämtlichen Dingen, die es aufzuteilen gilt, ein realistisches Bild des tagesaktuellen Preises und schreiben Sie diese Zahlen auf.

Nun ist es Ihre gemeinsame Aufgabe, die Gesamtsumme so gut als möglich hälftig aufzuteilen, indem Sie die entsprechenden Gegenstände aufteilen.

Das ermöglicht Ihnen eine objektiv faire Lösung, das Gefühl der Benachteiligung stellt sich gar nicht erst ein.

3. Wenn Sie nicht miteinander können – lassen Sie es bleiben

Für Ihr Kind ist es furchtbar zu erleben, wie die Eltern sich bei Aufeinandertreffen z.B. bei der Abholung zum Umgang, gegenseitig beschimpfen, beleidigen und mit Vorwürfen überziehen.

Ist das Verhältnis zwischen Ihnen noch zu angespannt um eine ruhige, sachlich-friedliche Situation sicher zu stellen, dann lösen Sie die Situation im Interesse des Kindes auf, indem z.B. ein Großelternteil die Übergabe oder Abholung übernimmt oder ein gemeinsamer Freund, den das Kind kennt.

Ihr Kind braucht in diesem Moment die Ruhe der Situation dringender als die direkte Anwesenheit beider Eltern.

Auch können Sie solche Wechsel des Kindes von einem zum anderen Elternteil z.B. an der Schule oder dem Kindergarten des Kindes organisieren, so dass keine Begegnung notwendig ist.

4. Trennung, Scheidung, Geld und Recht, ist für unsre Kinder nichts

Halten Sie das Kind kategorisch aus allen Themen rund um die Trennung mit Kind heraus und vermeiden Sie es, diese Themen in Hörweite des Kindes auch mit andren zu besprechen.

Nicht nur versteht ihr Kind kaum, worum es tatsächlich geht und kann die getroffenen Aussagen gar nicht einordnen, darüber hinaus erleidet es unmittelbaren, erheblichen Schaden, wenn es durch Erzählungen oder Fragen in die Situation gerät, einen Elternteil als Verursacher, Opfer, Täter, vertrauensunwürdig, schlecht oder verantwortungslos betrachtet zu müssen.

5. Die “Ob”-Frage stellt sich nicht

Seien sich sich bewusst und vermitteln Sie auch ihrem Kind, dass sich die Frage, “ob” beide Eltern nach wie vor für das Kind da sein werden gar nicht stellt. Lediglich das “Wie” ist zu klären. Nehmen Sie dem Kind von vorn herein die zwangsläufige Angst, einen der wichtigsten Menschen in seinem Leben zu verlieren. Was auch immer zwischen Ihnen als Partner vorgefallen sein mag und wie auch immer sie zueinander stehen, Sie beide sind und werden immer gemeinsam Eltern des Kindes sein. Wenn Sie dies auch ihrem Kind konsequent vermitteln können, löst sich die existenzielle Angst, die Eltern zu verlieren. Denn geht ein Elternteil vermeintlich verloren, erschüttert dieses Erlebnis das Grundvertrauen des Kindes. Wenn einer gehen kann, was hält den anderen davon ab, ebenfalls zu verschwinden? Eine Störung des Grundvertrauens hat lebenslange Folgen für das Kind. Sorgen Sie also dafür, dass die Frage, ob Papa und Mama da sind niemals aufkommt und das Kind lernt, dass alle da sind – sie wohnen nur nicht mehr beieinander.

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