Schon jetzt, in der unmittelbaren Situation der Trennung mit Kind, werden wichtige Weichen gestellt für den weiteren Verlauf des zukünftigen Lebens und Kooperierens miteinander und ohne einander.

Als Eltern werden Sie nicht umhin kommen, weiterhin miteinander zu kooperieren – je nach Alter des jüngsten Kindes noch über Jahrzehnte hinweg.

Allerdings ergibt sich aus der Trennungs- und Reorganisationsphase der Partner häufig eine schwierige Dynamik: Beide Partner befürchten, durch das Beziehungsaus erhebliche wirtschaftliche Nachteile zu erleiden. Diese Grundatmosphäre beginnt oft bereits bei der Frage, wer den bislang gemeinsamen Wohnraum räumen soll. Oft verknüpft sich diese Fragestellung mit jener, bei wem die Kinder zukünftig in der Hauptsache leben sollen,(vgl. hierzu Krieg um´s Kind) weil den Kindern somit ein Umzug erspart werden soll.

Es braucht dann nicht mehr viel, damit die gemeinsamen Kinder in einer ähnlichen Zerrdiskussion zwischen den Partnern enden wie die Waschmaschine, das Auto und die neu angeschaffte Küche. So wie das Argument plausibel erscheint, wer die Küche bislang hauptsächlich nutzte, habe auch automatisch ein Anrecht darauf, so scheint nun auch das Argument plausibel, die Kinder seien doch besser bei demjenigen aufgehoben, der die meisten Windeln gewechselt oder die meisten Kindergartenelternabende besucht hat.

Umstände, die bislang organisatorisch vernünftig im Einvernehmen der beiden Partner gelebt wurden werden plötzlich zu Angriffsflächen. Sie wollte immer schon bei den Kindern zu Hause bleiben, jetzt hat er sie dazu gezwungen, indem er voll arbeiten ging. Er war dankbar dafür, dass sie nachts aufstand, wenn das Baby schrie, damit er selbst den nötigen Schlaf für die Arbeit am nächsten Tag bekam, nun hielt sie ihn ja aus der Kinderbetreuung schon immer außen vor und hat das Kind für sich vereinnahmt.

Einer der typischen Auslöser für schlimmen Streit sind emotionale Argumente. Das Problem ist dann weniger, die Waschmaschine, die gebraucht für 100,- € angeschafft wurde, sondern vielmehr der trotzige Gedanke, weshalb der andere sie bekommen sollte. Oft empfinden wir auch sentimentale Vorrechte an Gegenständen, die wir überwiegend genutzt haben.

Oft hat an diesen Gegenständen aus denselben Gründen der andere gar kein gesteigertes Interesse und rutscht erst durch das deutlich kommunizierte Fordern dieser Dinge in eine Trotzreaktion seiner oder ihrerseits hinein. Nun hat der andere Partner den „Weshalb sollte er/sie die Waschmaschine bekommen?!“-Reflex. So möchte Sie dann plötzlich die Hälfte der Weinsammlung, obschon sie gar keinen Wein trinkt und er will die Wohnzimmereinrichtung, die gemeinsam angeschafft wurde, obwohl er schon bei der Anschaffung nicht begeistert war und sich eigentlich ihren Einrichtungswünschen gefügt hat. Aus Prinzip. (vgl. hierzu Quicktips Trennung – so geht es kindgerecht)