Trennung

Bei Trennung der Eltern leiden vor allen Dingen die gemeinsamen Kinder.

Was der/die dem Kind wieder geschenkt hat!

Alle Jahre wieder, streiten sie sich. Und verläuft das Jahr auch noch so friedlich – Geburtstage der Kinder und Weihnachten führen schon in nicht von Trennung betroffenen Familien regelmäßig zu Spannungen und Konflikten. In Trennungsfamilien haben die Festtage nicht selten etwas vom kalten Krieg. Von Terminen und Regelungen, wo das Kind wann feiern sollte einmal ganz abgesehen, spinnen sich die ärgsten Konflikte meist um etwas viel Banaleres: Die Geschenke.

Wer nämlich glaubt, es ließe sich an einer Puppe, einem Brettspiel oder einem Dreirad kein kalter Krieg entspinnen, der sich problemlos bis zum nächsten Weihnachtsfest und darüber hinaus hält, der unterschätzt, was erwachsenen Menschen in den Sinn kommt, wenn ein ungelöster Paarkonflikt unterschwellig köchelt und sich zu Weihnachten endlich Luft verschaffen kann. Dann nämlich, wenn die Realität des einen in jene des anderen einbricht – denn das Kind bringt Dinge mit. Erzählt mehr als sonst. Je nachdem wo und wie gefeiert wird, läuft man sich womöglich sogar über den Weg.

Alle nicht geführten Gespräche über Erziehungsstil und -philosophie rächen sich nicht selten fürchterlich unter dem Weihnachtsbaum.

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Umgang mit einem Säugling?

Wenn sich Eltern kurz nach oder sogar schon vor der Geburt des gemeinsamen Kindes trennen, gestaltet sich häufig die Regelung des Umganges mit dem neugeborenen Kind schwierig. Nicht nur erleben viele Mütter Ängste bei dem Gedanken, sich stundenlang oder sogar über Nacht vom Kind zu trennen, hinzu kommen Berührungsängste frisch gebackener Väter, gesellschaftliche Vorurteile, handfester Sexismus und die Frage, wieviel Papa ein kleines Kind überhaupt schadfrei aushalten kann.

Viele Diskussionen, die bereits um Kleinkinder und ältere Kindern nach einer Trennung bekannt sind, verschärfen sich erheblich, wenn das Kind noch unter einem Jahr alt ist.

Lange Zeit spiegelten die zuständigen Gerichte die latente Befürchtung, einen Säugling über Stunden von der Mutter zu trennen, schade dem Kind. Auch spielte bis vor einigen Jahren die Annahme eine Rolle, Kinder könnten sich unmittelbar nach der Geburt nur an eine Bezugsperson binden und diese sei naturgegeben die Kindesmutter. Heute wissen wir aus modernen Forschungsarbeiten, dass es keine biologische Vorzugsstellung der Mutter beim Kind gibt, sondern auch ein Säugling sich mühelos eng an mehrere Bezugspersonen binden kann, wenn die entsprechenden Gelegenheiten geschaffen werden, Nähe und Pflege durch diese Personen zu erfahren.

Auch das moderne Familienbild verlangt ein Umdenken. Kinder sind kein Frauenthema mehr und Väter in Elternzeit haben weitgehend den exotischen Anstrich verloren. Viele Eltern kümmern sich von Beginn an gemeinsam um ihr Kind. Eben dieser Umstand scheint jedoch oft in Vergessenheit zu geraten, wenn es dann zur Trennung kommt.

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By |Juli 30th, 2015|Allgemein|0 Comments

Zeugen vor dem Familiengericht?

Regelmäßig ärgern sich betroffene Elternteile erheblich darüber, dass in ihren Augen wichtige Zeugen von den Familiengerichten nicht geladen werden. Dazu gehören nicht nur Fachpersonen wie zum Beispiel die Betreuer des Kindes in der Krippe oder Lehrkräfte, Therapeuten oder Kinderärzte, sondern häufig auch Verwandte, die Großeltern, Freunde oder ein neuer Partner/eine neue Partnerin.

Schnell wird der Vorwurf laut, die Gerichte holten gar nicht alle relevanten Informationen ein.

Tatsächlich gibt es jedoch die Möglichkeit für Betroffene, solche Aussagen Dritter dem/der zuständigen Familienrichter/in vorzulegen – in Schriftform. Durch eine sogenannte Versicherung an Eides statt kann ein Dritter eine verbindliche Stellungnahme gegenüber einem Gericht auch in der Rolle eines Zeugen durchaus machen.

Wichtiger für Betroffene dürfte allerdings sein, sicher zu unterscheiden, welche Zeugen ein Familiengericht inhaltlich überhaupt würde hören wollen, welche Aussagen der eigenen Sache tatsächlich nützen und welche sogar eher schaden können. Denn ohne kritische Reflektion kann eine eidesstattliche Versicherung, die dazu gedacht war zu belegen, dass der andere Elternteil erziehungsungeeignet ist schnell zum Boomerang werden und stattdessen die eigene Bindungstoleranz in Frage stellen.

Welche Zeugen überhaupt nützlich sein können, welche Aussagen ein Familiengericht interessieren und wann sie sogar kriegsentscheidend sein können, erklären wir im in diesem Artikel.

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By |April 28th, 2015|Recht & Gerechtigkeit|0 Comments

Entfremdung – wie es sich verfestigt

Ich sehe was, was Du nicht siehst

“Der Papa/die Mama macht etwas ganz Schlimmes mit Dir, ich verrate Dir aber nicht, was!”

Oft genug beginnt die eigentliche Beeinflussung dann schleichend und nicht selten genau da, wo Elternteile krampfhaft versuchen, dem Kind nichts offen zu vermitteln. Der missbilligende Blick zu der neuen Jacke, die Mama gekauft hat oder das leise Seufzen, wenn das Kind von einer Unternehmung mit Papa berichtet, Gespräche mit anderen Erwachsenen darüber, wie verantwortungslos und wenig kindgerecht der abwesende Elternteil mit dem Kind umginge, die das Kind vielleicht nicht versteht, wohl aber wahrnimmt.

Allein die Stimmung unmittelbar vor oder nach Kontakt zum anderen Elternteil und/oder sobald die Rede auf den abwesenden Elternteil kommt, vermittelt dem Kind ein sonderbares Sammelsurium negativer Emotionen, die es nicht einzuordnen weiß. Immer vor dem Umgang hat Mama/Papa schlechte Laune und immer nach dem Umgang ist er/sie sehr aufgeregt, kritisch, hinterfragt vieles am Kind und durch das Kind. Oder umgekehrt – immer wenn der Umgang beginnt fragt Mama/Papa ganz viel nach, was in der Woche sonst so war und hat dann schlechte Laune oder schnallzt mit der Zunge oder seufzt.[weiterlesen…]

By |März 8th, 2015|Parental Alienation Syndrome|0 Comments

Entfremdung – wie es beginnt

Bereits in “Wird mein Kind beeinflusst?” und auch im Beitrag “Beeinflussung, Entfremdung, PAS – was ist das?” haben wir versucht zu beschreiben, woran zu erkennen ist, dass ein Kind durch Beeinflussungsversuche belastet ist, wie sich Entfremdung und das Parental Alienation Syndrome unterscheiden lassen und in “Beeinflussung nach Trennung mit Kind” haben wir erläutert, dass schwere Entfremdung und PAS teilweise regelrecht unbewusst hervorgerufen wird und es gar nicht den aktiven Willen braucht, das Kind zu entfremden, um dennoch ein PAS auszulösen.

Noch nicht beschrieben haben wir die Anatomie einer Entfremdung. Den typischen Ablauf der Dinge, bis ein Kind sich partout weigert, den Vater/die Mutter zu sehen. Denn betrachtet man diese Abläufe und versetzt man sich in die betroffenen Kinder hinein, erscheint eine Entfremdung plötzlich die einzig logische Quintessenz zu sein.

 

Krisenherd am Küchentisch

Bevor ein Elternpaar sich trennt, gibt es in aller Regel Streit und Konflikte. So sehr wir uns dabei wünschen und hoffen, die Kinder würden nichts davon bemerken, weil wir Türen geschlossen halten oder warten, bis sie im Bett sind, erreicht mindestens die entstehende Grundstimmung die im Haushalt lebenden Kinder immer. Selbst wenn tatsächlich die eigentlichen Streitereien nicht miterlebt werden und nicht einmal laute Worte im Haus belauscht worden sind – Papa und Mama gehen anders mit einander um. Da ist mehr Distanz, Kälte, es fehlen kleine Gesten liebevoller Zuwendung. Kinder bemerken so etwas. Die Idee, dass ein Kind also die sich anbahnende Katastrophe nicht miterleben würde ist Wunschdenken. Das Kind spürt, dass etwas nicht stimmt, kann aber nicht greifen, was.[weiterlesen…]

By |März 6th, 2015|Allgemein, Parental Alienation Syndrome|0 Comments

10 Todsünden bei Trennung und Scheidung

Wenn eine Beziehung zu Ende geht, gibt es kein Patentrezept zur unschädlichen Abwicklung. Große Emotionen spielen eine Rolle, oft greifen Verletztheit, Wut und Enttäuschung auf die gesamte Situation über und führen zu Eskalationen. Kurzschluss-Reaktionen und nicht überdachte Handlungen tun ihr Übriges.

Für betroffene Kinder sich trennender Eltern ist die Situation per se eine Katastrophe. Es liegt in der Verantwortung der Eltern, zusätzlichen Schaden sofern möglich von den Kindern abzuwenden. In aller Regel schützen Sie sich damit auch selbst vor zusätzlichen Ärgernissen, Belastungen und nicht zuletzt auch mitunter immensen Kosten. Gerät eine Trennung außer Kontrolle, findet man sich oft und rasch vor Gericht wieder und plötzlich geht es um Alles. Dann ist guter Rat teuer.

Wenn Sorgerecht oder Familienvermögen plötzlich auf dem Spiel stehen und zwischen den Konfliktparteien, welche die Eltern geworden sind, die Kinder großen Schaden zu nehmen drohen, dann werden diejenigen Beteiligten zu Trennungsopfern, die sich weder für die Trennung entschieden noch Einfluss auf die Ereignisse nehmen können.

Wie Sie die schlimmsten Fehler vermeiden, worauf Sie achten sollten und wozu Sie sich keinesfalls hinreißen lassen sollten, haben wir für Sie zusammengefasst in: 10 Todsünden bei Trennung und Scheidung mit Kind.

By |November 12th, 2014|Allgemein|0 Comments

10 Gründe für das gemeinsame Sorgerecht

Im Mai 2013 ging ein Ruck durch die Welt der deutschen Familiengerichte – und Themenforen für Alleinerziehende – denn durch eine Gesetzesänderung wurden völlig neue Voraussetzungen für unverheiratete Eltern geschaffen. Was war geschehn?

Bis zur Änderung des Gesetzes konnten nicht verheiratete Väter das Sorgerecht für ihr Kind nur dann erhalten, wenn sie dessen Mutter heirateten oder wenn diese dem gemeinsamen Sorgerecht zustimmte. Stimmte die Mutter nicht zu, gab es für den Vater keinerlei Möglichkeit, das gemeinsame Sorgerecht zu erhalten. Das, so befand der europäische Gerichtshof für Menschenrechte, verstießt klar sowohl gegen das Grundgesetz als auch gegen die Verfassung. Somit wurde der deutsche Gesetzgeber gezwungen, etwas zu verändern.

Das führte zunächst zu einer Übergangslösung bis zum Inkrafttreten der Gesetzesänderung, die sehr anschaulich machte, worin der wesentliche Vorteil einer sog. “Negativprüfung” liegt. In der Übergangszeit nämlich konnte ein Gericht das gemeinsame Sorgerecht ablehnen, sofern nicht die Herstellung der gemeinsamen Sorge dem Kindeswohl diente. Es mussten also erhebliche Vorteile für das Kind durch die gemeinsame Sorge nachgewiesen werden und diese wurden allzu oft damit verneint, dass die gemeinsame Sorge das Konfliktpotential zwischen den Eltern steigere.

Nun, nach Inkrafttreten der Änderung gilt die sog. Negativprüfung – das gemeinsame Sorgerecht darf demnach nur dann verwehrt werden, wenn abzusehen ist, dass die gemeinsame Sorge dem Kind schaden würde. Nun also muss belegt werden, dass durch Beteiligung beider Eltern am Sorgerecht ein Nachteil für das Kind entstehen würde. Das sind völlig andere Vorraussetzungen.

Gleichwie führte die Novellierung zu hitzigen Diskussionen rund um das Sorgerecht und insbesondere leidenschaftlich wurde die Frage behandelt, welche Probleme, Konflikte und Nachteile eine gemeinsame Sorge nicht verheirateter Eltern – zum Beispiel wenn das Kind durch ein einmaliges Beisammensein entstanden ist – mit sich bringe. Eine inhaltliche Gegendebatte, welche praktischen Vorteile die gemeinsame Sorge bereithält konnten wir hingegen leider nicht verfolgen, wobei sie durchaus im Überhang der negativen Schlagzeilen untergegangen sein mag. Oft beschränkten sich die Fürsprecher der gemeinsamen Sorge kurzum auf den Fakt, dass es die gerechtere weil gleichberechtigte Lösung für die Eltern sei.

Dass aber das gemeinsame Sorgerecht viel mehr leisten kann, nicht nur für die betroffenene Eltern sondern grade auch für die Kinder, wollen wir näher erläutern in 10 gute Gründe für das gemeinsame Sorgerecht.

By |Oktober 13th, 2014|Allgemein|0 Comments

Immer, wenn das Kind bei DIR war!

Vermutlich ist es eine der ältesten Debatten unter Trennungseltern überhaupt oder zumindest seitdem es ein geregeltes Umgangsrecht gibt:

Immer, wenn das Kind vom anderen kommt, ist es in sich gekehrt, aggressiv, frech, abweisend, überzogen anhänglich, feindseelig, isst nicht gut, schläft nicht gut oder bekommt unkontrollierbare Wutanfälle. Eine Erklärung ist dann in der Regel ganz schnell zur Hand – der/die andere muss irgendetwas schlimmes mit dem Kind anstellen, es vernachlässigen, misshandeln oder beeinflussen. Irgendetwas Schlimmes muss “dort” geschehen – denn sonst wäre das Kind ja nicht so.

Tatsächlich kennt die überwiegende Mehrheit aller Eltern nach einer Trennung Verhaltensauffälligkeiten eben immer dann, wenn das Kind vom anderen kommt. Was steckt tatsächlich dahinter? Beeinflusst der andere Elternteil womöglich das Kind, um es gegen mich aufzubringen? Leidet das Kind “dort” schrecklich, weil man ihm keine Beachtung schenkt oder zuviel oder die falsche?

Oft liegt die Erklärung an ganz anderer Stelle.

Wir zeigen Ihnen wo, in So sind (Trennungs-)kinder eben!

By |Oktober 8th, 2014|Allgemein|0 Comments

Was lange währt, wird richtig teuer…

Brandaktuell hat das OLG Celle am 1.09.2014 einen Beschluss des Amtsgerichtes abgeändert und die Gerichtskosten einschließlich der außergerichtlichen Auslagen des Vaters vollständig der Kindesmutter – einer Juristin – alleine angelastet.

Es scheint treffend zu sagen: Irgendwann reicht es eben einfach.

Nachdem die Kindesmutter trotz mehrmaliger Umgangsbeschlüsse und verhängter Ordnungsmittel den Kontakt zwischen Vater und Kindern verhinderte, dann das angeordnete Sachverständigengutachten durch Ablehnungsgesuche und letztlich durch Unbereitschaft, zeitnah Termine zu vereinbaren, beträchtlich in die Läge gezogen hatte und zuletzt noch Beschwerde gegen die Kostenentscheidung einlegte, wonach die Kosten gegeneinander aufgehoben würden, und beantragte, die Kosten dem Vater alleine anzulasten, reichte es offenbar.

Der folgenden Beschwerde des Vaters gegen die Kostenentscheidung wurde statt gegeben – nun zahlt die Mutter alleine.

OLG Celle vom 1. September 2014  Az. 10 UF 134/14

By |September 23rd, 2014|Recht & Gerechtigkeit|0 Comments

Beleidigung, Verleumdung, Kindesentzug – Anzeige gegen den/die Ex?

Wenn ein Trennungskonflikt eskaliert, dann meist, weil die Beteiligten nicht die Möglichkeit haben, sich einfach gegenseitig aus dem Weg zu gehen. Oft sind also von eskalierenden Trennungsfolgen Eltern gemeinsamer Kinder betroffen, denn wegen der Kinder muss nach wie vor miteinander umgegangen werden.

Schnell steigert sich dann der Streit auf ein Niveau, das früher oder später die Frage aufwirft, ob hier nicht Beleidigung, Verleumdung, Bedrohung oder Kindesentzug im strafrechtlichen Sinne vorliegt und nicht selten zeigen getrennte Eltern sich gegenseitig bei der Polizei an.

Warum das meist zu nichts führt und – im Gegenteil – erhebliche Nachteile für die/den “Geschädigten” bringen kann, erfahren Sie in

Strafanzeige gegen den/die Ex – Warum Ihnen das mehr schadet als nützt

By |September 10th, 2014|Recht & Gerechtigkeit|2 Comments