Scheidungskinder

Scheidungskinder sind häufig durch die erlebte Trennung oder Scheidung traumatisiert und nicht selten werden ihre Interessen und Bedürfnisse innerhalb der emotionalen Trennungssituation nicht oder nicht hinreichend beachtet. Unter ungünstigsten Umständen können Scheidungskinder später Probleme in der eigenen Beziehungsgestaltung zu anderen Menschen entwickeln oder psychiatrische Störungen ausbilden. Ein besonders hohes Risiko für Spätfolgen besteht bei hochstrittigen Trennungen oder dem Vorliegen von PAS (Parental Alienation Syndrome) sowie grundsätzlich wenn die Beziehung zu einem Elternteil verloren geht.

Weihnachten als Trennungsfamilie

Eigentlich sollte es eine besinnliche, friedliche Zeit sein, in der grade Familien zueinander finden. Genau das macht aber die Weihnachtszeit für Eltern nach einer Trennung mit Kind besonders schwierig. Es gibt kein Zusammenkommen, zumindest nicht in der Form wie früher. Das Kind spürt grade jetzt sehr deutlich, dass nicht mehr alle beisammen sind, dass die Familie, wie sie bekannt war, nicht mehr existiert, sich verändert hat. Grade jetzt ist besonders viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl gefragt, um es den Trennungskindern leichter zu machen und ihnen dabei zu helfen, mit der Trennungsrealität umgehen zu lernen.

Viele Umgangsregelungen und Umgangsvereinbarungen beinhalten Sonderregelungen für die Feiertage. Manche Kinder feiern einen Tag bei Mama und einen bei Papa. In anderen Trennungsfamilien reißt man sich sogar für diese wenigen Tage im Jahr zusammen und feier gemeinsam.

Wichtig ist das Bewusstsein, dass die Familie des Kindes räumlich getrennt existiert. Sein Weihnachten, sein Erleben spielt sich an mehreren Orten bei mehreren Personen ab. Und diese Realität – die nicht mit jener der Erwachsenen übereinstimmen muss, muss dem Kind ermöglicht werden. Zeit für die Familie – egal wo sie ist. Das Kind gehört zu allen und alle gehören zum Kind. Jetzt mehr denn je.

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Vorwürfe vom eigenen Kind

„Du hast uns verlassen!“, „Du hast Papa/Mama vertrieben!“ – das sitzt. Eine Trennung ist innerhalb einer Familie für alle Betroffene belastend und bringt Unsicherheiten, Ängste und auch Wut mit sich. Sehen sich Elternteile jedoch schweren Vorwürfen durch ihre eigenen Kinder entgegen, die zum Beispiel den oder die Schuldige/n für die Trennung ausgemacht zu haben scheinen, reagieren viele tief verletzt, verteidigen sich dem Kind gegenüber oder weisen sogar dem jeweils anderen Elternteil die vermeintliche Schuld zu.

Schnell steht auch der Verdacht im Raum, das jeweils andere Elternteil habe das Kind entsprechend indoktriniert, ihm Botschaften mitgegeben, es instrumentalisiert und in den Elternkonflikt mit hineingezogen. Tatsächlich ist das aber in der Mehrheit gar nicht der Fall. Vielmehr übernimmt das Kind selbst Verantwortung am Elternkonflikt oder formuliert eigene Ängste und Unsicherheiten in für die Eltern kaum nachvollziehbarem Zorn.

Woher kommen solche Vorwürfe? Wie kann man ihne begegnen und was denkt sich das Kind überhaupt dabei?

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“Sag dem Papa/Sag der Mama…!”

“Du sollst mir keine Marmelade auf´s Brot machen, das ist nicht gut für sie Zähne!”

Es gibt so manche Aussage, die man von einem Kind nicht erwartet. Ermahnungen zum eigenen Erziehungsstil gehören fraglos dazu und machen stutzig – welches Kind wehrt sich aus Vernunftgründen gegen Süßes? Ein entsprechend beauftragtes Kind zum Beispiel.

Wenn Elternteile nach einer Trennung den direkten Kontakt zueinander meiden, nicht oder nur ungern mitenander sprechen oder anderweitig kommunizieren, greifen viele aus schlichter Bequemlichkeit auf einen Mittler zurück – das Kind. Ihm werden Anweisungen, Verbote und Gebote mit auf den Weg zum anderen Elternteil gegeben. So spart man sich die frontale Auseinandersetzung und – zudem – hat man dem Kind nur oft genug gesagt, es dürfe dort keine Marmelade essen, wird es die Marmelade irgendwann von ganz alleine verweigern.

Dass hierbei das Kind ganz hemmungslos in die Stellvertreterrolle seiner Eltern getrieben und mit es völlig überfordernden Konflikten konfrontiert wird, nicht nur mittelbar sondern ganz direkt als Teilnehmer an der Diskussion, gerät aus dem Blick. Die Autorität der Eltern leidet, denn das Kind begreift sehr schnell, dass es nahezu alles mit Rückendeckung eines Elternteils erreichen kann, wenn es nur vorgibt, der jeweils andere wolle das Gegenteil durchsetzen.

Welche erheblichen Konflikte so entbrennen können, welche weitreichenden Folgen das nach sich ziehen kann und wie erheblich die Eltern-Kind-Beziehung leidet, wenn das Kind durch den Abwesenden Elternteil in die Partnerrolle gegenüber dem anwesenden Elternteil “befördert” wird, scheint vielen Betroffenen gar nicht bewusst zu sein.

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By |Juni 8th, 2015|Allgemein, Trennungskinder|0 Comments

Keine Kommunikation zwischen den Eltern mehr möglich?

Vor einigen Jahren noch war das Argument, eine Kommunikation sei zwischen getrennten Eltern nicht mehr möglich eine solide Grundlage, um einem Elternteil das Sorgerecht für ein gemeinsames Kind alleine zu übertragen. Weshalb die Kommunikation nicht funktionieren wollte, hinterfragten Gerichte damals kaum und leider finden sich auch heute noch vereinzelte Beschlüsse, in denen die Unwilligkeit eines Elternteils eine Zusammenarbeit mit dem anderen Elternteil nach der Trennung zu erreichen als Grund angeführt werden, um einem Elternteil die Alleinsorge zu übertragen. Allerdings nicht zwingend dem kooperationsbereiten Elternteil.

Auch wenn eine problematische Kommunikation heute kaum noch ausreicht, um schwerwiegende Änderungen im Sorgerecht oder sogar im Umgangsrecht durchzusetzen bleibt es ein wesentliches Thema – denn die Eltern müssen in der Lage sein, gemeinsame Entscheidungen für das Kind zu treffen, wenn die gemeinsame Sorge besteht oder hergestellt werden soll. Und Entscheiden ist nur möglich, wenn Kommunikation möglich ist.

Wenn das aber nun nicht funktioniert? Wenn einer von beiden einfach die Kommunikation rundheraus ablehnt, im schlimmsten Fall derjenige, bei welchem das Kind überwiegend lebt?

Schnell fühlt der andere Elternteil sich hilf- und ratlos in Sippenhaft genommen, denn es heißt stets: “Eine Kommunikation ist den Eltern nicht möglich.” Das es weniger die Möglichkeit als die Willigkeit ist, findet in den wenigsten Beschlüssen klar Einzug.

Wie kann man nun mit einer solchen Blockadehaltung umgehen und kann man überhaupt, wenn man gefühlt gegen eine Wand anredet?

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Die/der Ex, ihr/seine Neue/r und mein Kind

Wenn sich Eltern trennen verkompliziert sich die Situation häufig erheblich, sobald neue Partner in das Leben der Erwachsenen treten. Die latente Frage, was der/die Neue darf oder nicht darf, welche Grenzen zu wahren sind und ob und wann einem Elternteil ein Vetorecht zusteht, beschäftigt viele Betroffene.

Die wohl häufigste Frage überhaupt vorab beantwortet:

Darf mein/e Ex den neuen Partner/die neue Partnerin meinem Kind ohne meine Erlaubnis vorstellen?

Die Antwort lautet: Ja.

Es existiert keine belastbare Grundlage für ein Vetorecht des anderen Elternteiles, wenn es darum geht, dass das Kind den neuen Partner/die neue Partnerin kennenlernen soll.

Mit einigen weiteren der wohl häufigsten Fragen rund um Befugnisse, Rechte und Unrechte neuer Partner haben wir uns beschäftigt und uns darum bemüht aufzuzeigen, wo die Alleinentscheidungsbefugnis eines Elternteiles aufhört und zum Beispiel eine gemeinsame Sorge beider Eltern greift – und somit auch ein Vetorecht des anderen Elternteils bestehen kann.

Darf der/die Neue mit zum Elternabend? Darf er/sie mein Kind baden?

Das und mehr erfahren Sie im neuen Artikel: Weiterlesen…

By |April 23rd, 2015|Allgemein, Recht & Gerechtigkeit, Trennungskinder|1 Comment

Wenn das Trennungskind sich selbst entfremdet

Wenn Eltern von einer Trennung mit Kind betroffen sind, die Nachtrennungszeit zudem nicht frei von Streit verlaufen ist und ein Kampf um das Kind tobt(e), reagieren viele Betroffene äußerst aufmerksam und zutiefst besorgt, sobald das Kind von Ihnen ab zu rücken scheint. Schnell ist die Horrorvorstellung PAS omnipräsent, insbesondere dann, wenn das Kind nicht nur abrückt sondern auch zunehmend Streit und Konflikte auftreten, das Kind immer kritischer gegenüber dem Umgangselternteil auftritt.

Gleicher Maßen stehen rasch Vorwürfe im Raum, wenn ein Kind irgendwann zunehmend fest und überzeugt äußert, zum anderen Elternteil umziehen und dort wohnen zu wollen. Von Beeinflussung, Manipulation und Entfremdung ist auch dann schnell die Rede, oder der Vorwurf zur Hand, dort dürfe es ja auch alles.

Vollkommen vergessen wird bei alledem, dass jedes Kind irgendwann eine Entwicklungsphase durchläuft, zu der eine gewisse Entfremdung von beiden(!) Elternteilen vollkommen natürlich dazugehört: Die Pubertät. Abkapseln und Loslösen ist wichtig für junge Menschen. Für Eltern nach einer Trennung aber lösen solche Anwandlungen oft genug kleine rote Alarmlampen im Dutzend aus. Wird mein Kind beeinflusst? Steckt der andere Elternteil dahinter? Was soll ich jetzt tun?

Fängt dann auch noch das Kind selbst an, die geltende Umgangsregelung in Frage zu stellen, ist rasch ein geübtes Muster zur Hand: Ordnungsgels und der Weg zum Familiengericht.

Dabei wird aber verkannt, dass nun tatsächlich nicht der andere Elternteil verantwortlich zeichnet sondern das Kind selbst die zweite Konfliktpartei ist und zudem, dass mit zunehmendem Alter irgendwann das Interesse an aktiv mit den Eltern verbrachter Zeit deutlich schwindet. [weiterlesen…]

Tipp-Buch für Kindergarten, Krippe und Schule

Für Betreuungs- und Lehrkräfte stellt der Umgang mit Trennungskindern in der Einrichtung eine ganz besondere Herausforderung dar. Nicht nur müssen Schule und Kindergarten doppelte Elternarbeit leisten, gibt es darüber hinaus Konflikte zwischen den Trennungseltern fällt dem Fachpersonal oft die Rolle des Mittlers oder Puffers zu. Die Interessen des Kindes in diesen Situationen zu schützen ist nicht einfach und häufig wird falsch reagiert – auch und grade den Eltern gegenüber.

Und als Schule, Krippe oder Kindergarten nicht zum Schadensverstärker nach einer Trennung mit Kind zu werden, haben wir ein kleines Tipp-Buch für betroffene Fachkräfte erstellt und das in unseren Augen Wesentlichste zum Thema zusammengefasst. Leiten Sie diesen Link gerne an Ihre Betreuungseinrichtung weiter oder drucken Sie das TrennungmitKind Tipp Book Kindergarten für den Kindergarten Ihres Kindes aus. Quellenangaben sind enthalten.

 

 

By |Februar 20th, 2015|Trennungskinder|0 Comments

Erziehung nach der Trennung

Schon in intakten Familien ist die Erziehung immer wieder ein Streitthema zwischen den Erwachsenen und nicht selten mischen sich zudem Großeltern, Freunde und Bekannte mit ein. Was sich jedoch im Rahmen einer liebevollen Paarbeziehung gerne zu einem running gag entspinnt, gerät nach einer Trennung nicht selten zu einem fortdauernden und sehr belastenden Streit.

Von zu-Bett-geh-Zeiten über den Konsum von Süßigkeiten, Fernsehen und Freizeitaktivitäten bis hin zu Kleidung, Weltanschauung und Religion reichen die Konfliktherde und häufig gibt es keinerlei Gewichtung mehr. Dann ist der Fruchtzwerg nach dem Abendessen ebenso förderlich oder schädlich für das Kind wie Frühenglisch oder ein eigens Pony. Allzu häufig geht es dabei allerdings im Kern gar nicht um das Kind, sondern um eine Machtfrage. Wer entscheidet, wie das Kind einmal wird und in welchem Ausmaß? Immerhin geht es um nicht weniger als die erwachsene Person, zu der sich das gemeinsame Kind einmal entwickeln soll.

Grade nach einer Trennung, nachdem man also zumindest in Teilen die Unvollkommenheit des anderen Elternteils als Person sehr bewusst wahrgenommen hat, kommen hier leicht unbegründete Überschätzung der eigenen moralischen und ethischen Fehlbarkeit und durchaus auch persönliche Verletztheiten ins Spiel, die unter dem Deckmantel der Erziehungsfragen ausgetragen werden.

Leidtragende sind, wie so oft, die Kinder, die in aller Regel mit unterschiedlichen Werte- und Regelgefügen deutlich besser umgehen können, als mit latent streitenden Eltern. Eine Katastrophe, wenn dann zudem irgendwann der Versuch, den eigenen Einfluss zu erhalten, bis auf die Kinder durchwirkt, die angehalten werden, sich dem anderen Elternteil einfach zu verweigern, wenn der etwas abweichendes erlaubt oder verbietet.

Entwicklungen, Verwicklungen und die schwierige Frage, wie man etwas, das schon in guten Zeiten ein Problem sein kann in schlechten Zeiten konstruktiv meistern soll suchen wir in Erziehung nach der Trennung

By |Januar 20th, 2015|Allgemein|0 Comments

Was der/die dem Kind wieder geschenkt hat!

Weihnachten soll ja besinnlich sein. Oft hält diese Besinnlichkeit allerdings nur, bis die Geschenke des anderen Elternteils und dessen Familie ausgepackt sind und dann geht die Diskussion los. Ist das pädagogisch wertvoll? War das so abgesprochen? Ist in dieser Puppe oder diesem ferngesteuerten Auto womöglich ein ausgebuffter Manipulationsversuch gegenüber dem Kind zu sehen?

Vielleicht durch die starke emotionale Aufladung dieser Festtage oder weil es uns grade an Weihnachten treibt, die Familie zueinander zu bringen und damit auch klar zu definieren, wer dazugehören soll und wer nicht, eskalieren diese Konflikte oft völlig irrational und tragen sich noch über Wochen und Monate ins neue Jahr hinein. Längst überfällige Dialoge über Erziehungsstile werden plötzlich komprimiert auf Weihnachten und einzelne Geschenke projeziert und von eben auf jetzt herrscht ernster Streit.

Andere erleben sich als ausgegrenzt aus dem Ritual des Schenkens und haben das Gefühl, man verwehre ihnen, ihrem Kind einfach eine Freude zu machen. Weihnachten entwickeln einen schalen Geschmack und niemand kann sich so recht erklären, weshalb. Wenn es die neue Bettwäsche oder ein neues Schränkchen doch benötigt, dann kann man das doch zu Weihnachten schenken. Dass dabei etwas fehlt, wird oft nur unbewusst wahrgenommen.

Selbst Trennungseltern, die sonst relativ gut weil friedlich mit der Situation umgehen können finden nicht selten an diesen Festtagen ihre persönlichen Grenzen, denn mit den Geschenken fallen Grenzen – plötzlich dringt etwas vom anderen in den eigenen Einflussbereich, den eigenen Haushalt, die eigene Wohnung ein. Und das ist jedes Jahr wieder neu und fremd, wenn keine Übergangsobjekte gepflegt und bewusst solche Übergänge geschaffen werden. Unstimmigkeiten und Konflikte sind dann regelrecht vorprogrammiert.

Wie man besser mit der Situation umgehen kann und warum die Weihnachtsgeschenke wirklich solches Konfliktpotential bergen, erklären wir in Trennungskrieg unterm Christbaum – Der Streit um die Geschenke.

By |Dezember 28th, 2014|Allgemein|0 Comments

10 Todsünden bei Trennung und Scheidung

Wenn eine Beziehung zu Ende geht, gibt es kein Patentrezept zur unschädlichen Abwicklung. Große Emotionen spielen eine Rolle, oft greifen Verletztheit, Wut und Enttäuschung auf die gesamte Situation über und führen zu Eskalationen. Kurzschluss-Reaktionen und nicht überdachte Handlungen tun ihr Übriges.

Für betroffene Kinder sich trennender Eltern ist die Situation per se eine Katastrophe. Es liegt in der Verantwortung der Eltern, zusätzlichen Schaden sofern möglich von den Kindern abzuwenden. In aller Regel schützen Sie sich damit auch selbst vor zusätzlichen Ärgernissen, Belastungen und nicht zuletzt auch mitunter immensen Kosten. Gerät eine Trennung außer Kontrolle, findet man sich oft und rasch vor Gericht wieder und plötzlich geht es um Alles. Dann ist guter Rat teuer.

Wenn Sorgerecht oder Familienvermögen plötzlich auf dem Spiel stehen und zwischen den Konfliktparteien, welche die Eltern geworden sind, die Kinder großen Schaden zu nehmen drohen, dann werden diejenigen Beteiligten zu Trennungsopfern, die sich weder für die Trennung entschieden noch Einfluss auf die Ereignisse nehmen können.

Wie Sie die schlimmsten Fehler vermeiden, worauf Sie achten sollten und wozu Sie sich keinesfalls hinreißen lassen sollten, haben wir für Sie zusammengefasst in: 10 Todsünden bei Trennung und Scheidung mit Kind.

By |November 12th, 2014|Allgemein|0 Comments