Kindeswohlgefährdung

Ist ein Umstand oder eine Situation für ein Kind so schädlich, dass seine gesunde Entwicklung oder seine Unversehrtheit Schaden zu nehmen droht, so spricht man von einer Kindeswohlgefährdung. Diese kann bei Trennung und Scheidung insbesondere dann vorliegen, wenn der Kontakt zu einem Elternteil im Rahmen des Umgangsrechts verhindert wird oder das Kind Entfremdung oder Beeinflussung erfährt, in extremen Fällen und bei vorliegen von PAS kann eine so unmittelbare Kindeswohlgefährdung gegeben sein, dass eine Herausnahme des Kindes nicht ausgeschlossen ist.

Der/die Ex hat kein Interesse am Kind!

Immer häufiger beklagen betreuende Elternteile mangelndes oder gleich gar kein Interesse des anderen Elternteils am gemeinsamen Kind. Dabei variieren die Situationen allerdings erheblich. Von untergetauchten Müttern und Vätern, unbekannt verzogen und auf keinem Wege erreichbar über Gelegenheits-Umgangs-Wahrnehmer bis hin zu Elternteilen, die zwar regelmäßigen und häufigen Umgang mit dem Kind wahrnehmen, sich aber dennoch dem Vorwurf von mangelndem Interesse gegenübersehen.

Oft genug führt die Anklage, es läge kein ausreichendes Interesse am Kind vor sogar zu Anträgen auf Entzug des Sorgerechtes oder die Reduktion des Umganges mit dem Kind.

Dabei liegen nicht selten einfach Missverständnisse und unterschiedliche Perspektiven dem Problem zu Grunde.

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By |November 16th, 2015|Allgemein|0 Comments

Erziehungsfähigkeit

Sowohl bei Inobhutnahmen durch das Jugendamt aber auch bei Trennung mit Kind spätestens dann, wenn ein Elternteil das alleinige Sorgerecht beantragt, wenn zuvor das gemeinsame Sorgerecht bestanden hat, kommt die Frage nach der Erziehungsfähigkeit der Elternteile auf. Familienpsychologische Gutachten sollen dann die Frage klären, ob beide Elternteile grundsätzlich erziehungsfähig sind, ob Einschränkungen zu bemerken sind und letztlich, ob die Elternteile die elterliche Sorge für das Kind zu dessen Wohl ausüben können oder nicht.

Dabei wird häufig die Erziehungsfähigkeit verwechselt mit einem Erziehungsideal. Wer der bessere Mensch oder kompetenter bei der Nachhilfe ist, spielt dabei jedoch gar keine Rolle. Denn die Erziehungsfähigkeit bezieht sich auf die grundliegenden Fähigkeiten, die notwendig sind, um ein Kind zu erziehen und zu betreuen, ohne es dabei in seiner Entwicklung zu stören oder ihm gar zu schaden.

Viele Betroffene missverstehen den Begriff und mit einem Antrag auf das alleinige Sorgerecht bricht ein regelrechter Wettstreit darum aus, wer dem jeweils anderen mehr vermeintliche Verfehlungen im Umgang mit dem gemeinsamen Kind vorhalten kann. Im Kampf um die vermeintlich bessere Erziehungsfähigkeit werden Fruchtzwerge zur Kindeswohlgefährdung, der Opa zur latenten gesellschaftlichen Bedrohung und eine zu dünne Jacke zum Sinnbild von Ignoranz und Gleichgültigkeit.

Dabei geht es bei der Frage um die Erziehungsfähigkeit um etwas ganz anderes.

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By |Juli 22nd, 2015|Allgemein, Recht & Gerechtigkeit|0 Comments

Umgangsausschluss?

Frisch nach der Trennung im Streit um Zeiten, Erziehungsmethoden oder auch Dinge, die mit den Kindern gar nichts zu tun haben, ist die Drohung schnell einmal ausgesprochen: “Dann lasse ich den Umgang vom Gericht ausschließen!”

So einfach ist das allerdings nicht. Im Gegenteil.

Der Super-GAU für jeden Umgangsberechtigten, der völlige Ausschluss von Kontakten über einen längeren Zeitraum – kommt selten vor und muss solide begründet werden können. Andernfalls heben Gerichte höherer Instanzen solche Beschlüsse durchaus auch auf und verweisen zurück.

Der Gesetzgeber hat eindeutig Stellung bezogen: Umgang mit beiden Eltern entspricht in der Regel dem Kindeswohl. Wörtlich ist dem §1684 BGB zu entnehmen, dass Umgang nur dann auf Dauer eingeschränkt oder ausgeschlossen werden kann, wenn andernfalls das Kindeswohl gefährdet wäre. Das ist eine vergleichsweise hohe Hürde für Gerichte, die einen Umgangsausschluss tatsächlich in Erwägung ziehen.

Kommt es dazu, befindet man sich meist am Ende einer destruktiven Spirale aus diversen Prozessen um Sorge- und Umgangsrecht, die sich bereits über Jahre hinzieht. Spätestens dann, wenn ein Umgangsausschluss tatsächlich zur Diskussion gestellt wird, ist auch die Beauftragung eines familienpsychologischen Gutachtens nahezu obligatorisch. Nach dem Grundsatz des anzuwendenden mildesten Mittels sind in der Regel schon diverse Lösungsansätze gescheitert oder ergebnislos im Sande verlaufen.

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By |Juni 5th, 2015|Allgemein, Recht & Gerechtigkeit|0 Comments

Was ist Bindungstoleranz?

Wenn eine Trennung mit Kind eskaliert, sogar bis vor ein Familiengericht kommt um Umgang oder Sorgerecht (neu) zu regeln, dann fällt oft der Begriff “Bindungstoleranz”. Er ist wesentlicher Bestandteil praktisch jedes familienpsychologischen Gutachtens und kann sogar entscheidend für die Frage sein, wo das Kind zukünftig leben und wie das Sorgerecht geregelt werden soll.

Häufig wird Bindungstoleranz sehr unreflektiert in direkten Zusammenhang mit Entfremdung und Beeinflussung gebracht, allerdings handelt es sich um zwei zwar aufeinander aufbauende aber jeweils komplexe Problemstellungen. Eine Entfremdung, Beeinflussung oder auch ein Umgangsboykott ist letztlich die Blüte, die ein eklatanter Mangel an Bindungstoleranz treibt. Die Frage nach Letzterer ist viel mehr die Frage nach dem “Warum?”. Wieso tut jemand so etwas? Was treibt eine entfremdende Person dazu, dem Kind scheinbar sehenden Auges zu schaden und weshalb ist die Bindungstoleranz derart wichtig, dass bei einem erheblichen Mangel sogar ein Entzug des Sorgerechts in Erwägung gezogen werden kann, wenn Umgangspflegschaften und Mediationen keine Ergebnisse erzielen?

So hat bereits in 2009 das OLG Brandenburg einer Mutter das Sorgerecht für ihr Kind gänzlich entzogen und auf den Vater übertragen, nachdem fortgesetzt der Umgang verweigert wurde – aufgrund eines erheblichen Mangels an Bindungstoleranz.

Wenn Umgang verweigert oder boykottiert wird, lässt sich im Grunde immer von einem Problem der Bindungstoleranz sprechen, so auch bei Beeinflussung, Manipulation und Entfremdung des Kindes von einer Bezugsperson. Elternexklusiv ist das Problem jedoch nicht. Auch Großeltern und Stiefeltern können von mangelnder Bindungstoleranz betroffen sein.

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Mama ist irre und Papa ein Verbrecher!

Wenn Menschen sich streiten, werden sie gemein. Das gilt leider auch für Menschen, die gemeinsam Kinder bekommen haben und als Paar nicht mehr funktionieren. Die Unmöglichkeit, sich wirklich in aller Konsequenz vom Ex-Partner los zu lösen, weil das Kind da ist, weil man sich nicht einfach für den Rest des Lebens aus dem Weg gehen kann, führt zu zusätzlichen Spannungen in einem ohnehin meist zerrütteten und emotional aufgeladenen Verhältnis.

Der Weg zu offenem Streit ist dann nicht weit und natürlich geht es dann um das Einzige, womit noch immer beide zu tun haben – das Kind.

Zumindest vordergründig geht es um das Kind. Eigentlich geht es um viel mehr und auch der entstehende Schaden ist viel größer als Missmut und Weiterwachsen der ohnehin vorhandenen gegenseitigen Abneigung.

Wenn man sich um Zahnpastatuben, gemeinsame Freizeitgestaltung und persönliche Vorlieben nicht länger streiten kann, weil man kein Paar mehr ist, dann verlagern sich diese Diskussionen schnell gänzlich auf den Rücken der gemeinsamen Kinder. Nun geht es um deren Zahnpasta, deren Freizeitgestaltung und deren persönliche Vorlieben. Diese Art von Streit eskaliert dann in der Regel schnell und fast schon aberwitzig. Die Vorwürfe werden immer haltloser und erheblicher im selben Atemzug und am Ende landet man nicht selten vor Gericht. Bis dahin ist nicht selten die Mutter angeblich schwer psychiatrisch krank oder der Vater ein den Behörden bisher nur mit Mühe nicht ins Netz gegangener organisierter Verbrecher.

Dort stellt sich dann die bange Frage: Was ist eigentlich eine Kindeswohlgefährdung, wo fängt sie an und ist mein/e Ex schlimm genug, um ihm/ihr das Kind weg zu nehmen?

Denn darauf läuft es meist hinaus.

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Erziehung nach der Trennung

Schon in intakten Familien ist die Erziehung immer wieder ein Streitthema zwischen den Erwachsenen und nicht selten mischen sich zudem Großeltern, Freunde und Bekannte mit ein. Was sich jedoch im Rahmen einer liebevollen Paarbeziehung gerne zu einem running gag entspinnt, gerät nach einer Trennung nicht selten zu einem fortdauernden und sehr belastenden Streit.

Von zu-Bett-geh-Zeiten über den Konsum von Süßigkeiten, Fernsehen und Freizeitaktivitäten bis hin zu Kleidung, Weltanschauung und Religion reichen die Konfliktherde und häufig gibt es keinerlei Gewichtung mehr. Dann ist der Fruchtzwerg nach dem Abendessen ebenso förderlich oder schädlich für das Kind wie Frühenglisch oder ein eigens Pony. Allzu häufig geht es dabei allerdings im Kern gar nicht um das Kind, sondern um eine Machtfrage. Wer entscheidet, wie das Kind einmal wird und in welchem Ausmaß? Immerhin geht es um nicht weniger als die erwachsene Person, zu der sich das gemeinsame Kind einmal entwickeln soll.

Grade nach einer Trennung, nachdem man also zumindest in Teilen die Unvollkommenheit des anderen Elternteils als Person sehr bewusst wahrgenommen hat, kommen hier leicht unbegründete Überschätzung der eigenen moralischen und ethischen Fehlbarkeit und durchaus auch persönliche Verletztheiten ins Spiel, die unter dem Deckmantel der Erziehungsfragen ausgetragen werden.

Leidtragende sind, wie so oft, die Kinder, die in aller Regel mit unterschiedlichen Werte- und Regelgefügen deutlich besser umgehen können, als mit latent streitenden Eltern. Eine Katastrophe, wenn dann zudem irgendwann der Versuch, den eigenen Einfluss zu erhalten, bis auf die Kinder durchwirkt, die angehalten werden, sich dem anderen Elternteil einfach zu verweigern, wenn der etwas abweichendes erlaubt oder verbietet.

Entwicklungen, Verwicklungen und die schwierige Frage, wie man etwas, das schon in guten Zeiten ein Problem sein kann in schlechten Zeiten konstruktiv meistern soll suchen wir in Erziehung nach der Trennung

By |Januar 20th, 2015|Allgemein|0 Comments

Alarmsignale – woran Sie erkennen können, ob Ihr Kind beeinflusst wird

Die allgegenwärtige Verunsicherung über PAS, Entfremdung und Verhaltensauffälligkeiten von Kindern, die einem Trennungstrauma ausgesetzt waren, führt nicht selten dazu, dass Eltern nach einer Trennung mit Kind argwöhnisch das Verhalten des Kindes beobachten, Auffälligkeiten überinterpretieren und sich rasch die Angst ausbreitet, das Kind könnte aktiv beeinflusst oder entfremdet werden.

Unsicherheit schafft hierbei auch und vor allen Dingen, dass man gar nicht so genau weiß, wie sich das Kind wohl verhalten würde, wenn es denn einer Beeinflussung ausgesetzt wäre.

Wir erklären Ihnen, wann Sie hellhörig werden und Beeinflussung nicht mehr ausschließen sollten in Wird mein Kind beeinflusst?

By |September 16th, 2014|Parental Alienation Syndrome, Trennungskinder|0 Comments

Terrortaktik im Trennungskrieg – Missbrauchsvorwurf

Konkrete Zahlen gibt es nicht und doch, scheinen alle betroffenen Professionen sich sehr bewusst darüber zu sein, dass im Rahmen eskalierter Trennungskonflikte häufig früher oder später auch der taktische Vorwurf Kindesmissbrauch auftaucht.

Manchmal jedoch bei Weitem nicht grundsätzlich geschieht das mit oder gefolgt von einer entsprechenden Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden.

Während andere Anzeigen zerstrittener Ex-Partner gegeneinander in der Regel im Sande verlaufen und gar nicht weiter verfolgt werden, ist eine solche Vorgehensweise beim Vorwurf Kindesmissbrauch unmöglich. Es muss geprüft werden, schon um jedes Risiko für das betroffene Kind auszuschließen.

Spätestens wenn die betroffenen Kinder im Rahmen des taktischen Manövers instrumentalisier und suggestiv oder manipulativ dazu verleitet werden, den angeblichen Missbrauch sogar selbst zu behaupten oder zu bezeugen, kommt unmittelbare und erhebliche Kindeswohlgefährdung hinzu.

Wie Sie mit dieser schier unfassbaren Situation umgehen können und was Sie in jedem Fall vermeiden sollten, erfahren Sie in

Vorwurf Kindesmissbrauch

 

 

 

Warum wendet sich ihr Kind von Ihnen ab?

Nach einer Trennung oder Scheidung kommt es häufig zu Streitigkeiten und Konflikten und oft genug geraten die Kinder zwischen die Fronten.

Beginnt dann ein Kind scheinbar, sich gegenüber einem der Elternteile ablehnend zu verhalten, wird es auffallend bockig und respektlos oder geht deutlich auf Distanz, steht schnell die Befürchtung im Raum: Ist das PAS?!

Doch nicht immer ist das inzwischen recht bekannte “Parental Alienation Syndrome” das Problem. Beeinflussung und auch Entfremdung haben vielfältige Gesichter und Ursachen.

Wir erklären Ihnen, wie Sie die Ursachen auffälligen Verhaltens identifizieren können und warum es so wichtig ist, genau zu wissen, womit man es zu tun hat unter Beeinflussung, Entfremdung, PAS – Was ist das?

 

 

By |August 28th, 2014|Parental Alienation Syndrome, Trennungskinder|7 Comments

Wenn beide Eltern das Kind beeinflussen

Wird das Kind von einer Seite beeinflusst, oft genug mit Lügen, Übertreibungen und Unwahrheiten, dann versuchen viele, dem Kind die “Wahrheit” zu erklären, zu beweisen, das Kind dazu zu bringen zu erkennen, wer hier wirklich der “gute” und wer der “böse” Elternteil ist.

Warum das oft der Anfang vom Ende ist und nicht selten bald zum totalen Kontaktabbruch führt, lesen Sie in “PAS-Kinder – die häufigsten Fehler entfremdeter Eltern Teil 4

 

 

By |August 21st, 2014|Parental Alienation Syndrome|2 Comments