Familienrecht

Alle für Eltern nach Trennung mit Kind wesentlichen rechtlichen Fragen spielen sich im Familienrecht ab, hierzu gehören Fragen des Sorgerechts, des Umgangsrechts aber auch des Aufenthaltsbestimmungsrechts. Außerdem ist das Unterhaltsrecht Teil des Familienrechtes, somit also auch Themen wie Kindesunterhalt und Betreuungsunterhalt.

Papas Neue, Mamas Neuer – was sie dürfen und was nicht

Nicht selten verläuft eine Trennung mit Kind erst einmal relativ ruhig oder befriedet sich nach erster Aufregung wieder so weit, dass ein konstruktives Miteinander möglich ist – und dann kommen die Neuen. Seine Neue, ihr Neuer – neue Partner der getrennten Eltern. Dann ist es oft genug ganz schnell wieder vorbei mit dem Frieden.

Der/die soll sich nicht einmischen, soll sich nicht aufspielen – oft genug wird sogar die Forderung laut, der/die Neue solle sich ja hüten zu versuchen, eine Beziehung zum Kind aufzubauen.

Eifersüchteleien, Ängste und leider häufig auch das eigene Ego treiben die beteiligten Erwachsenen in einem Dreieckskonflikt, der mit dem Kind selbst meist nichts oder nur sehr wenig zu tun hat. Eher geht es um Status, um Vorrechte am Kind. “Es hat nur einen Papa/eine Mama!” als Aussage und energische Bemühungen eben diesen Umstand dem Kind immer und immer wieder zu verdeutlichen zeugen von der latenten Angst, ersetzt zu werden.

Dabei tun sich die betroffenen Kinder mit mehreren Bezugspersonen oft deutlich leichter als die beteiligten Erwachsenen. Und das wiederum betrifft nicht nur die Elternteile und deren neue Partner, sondern darüber hinaus auch das Umfeld, Bekannte, Freunde und die jeweilige weitere Familie.

Jeder hat eine gewisse Idee und Vorstellung davon, wie es “zu sein hat”, wenn ein getrennt lebendes Elternteil eine neue Partnerschaft eingeht. Häufig genügen schon diese verfestigten Haltungen, um aus dem Nichts ganz neuen Streit entstehen zu lassen, wo zuvor relative Ruhe herrschte. Was genau ein neuer Partner/eine neue Partnerin nun aber tatsächlich “darf” oder auch nicht darf, haben wir mit Bezug zu einigen der häufigsten Fragen zusammengefasst. [Weiterlesen…]

By |September 4th, 2015|Patchwork, Recht & Gerechtigkeit|0 Comments

Umgangspflegschaft?

Wenn sich ein Elternpaar nicht friedlich voneinander trennt, sind Folgekonflikte die Regel. Wo in anderen Beziehungsabbrüchen oft der totale Kontaktabbruch Heilung verschafft, ist das bei gemeinsamen Kindern nicht möglich, denn die Kinder brauchen den Kontakt zu beiden Elternteilen auch nach einer Trennung für eine gesunde Entwicklung. Wie wichtig dieser Kontakt ist, macht der Gesetzgeber deutlich, indem ausdrücklich festgehalten wurde, dass der Kontakt zu beiden Eltern dem Kindeswohl in der Regel entspricht. Das führt zu einer sogenannten Negativprüfung – Umgang hat also grundsätzlich statt zu finden, weil es dem Kindeswohl dient. Davon abgewichen werden kann nur mit stichhaltigen Gründen, welche vorgebracht werden müssten. Es muss also niemand beweisen, dass der Umgang dem Kind gut tut, das Gegenteil ist der Fall.

Oft genug kommt es jedoch grade bei einer hochstrittigen Trennung mit Kind gar nicht oder nicht mehr zum Umgang, weil das betreuende Elternteil die Herausgabe verweigert oder die Elternteile schaffen es nicht, die Übergaben des Kindes ohne offenen Streit und Schuldzuweisungen vor dem Kind umzusetzen.

Dann landen solche Umgangsstreitigkeiten häufig vor Gericht und müssen von außen befriedet werden. Hierzu steht den Gerichten in Form der  Umgangspflegschaft ein vielseitiges und lebensnahes Werkzeug zur Verfügung, das den Eltern dabei helfen soll, eine kindgerechte Gestaltung von Übergaben und Umgangsregelungen zu entwickeln. Dazu kann dem Umgangspfleger/der Umgangspflegerin in letzter Konsequenz sogar das Recht übertragen werden, für die Zeit des Umganges den Aufenthalt des Kindes zu bestimmen.

Ist das der Fall, kann die Herausgabe des Kindes vom betreuenden Elternteil sogar mit Hilfe der Polizei durchgesetzt werden.

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By |Juli 14th, 2015|Allgemein, Recht & Gerechtigkeit|0 Comments

25.000,- € Rechnung für Umgangsboykott

Exotisch mutet es an und nachdenklich stimmt es: Das österreichische Landesgericht Kroneuburg hat in einem brandaktuellen Entscheid das getan, was deutsche Familiengerichte ausdrücklich vermeiden – es hat die Schuld in einer über Jahre andauernden Prozesskette rund um Umgangsboykott und Entfremdung unter den beteiligten Eltern verteilt und beziffert. Heraus kommt eine horrende Rechnung für die boykottierende Kindesmutter.

Vor einem deutschen Gericht wäre ein vergleichbarer Ausgang kaum denkbar, da das Zuweisen von Schuld innerhalb aller familienrechtlichen und diesen angeschlossenen Prozesse mit Nachdruck vermieden wird. Allerdings ist uns ein entsprechender Klageversuch durch eine/n Geschädigte/n auch nicht bekannt. Durch Deeskalation und fortgesetzte Motivation und Hilfe zur Kooperation wird versucht, stattdessen wieder eine funktionierende Elternebene aufzubauen. Nach wie vor scheitert hier jedoch die Mehrheit der Verfahren letztlich Allem voran an der vergehenden Zeit. Präjudizierung durch Zeitablauf ist ein erhebliches Problem, dem wenig entgegengesetzt werden kann, denn ist das Kind erst einmal entfremdet und ein Umgangsboykott hat über Monate oder sogar Jahre Bestand, steht z.B. ein Wechsel in den Haushalt des anderen Elternteils kaum noch zur Debatte.

Im hier nun in Österreich verhandelten Fall hatte ein Vater nach Jahren des Boykotts, diversen daraufhin notwendig gewordenen gerichtlichen Verfahren und einer für ihn selbst notwendigen Psychotherapie durch den Kontaktabbruch zum Kind die Rechnung aufgemacht und per Gericht eben diese Kosten in Erstattung von der Kindesmutter eingefordert mit der Begründung, dass ohne die fortgesetzte Blockadehaltung der Kindesmutter und die Manipulation des Kindes, so dass es letztlich selbst den Kontakt ablehnte, all diese Folgekosten nie entstanden wären.

Dass der Vater offenbar die Kosten für von der Mutter verlangte Umgangsbegleitungen zudem selbst tragen musste, fiel hierbei natürlich zusätzlich ins Gewicht.

Und tatsächlich – das Gericht summierte die entstandenen Kosten des Vaters auf und gewichtete die Schuld an der Gesamtsituation wie in Angelegenheiten, die nicht im Familienrecht liegen auch in Deutschland nicht unüblich, mit 1:3 zu Lasten der Kindesmutter.

Im Endergebnis zeigt sich so beeindruckend, welche auch finanzielle Belastung Trennungseltern grade dann tragen müssen, wenn eine Trennung und die folgenden Kindschaftssachen nicht einvernehmlich zu einer Regelung gebracht werden können. Nicht selten wird auch in deutschen Prozessen der Vorwurf laut, die Gegenpartei versuche durch immer wieder unnötige Verfahrenszüge, zusätzliche Unterhaltsforderungen dergleichen, das andere Elternteil finanziell an die Grenze der Handlungsfähigkeit zu treiben.

Hier lässt sich eindrucksvoll beobachten, zu welchem Boomerang ein solches Vorgehen theoretisch werden könnte: Die an den Vater zu erstattende Summe beläuft sich auf 10.983,75 €, außerdem trägt die Mutter auch die Kosten desjenigen Verfahrens zur Gänze alleine, was zusätzlich mit 13.688,61 € zu Buche schlägt.

Eine Gesamtrechnung also von 24.672, 36 €.

By |Juli 10th, 2015|Allgemein|0 Comments

OLG Bremen – Konflikte der Eltern = keine gemeinsame Sorge?

Was sich das OLG Bremen nun im Verfahren 4 UF 33/15 geleistet hat, grenzt an bewusste Blockade einer positiven Entwicklung der Familienrechtslandschaft.

Nicht von ungefähr war Kern der Gesetzesnovellierung vor zwei Jahren, nicht ehelichen Vätern das Erlangen einer gemeinsamen Sorge für leibliche Kinder zu erleichtern. Nicht zufällig war insbesondere das bis dahin geltende Veto-Recht der Kindesmutter weggefallen – der EuGH hatte Deutschland keine andere Wahl gelassen, als die Gesetze diesbezüglich zu überarbeiten, denn dass unter dem Fähnchen der Gleichberechtigung Mütter entscheiden durften, ob Väter das Sorgerecht für gemeinsame Kinder erhalten, das stellte laut EuGH eine klare Diskriminierung dar und das darf nicht sein.

Die Lösung des Gesetzgebers war o.g. vereinfachtes Verfahren zur Erlangung der gemeinsamen Sorge, die sogar rein schriftlich durch ein Gericht erteilt werden kann. Eine Anhörung der Parteien ist also nicht einmal mehr zwingend notwendig – und das ergibt durchaus Sinn, wenn man bedenkt, dass auch niemand die Kindesmutter genauer unter die Lupe nimmt, bevor sie mit vollem Sorgerecht für das Kind das Kranken- oder Geburtshaus verlässt. Entsprechend eigenartig mutet das schon unmittelbar nach Gesetzesänderung aufgekommene Argument an, man könne ja nicht einfach so irgendwem Sorgerecht erteilen, ohne denjenigen zumindest einmal persönlich gesehen zu haben. Doch, kann man. Kann der Gesetzgeber per se bei sämtlichen Müttern in Deutschland ja auch.

 

Die Sache mit der Kommunikation

Durch familienrechtliche Beschlüsse der vergangenen zehn Jahre zieht sich das Triggerwort “Kommunikation” wie ein roter Faden. Eines der beliebtesten Argumente, um eine gemeinsame Elterliche Sorge wahlweise abzulehnen oder sogar aufzuheben waren Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Eltern. Dabei entstand durch die Grundausrichtung der Familiengerichte auf das Kindeswohl – wonach in erster Linie gleichgültig ist, warum ein Problem für das Kind entsteht und die Frage, wie es auf kürzestem Wege zu lösen ist, davon unabhängig beantwortet werden sollte – ein maligner Motivator insbesondere für betreuende Elternteile, die eine gemeinsame Sorge mit dem anderen Elternteil ablehnten – in erdrückender Mehrheit von über 90% Mütter, die ihrerseits mit Geburt des Kindes automatisch sorgeberechtigt sind.

Denn wer die Schuld daran trug, dass keine vernünftige Kommunikation in Angelegenheiten des Kindes möglich war, untersuchten die Gerichte im Grunde gar nicht. Das eröffnete einem betreuenden Elternteil, welches nicht bereit war, die gemeinsame elterliche Sorge mit dem Umgangselternteil auszuüben die Möglichkeit, sich seiner quasi zu “entledigen”, indem selbst einfach die Kommunikation verweigert wurde.

Es ist unmöglich nachzuvollziehen, wie häufig eine gemeinsame Sorge aufgehoben oder nicht beschlossen worden ist, weil ein Elternteil mutwillig und vollkommen bewusst die konstruktive Zusammenarbeit mit dem anderen Elternteil verweigert hat. In entsprechenden Beschlüssen ist grundsätzlich die Rede von zur Kommunikation unfähigen “Eltern”. Sippenhaft im Grunde, wenn man so möchte.

Erst im Zuge der Debatte um paritätische Betreuungsmodelle und die Gesetzesnovellierung wurde auch dieses Problem mehr und mehr erkannt, so dass heute die überwiegende Mehrheit der zuständigen Gerichte bewusst ergründet, woher ein Kommunikationsproblem tatsächlich rührt, wer sich inwiefern verweigert und sich diesbezüglich nicht mehr instrumentalisieren lässt. Das geht so weit, dass mittlerweile davon ausgegangen wird, dass eine chronische Verweigerungs- und Blockadehaltung ein Ausweis für eine eingeschränkte Erziehungsfähigkeit des Elternteils sein kann. Die Frage, wie es in diesen Fällen um die Bindungstoleranz bestellt ist taucht rasch auf.

 

Ein Rückschritt

Insofern ist das Aufheben der – völlig nachvollziehbaren – Entscheidung des zuständigen Amtsgerichtes durch das OLG in diesem Fall ein klarer Rückschritt, insbesondere im Bezug auf die Begründung, ein vereinfachtes Verfahren käme nicht in Frage, da es offensichtlich Konflikte gebe. Allerdings – gäbe es die nicht, wäre der Fall nicht vor Gericht. Dann säßen die Eltern beim örtlichen Jugendamt und würden eine gemeinsame Sorgeerklärung unterzeichnen. Denn dass die Kindesmutter die gemeinsame Sorge nicht wünscht, begründet ja schon den Hauptkonflikt, der zu einer gerichtlichen Entscheidung überhaupt erst führen muss.

Man kann sich an dieser Stelle nur wünschen, dass das zuständige Amtsgericht das nun anstehende Hauptsachverfahren dazu nutzen wird, eine deutliche Signalentscheidung für die gemeinsame Sorge und wider Launen und Sympathien der beteiligten Eltern zu fällen.

Denn es kann und muss von Eltern verlangt werden, dass zwischenmenschliche Konflikte so weit zurückgehalten werden, dass die Angelegenheiten des Kindes in dessen Sinne und gemeinsam besorgt werden können. Wer das nicht kann oder will und eigene Befindlichkeiten über für das Kind wichtige Belange stellt, muss sich kritische Nachfragen zur tatsächlichen Erziehungsfähigkeit gefallen lassen.

Einfach einen der Konfliktfaktoren aus der Gleichung zu streichen – gewöhnlich denjenigen, dessen Streichung für das Kind oberflächlich betrachtet die geringere Erschütterung bedeutet – ist weder der Qualität und Kompetenz unserer Gerichte noch dem Gewicht solcher Entscheidungen für die betroffenen Kinder angemessen.

 

By |Mai 15th, 2015|Recht & Gerechtigkeit|4 Comments

Was ist Bindungstoleranz?

Wenn eine Trennung mit Kind eskaliert, sogar bis vor ein Familiengericht kommt um Umgang oder Sorgerecht (neu) zu regeln, dann fällt oft der Begriff “Bindungstoleranz”. Er ist wesentlicher Bestandteil praktisch jedes familienpsychologischen Gutachtens und kann sogar entscheidend für die Frage sein, wo das Kind zukünftig leben und wie das Sorgerecht geregelt werden soll.

Häufig wird Bindungstoleranz sehr unreflektiert in direkten Zusammenhang mit Entfremdung und Beeinflussung gebracht, allerdings handelt es sich um zwei zwar aufeinander aufbauende aber jeweils komplexe Problemstellungen. Eine Entfremdung, Beeinflussung oder auch ein Umgangsboykott ist letztlich die Blüte, die ein eklatanter Mangel an Bindungstoleranz treibt. Die Frage nach Letzterer ist viel mehr die Frage nach dem “Warum?”. Wieso tut jemand so etwas? Was treibt eine entfremdende Person dazu, dem Kind scheinbar sehenden Auges zu schaden und weshalb ist die Bindungstoleranz derart wichtig, dass bei einem erheblichen Mangel sogar ein Entzug des Sorgerechts in Erwägung gezogen werden kann, wenn Umgangspflegschaften und Mediationen keine Ergebnisse erzielen?

So hat bereits in 2009 das OLG Brandenburg einer Mutter das Sorgerecht für ihr Kind gänzlich entzogen und auf den Vater übertragen, nachdem fortgesetzt der Umgang verweigert wurde – aufgrund eines erheblichen Mangels an Bindungstoleranz.

Wenn Umgang verweigert oder boykottiert wird, lässt sich im Grunde immer von einem Problem der Bindungstoleranz sprechen, so auch bei Beeinflussung, Manipulation und Entfremdung des Kindes von einer Bezugsperson. Elternexklusiv ist das Problem jedoch nicht. Auch Großeltern und Stiefeltern können von mangelnder Bindungstoleranz betroffen sein.

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Zeugen vor dem Familiengericht?

Regelmäßig ärgern sich betroffene Elternteile erheblich darüber, dass in ihren Augen wichtige Zeugen von den Familiengerichten nicht geladen werden. Dazu gehören nicht nur Fachpersonen wie zum Beispiel die Betreuer des Kindes in der Krippe oder Lehrkräfte, Therapeuten oder Kinderärzte, sondern häufig auch Verwandte, die Großeltern, Freunde oder ein neuer Partner/eine neue Partnerin.

Schnell wird der Vorwurf laut, die Gerichte holten gar nicht alle relevanten Informationen ein.

Tatsächlich gibt es jedoch die Möglichkeit für Betroffene, solche Aussagen Dritter dem/der zuständigen Familienrichter/in vorzulegen – in Schriftform. Durch eine sogenannte Versicherung an Eides statt kann ein Dritter eine verbindliche Stellungnahme gegenüber einem Gericht auch in der Rolle eines Zeugen durchaus machen.

Wichtiger für Betroffene dürfte allerdings sein, sicher zu unterscheiden, welche Zeugen ein Familiengericht inhaltlich überhaupt würde hören wollen, welche Aussagen der eigenen Sache tatsächlich nützen und welche sogar eher schaden können. Denn ohne kritische Reflektion kann eine eidesstattliche Versicherung, die dazu gedacht war zu belegen, dass der andere Elternteil erziehungsungeeignet ist schnell zum Boomerang werden und stattdessen die eigene Bindungstoleranz in Frage stellen.

Welche Zeugen überhaupt nützlich sein können, welche Aussagen ein Familiengericht interessieren und wann sie sogar kriegsentscheidend sein können, erklären wir im in diesem Artikel.

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By |April 28th, 2015|Recht & Gerechtigkeit|0 Comments

Die/der Ex, ihr/seine Neue/r und mein Kind

Wenn sich Eltern trennen verkompliziert sich die Situation häufig erheblich, sobald neue Partner in das Leben der Erwachsenen treten. Die latente Frage, was der/die Neue darf oder nicht darf, welche Grenzen zu wahren sind und ob und wann einem Elternteil ein Vetorecht zusteht, beschäftigt viele Betroffene.

Die wohl häufigste Frage überhaupt vorab beantwortet:

Darf mein/e Ex den neuen Partner/die neue Partnerin meinem Kind ohne meine Erlaubnis vorstellen?

Die Antwort lautet: Ja.

Es existiert keine belastbare Grundlage für ein Vetorecht des anderen Elternteiles, wenn es darum geht, dass das Kind den neuen Partner/die neue Partnerin kennenlernen soll.

Mit einigen weiteren der wohl häufigsten Fragen rund um Befugnisse, Rechte und Unrechte neuer Partner haben wir uns beschäftigt und uns darum bemüht aufzuzeigen, wo die Alleinentscheidungsbefugnis eines Elternteiles aufhört und zum Beispiel eine gemeinsame Sorge beider Eltern greift – und somit auch ein Vetorecht des anderen Elternteils bestehen kann.

Darf der/die Neue mit zum Elternabend? Darf er/sie mein Kind baden?

Das und mehr erfahren Sie im neuen Artikel: Weiterlesen…

By |April 23rd, 2015|Allgemein, Recht & Gerechtigkeit, Trennungskinder|1 Comment

Trennungmitkind.com nominiert für Liebster-Award!

Nun hat doch tatsächlich Thomas Friedrichs vom Rosenkrieg-Blog Trennungmitkind.com für den Liebster Award nominiert. Was ist das für ein Award? Nun, ein ganz charmanter, denn er ist eine Initiative von Bloggern für Blogger und bedeutet: “Ich finde Deinen Blog klasse und möchte mehr über Dich als Autor erfahren!”

Einen ganz herzlichen Dank für das Lob zu allererst einmal an Dich, lieber Thomas.

Thomas und ich haben uns beim Netzwerken kennengelernt und verweisen bei entsprechenden Schnittstellen gerne auf den Blog des jeweils anderen. Das ergänzt sich ganz fantastisch, weil Thomas im Rosenkrieg-Blog sehr reflektiert und hautnah schildert, wie er als Betroffener Situationen erlebt, die hier auf Trennungmitkind.com aus einer sehr nüchternen, oft juristischen oder fachspezifischen Sicht beleuchtet werden.

Zum Liebster Award gehört es dann, dem Autoren – also mir – 11 Fragen zu stellen, die tiefere Einblicke in dessen Persönlichkeit, Werdegang, Ziele und Motivation schaffen sollen und der Autor – also ich – nominiert im Abschluss selbst 3 bis 6 andere Autoren von interessanten und hilfreichen Blogs.

 

Hier nun Thomas´Fragen und meine Antworten:

1. Was hat dich dazu bewegt, Blogger zu werden?

Eigentlich ein Schock, wenn man so möchte. Ich war schon lange und sehr erfolgreich in meinem Beruf als Headhunterin tätig und selbständig, als sich ein Geschäftspartner das Leben nahm, weil er seine Kinder nach der Scheidung nicht mehr sehen durfte. Das war für mich erschütternd und es ließ mich nicht mehr los. Gleichzeitig steckte ein enger Freund in einer sehr ähnlichen Situation, durfte seine kleine Tochter nicht sehen und ich wollte helfen. Also habe ich mich in die Materie eingearbeitet und über Jahre und Prozesse in mehreren Instanzen hinweg unfassbar viel Wissen über die Vorgänge nach Trennungen und Scheidungen mit Kindern gesammelt.

Ob ich bewusst “Blogger geworden” bin, weiß ich gar nicht so genau. Es war mir wichtig, das geballte Wissen, das ich angesammelt hatte, an andere Betroffene weiter zu geben und damit so vielen wie möglich zu ersparen, dieselben Erfahrungen und Fehler erneut machen zu müssen, die ich schon hinter mir hatte. Da kam mir kein besseres Medium in den Sinn, als das Internet. Und wenn Du etwas zu sagen hast, das andere hören/lesen können sollen, lag für mich ein Blog nahe. Der ließ sich schnell einrichten, ich – als digital minderbegabte Persönlichkeit – konnte die Software bedienen, kam damit zurecht und konnte erst einmal diesen Stau an Output in die Welt hinaus lassen.

Wohin es sich entwickeln würde, war für mich so nicht abzuschätzen und ich hätte es mir auch kaum vorstellen können. Welche Macht das Medium Internet tatsächlich entwickelt, war für mich neu, obwohl ich in meiner Generation natürlich mit dem Netz aufgewachsen bin. Aber so aus der Nähe hatte ich es nie erlebt. Heute lesen täglich mehrere hundert Menschen meine Artikel, also tausende pro Monat. Das ist für mich  noch immer absolut unbegreiflich.

2. Was machst du, Morgens nachdem aufstehen, zu aller erst?

Also wenn ich eines keinesfalls bin, dann ein Morgenmensch. Die erste Stunde nach dem Aufstehen dient mir rein zum hochfahren des inneren Betriebssystemes mit Hilfe von Tee, Nikotin und einer nicht zu anspruchsvollen Tätigkeit – Emails lesen zum Beispiel. Merke: Lesen. Auf gar keinen Fall beantworten, denn dazu bin ich in diesem frühen Stadium keinesfalls imstande. Die Sprache hat mich dann noch nicht wieder und insgesamt ist nicht viel mit mir anzufangen, bis der Morgennebel sich aus meinem Kopf verzogen hat. Ich sitze dann zombiesk vor meinem PC und warte, bis sich das Gefühl einstellt, sinnvoll am allgemeinen Leben teilhaben zu können 😉

3. Welche Ausbildung/en hast du in deinem Leben genossen?

Streng genommen mehrere, wenn man sich auf klassische Ausbildungen beziehen möchte, aber für den Blog ist das weniger relevant. Von Haus aus habe ich einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund, habe lange Jahre im In- und Ausland in der Key-Account-Betreuung und im Headhunting gearbeitet und habe vermutlich so viele Kommunikations- und Vertriebsschulungen hinter mir wie sonst nur Frontmänner der großen Banken ;). Schon das hatte mit dem ursprünglichen kaufmännischen Ansatz nicht mehr viel zu tun, sondern vielmehr mit der Arbeit mit und am Menschen. Es bot sich mir die Möglichkeit, mich in die objektive Hermeneutik einführen zu lassen. So kam ich auf meinen ganz persönlichen Spleen für Kommunikations- und Interaktionspsychologie. Das ist ein tiefes Interesse, das mich schon lange vor dem Trennungmitkind.com-Blog und dem Themenradius, den ich darin behandle, getrieben hat. Wieviele Bücher ich gelesen habe, Studien, Versuchsberichte etc. weiß ich heute nicht mehr und könnte es nicht beziffern. Es wurde mein Thema und ich habe begonnen, mich in meinem damaligen Beruf auf eine Art Profiling zu spezialisieren, das mich von der Konkurrenz abgehoben hat, so dass ich letztlich als junge Frau erfolgreich selbständig als Headhunterin arbeiten konnte in einem Fachsegment – technische Führungskräfte – das eigentlich von älteren Herren beherrscht wird. Gleichzeitig habe ich von Kindesbeinen an durch meinen heute leider verstorbenen Vater ein sehr solides Grundverständnis für die Funktionsweisen des deutschen Rechtssystems gewinnen dürfen, das ich in den Jahren darauf ebenfalls aus Eigeninteresse immer weiter ausgebaut habe. Sehr sehr wichtig war in diesem Kontext aus heutiger Sicht für mich die Zeit, in der ich als einzige Nicht-Juristin im größten deutschsprachigen Rechtsforum mitmoderieren und sehr viel von Anwälten und Anwältinnen unterschiedlichster Schwerpunkte lernen durfte.

Insofern muss und kann man sagen, was ich hier heute mit Trennungmitkind.com tue, habe ich nie konkre gelernt, es fügt sich eher aus diversen Bereichen schlüssig zusammen. Allerdings möchte ich jetzt zeitnah noch konsequenter Hilfestellungen leisten können. Deshalb bin ich im Begriff, mich hier um spezifische, insbesondere fachpädagogische und auch juristische Weiterbildungen zu kümmern. Ich möchte gerne als Verfahrens- und Umgansgpflegerin auch im gerichtlichen Auftrag tätig werden können und so Menschen helfen, die nicht selbst den Weg zum Blog finden.
4. Du hast drei Wünsche frei, was wünschst du dir?

Eine Instant-Revolutionierung des deutschen Familienrechtes, die viele Problemstellungen, mit denen ich mich heute gemeinsam mit Betroffenen auseinandersetze gar nicht erst aufkommen lässt, dass die Menschen den Drang verlieren, sich gegenseitig zu verletzen und zu schaden und einen Lebensvorrat von diesem fantastischen Eisteepulver, das es nur in der Schweiz zu kaufen gibt.

5. Was ist an deinem Blog so besonders und warum sollten die leute ihn verfolgen?

Es gibt keinen Vergleichbaren. Das höre und lese ich immer und immer wieder sowohl von Betroffenen als auch von Fachkräften, die für Gerichte in Familiensachen tätig sind. Neben all den teils sehr persönlich oder ideologisch eingefärbten Angeboten im Thema fehlte einfach eine nüchterne, sachliche Herangehensweise und auch der ultimative Fokus auf Soforthilfe für Betroffene war nicht da. Viele Verbände und Vereinigungen machen Politik – das ist das große Bild. Gleichzeitig im großen Bild und im Einzelfall wirklich konkret und sinnvoll helfen, halte ich für sehr schwierig. Dazu sind die Interessen dann einfach zu gegensätzlich.

Trennungmitkind.com macht keine Politik, sondern hat sich stur in den Kopf gesetzt, Hilfe zu leisten. Sei das durch Wissensvermittlung, Informationsbereitstellung, durch nützliche Links zu Angeboten anderer Anbieter oder durch ganz konkrete Einzelfallberatung durch mich persönlich. Das Wissen auf dieser Seite kann erheblichen Schaden vermeiden, wenn man es sich rechtzeitig aneignet und das Feld ist weit, es gibt so viel zu erklären, zu ergründen und weiter zu geben.
6. Wer bin ich und wenn ja, wieviel? Diese Frage hat “Richard David Precht” in seinem Buch behandelt und uns an die großen Fragen der Philosophie heran geführt. Was bedeutet diese Frage für dich persönlich?

Sie bedeutet für mich die Wandelbarkeit und den Facettenreichtum der menschlichen Persönlichkeit. Niemand ist “nur” Mann oder Frau, “nur” Vater oder Mutter, “nur” Blogautor oder Postbote, Polizistin oder Bankangestellter. Aber wir versteifen uns häufig auf eine dieser vielen Seiten an uns, wenn die Emotionen überkochen und verlieren unser großes Ganzes aus dem Blick und damit auch die Relation der Dinge, die uns ärgern, verletzen oder umtreiben.

Ein Schritt zurück, damit man wieder Wald statt Baum sieht, hilft oft.
7. Beschreibe deinen Blog in 3 Stichwörtern.

Informativ, nützlich, notwendig
8. Angenommen es gäbe wirklich einen Gott und du darfst diesem eine Frage stellen, welche wäre das?

Würdest Du es nochmal tun?
9. Wie gehst du mit Kritik zu deinem Blog um?

Inzwischen sehr professionell, hoffe ich. Am Anfang war das nicht so einfach. Zwar haben mich Freunde, auch Internet-affinere Freunde als ich selbst, davor gewarnt, dass mit steigender Bekanntheit bald auch kritische Stimmen laut werden würden, als dann aber tatsächlich teilweise sehr wilde Vorwürfe auftauchten, hat mich das sehr irritiert und auch geärgert. Das Themenfeld in dem ich mich bewege ist emotional sehr aufgeladen und auch hochpolitisch. Dass nicht alle meiner Meinung sind ist normal und damit kann ich gut umgehen. Aber es kommen in regelmäßigen Abständen und je nach aktuellem Artikelthema auch Vorwürfe auf, der Blog sei wahlweise “väterfreundlich” oder “mütterfreundlich” oder “systemfreundlich” und dergleichen. Das ärgert mich. Mit konkreter, greifbarer Kritik kann und will ich konstruktiv umgehen. Aus meinem direkten Netzwerk lesen jederzeit mehrere Fachkräfte unterschiedlicher Bereiche mit und würden mich auf grobe zum Beispiel inhaltliche Fehler sofort ansprechen. Das ist mir sehr wichtig, auch für meine Leser, um die Qualität meiner Artikel zu sichern.

Geärgert, also wirklich richtig geärgert, haben mich Versuche von anderen Anbietern von Betroffenenberatung, in Artikelkommentaren haltlos meine Artikel zu zerreißen, um dann im Fließtext Werbung für die eigene Seite oder ein eigenes Produkt zu platzieren. Das fand ich frech und hochgradig unprofessionell.
10. Alles Ansichtssache, oder?

Absolut. Jeder Mensch generiert seine eigene Realität aus seinem Fundus an Erfahrungen, Wissen, Gefühlen und Wünschen/Zielen. Wir alle leben in einer eigenen kleinen Welt, sind uns dessen aber viel zu selten bewusst. Dabei kann das Ausbrechen aus der eigenen kleinen Blase und ein Blick in die Blase eines anderen viele Missverständnisse ausräumen und es sehr viel leichter machen, gut miteinander aus zu kommen.
11. Was ist dein nächstes Projekt?

Wie erwähnt will ich den konsequenten nächsten Schritt gehen und die Fachweiterbildung zur Verfahrens- und Umgangspflegerin absolvieren. Das, was ich hier tue, ist in meinen Augen einfach zu wichtig, um es halbherzig zu machen. Für den Blog selbst schweben mir diverse Ideen im Kopf herum wie mehr Interaktivität, Austauschmöglichkeiten für Betroffene, vielleicht ein angebundenes Forum oder ein Chat, in dem man sich schneller und einfacher austauschen kann, ohne für eine politische Strömung rekrutiert zu werden. Das sind kleine Verbesserungen für die Leser, die nach und nach kommen werden und irgendwann wohl auch den Umbruch mit sich bringen vom Blog zur Website. Darauf bin ich sehr gespannt und freue mich.

 

 

Noch einmal ganz herzlichen Dank an Thomas Friedrich vom Rosenkrieg-Blog für diese Nominierung. Deine Fragen waren taff aber auch sehr spannend und es hat Spaß gemacht, sich damit auseinander zu setzen.

Ich nominiere für den Liebster Award:

Susanne Petermann vom Stiefmutterblog

Den Herrn Doktor von kinderdoc.wordpress.com

Hans-Georg Nelles von vaeter-und-karriere.de

Eine weitere Wahl wäre eindeutig Lutz Bierend von fatherleft gewesen, aber da Lutz sich schon mit Melanies Fragen befassen darf und auch schon mehrfach nominiert war, belasse ich es hier bei einer Erwähnung ehrenhalber 😉

 

11 Fragen an die Nominierten:

  1. Wenn Dir vor 10 Jahren jemand gesagt hätte “In 10 Jahren bist du Blogger”, was hättest du geantwortet?
  2. Was hat dich an deinen oder bezüglich deiner Leser am meisten überrascht?
  3. Was war der glücklichste Zufall deines bisherigen Lebens?
  4. Wenn du heute deinen Blog noch einmal ganz neu starten würdest – was würdest du anders machen?
  5. Hast du einen “Traum”?
  6. Angenommen morgen würde das Internet abgeschaltet – was würdest du tun?
  7. Was hat dich im Internet bisher am meisten geärgert?
  8. Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn…?
  9. Welche Jahreszeit liegt dir am meisten und warum?
  10. Gab es ein alternatives Thema, über das du gerne bloggen würdest oder gebloggt hättest?
  11. Dein Blog in 5 Jahren…?

 

 

Und so gibst du den „Liebster Award“ weiter:

  • Verlinke die Person, die dich nominiert hat auf deinem Blog
  • Beantworte meine 11 Fragen
  • Wähle Blogs aus, die du nominieren möchtest
  • Teile den jeweiligen Bloggern mit, dass du sie nominiert hast
  • Formuliere 11 Fragen, die du den Nominierten stellst
By |April 21st, 2015|Allgemein|0 Comments

Begleitperson oder Tonbandaufnahme beim Gutachten?

Das OLG Hamm hat kürzlich mit erfreulicher Vernunft festgehalten, dass zwar kein explizites Recht bestünde, sich bei Explorationsgesprächen mit psychologischen oder medizinischen Sachverständigen in familienrechtlichen Verfahren durch Tonbandaufnahmen oder eine Begleitperson/einen Zeugen abzusichern, ein dem entgegenstehendes Recht des Gutachters/der Gutachterin zumindest bezüglich der Anwesenheit einer dritten, sich nicht beteiligenden Person, besteht allerdings auch nicht.

OLG Hamm · Beschluss vom 3. Februar 2015 · Az. 14 UF 135/14

Demnach spricht zunächst einmal nichts dagegen, dass ein zu begutachtender Vater oder eine zu begutachtende Mutter sich mentale Unterstützung in Form einer dritten Person mitbringt, sofern diese sich vollkommen aus dem Gesprächsverlauf heraushält und somit die Exploration nicht stört.

Anders verhält es sich bei dem Wunsch, ein Tonband mitlaufen zu lassen – hier hat der Gutachter/die Gutachterin natürlich dasselbe Recht wie jeder andere Mensch, sich Aufnahmen der eigenen Person zu verbitten. Allerdings regt das OLG Hamm in o.g. Beschluss an, abzuwägen, welche Vorgehensweise die Exploration stärker beeinträchtigt. Jedenfalls sind Tonaufzeichnungen ohne ausdrückliches Einverständnis des familienpsychologischen Gutachters/der Gutachterin nicht erlaubt.

Geklagt hatte ein Vater, der zuvor mit einem Ablehnungsgesuch bezüglich der bestellten familienpsychologischen Gutachterin nicht erfolgreich gewesen war. Nach Aussage des betroffenen Vaters hatte er durch eine unsachliche Aussage der Gutachterin in einem früheren Explorationsgespräch das Vertrauen in deren Unbefangenheit verloren, sein Antrag scheiterte dann jedoch daran, dass er besagte Aussage nicht belegen konnte. Aufgrund dessen weigerte er sich im weiteren Verlauf ohne eine Form des Beleges weiterhin an Explorationsgesprächen Teil zu nehmen.

Die betroffene Gutachterin lehnte jedoch die Anwesenheit einer dritten Person als Zeuge ebenso wie eine Tonbandaufnahme folgender Gespräche ab.

Fazit: Steht eine familienpsychologische Begutachtung und entsprechende Explorationsgespräche an, darf ein Betroffener/eine Betroffene eine dritte Person zur Unterstützung mitbringen, die sich in Hörweite aufhalten darf, sofern diese ausdrücklich in keiner Form an der Exploration mitwirkt, also den Mund und sich heraus hält. Wen ein Betroffener/eine Betroffene hierzu einläd ist nicht eingeschränkt – es kann also der eigene Anwalt ebenso sein wie ein Großelternteil, ein Freund/eine Freundin oder ein/e Vertreter/in eines Interessenverbandes.

By |April 14th, 2015|Allgemein|1 Comment

Alleiniges Sorgerecht

Kommt es zu einer Trennung mit Kind wird “plötzlich” relevant, wer welche Rechte inne hat und wer nicht. Insbesondere das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder gewinnt erheblich an Gewicht. Dabei herrscht regelmäßig Verwirrung darüber, welche Entscheidungen überhaupt in das Sorgerecht fallen, was bei gemeinsamem Sorgerecht auch nur gemeinsam entschieden werden kann und welche Gründe ein alleiniges Sorgerecht rechtfertigen können, wenn bis zur Trennung das gemeinsame Sorgerecht bestanden hat.

Zudem haben die kürzliche Gesetzesänderung zur Erleichterung der Erlangung der gemeinsamen Sorge für nicht verheiratete Väter und eine sich deutlich verändernde Mentalität der zuständigen Familiengerichte seit der entsprechenden Rüge durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu Verunsicherung geführt.

Wann und unter welchen Umständen ein alleiniges Sorgerecht durchgesetzt werden kann – sei das entgegen der bis dahin bestehenden gemeinsamen Sorge oder in der Form, dass ein entsprechender Antrag, das gemeinsame Sorgerecht herzustellen, abgelehnt wird – und welche Gründe die Sorgerechtsregelung ausdrücklich nicht tangieren, zeigen wir im folgenden Artikel auf.

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By |März 28th, 2015|Allgemein, Recht & Gerechtigkeit|0 Comments