Entfremdung

Loyalitätskonflikt – wie schütze ich mein Kind?

Der Begriff “Loyalitätskonflikt” fällt nach einer Trennung mit Kind sehr schnell, sei das in einem Beratungsgespräch bei Jugendamt oder Caritas, im Bekanntenkreis oder auch vor einem Familiengericht. Immer wieder hören wir dringliche Warnungen davor und vor den Schäden, die ein Kind nehmen kann, den Belastungen, denen es ausgesetzt wird, wenn es sich in einem solchen Loyalitätskonflikt befindet.

Tatsächlich wissen jedoch die wenigsten Betroffenen tatsächlich, was dieser sogenannte Loyalitätskonflikt wirklich ist, wie er entsteht und welche Möglichkeiten ihnen als Trennungseltern zur Verfügung stehen, um das Kind davor zu beschützen.

Reicht es aus, niemals negativ über den anderen Elternteil zu sprechen? Soll man dem Kind die Wahrheit vorenthalten, wenn es zu Streit um die Umgangsgestaltung kommt? Den anderen Elternteil womöglich sogar “decken”, wenn derjenige eine dem Kind unliebe Entscheidung trifft?

Wo beginn der Loyalitätskonflikt und wo hört er auf? Was geschieht, wenn man nicht rechtzeitig einschreitet?

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By |Juli 7th, 2015|Allgemein, Trennungskinder|0 Comments

Umgangsausschluss?

Frisch nach der Trennung im Streit um Zeiten, Erziehungsmethoden oder auch Dinge, die mit den Kindern gar nichts zu tun haben, ist die Drohung schnell einmal ausgesprochen: “Dann lasse ich den Umgang vom Gericht ausschließen!”

So einfach ist das allerdings nicht. Im Gegenteil.

Der Super-GAU für jeden Umgangsberechtigten, der völlige Ausschluss von Kontakten über einen längeren Zeitraum – kommt selten vor und muss solide begründet werden können. Andernfalls heben Gerichte höherer Instanzen solche Beschlüsse durchaus auch auf und verweisen zurück.

Der Gesetzgeber hat eindeutig Stellung bezogen: Umgang mit beiden Eltern entspricht in der Regel dem Kindeswohl. Wörtlich ist dem §1684 BGB zu entnehmen, dass Umgang nur dann auf Dauer eingeschränkt oder ausgeschlossen werden kann, wenn andernfalls das Kindeswohl gefährdet wäre. Das ist eine vergleichsweise hohe Hürde für Gerichte, die einen Umgangsausschluss tatsächlich in Erwägung ziehen.

Kommt es dazu, befindet man sich meist am Ende einer destruktiven Spirale aus diversen Prozessen um Sorge- und Umgangsrecht, die sich bereits über Jahre hinzieht. Spätestens dann, wenn ein Umgangsausschluss tatsächlich zur Diskussion gestellt wird, ist auch die Beauftragung eines familienpsychologischen Gutachtens nahezu obligatorisch. Nach dem Grundsatz des anzuwendenden mildesten Mittels sind in der Regel schon diverse Lösungsansätze gescheitert oder ergebnislos im Sande verlaufen.

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By |Juni 5th, 2015|Allgemein, Recht & Gerechtigkeit|0 Comments

Was ist Bindungstoleranz?

Wenn eine Trennung mit Kind eskaliert, sogar bis vor ein Familiengericht kommt um Umgang oder Sorgerecht (neu) zu regeln, dann fällt oft der Begriff “Bindungstoleranz”. Er ist wesentlicher Bestandteil praktisch jedes familienpsychologischen Gutachtens und kann sogar entscheidend für die Frage sein, wo das Kind zukünftig leben und wie das Sorgerecht geregelt werden soll.

Häufig wird Bindungstoleranz sehr unreflektiert in direkten Zusammenhang mit Entfremdung und Beeinflussung gebracht, allerdings handelt es sich um zwei zwar aufeinander aufbauende aber jeweils komplexe Problemstellungen. Eine Entfremdung, Beeinflussung oder auch ein Umgangsboykott ist letztlich die Blüte, die ein eklatanter Mangel an Bindungstoleranz treibt. Die Frage nach Letzterer ist viel mehr die Frage nach dem “Warum?”. Wieso tut jemand so etwas? Was treibt eine entfremdende Person dazu, dem Kind scheinbar sehenden Auges zu schaden und weshalb ist die Bindungstoleranz derart wichtig, dass bei einem erheblichen Mangel sogar ein Entzug des Sorgerechts in Erwägung gezogen werden kann, wenn Umgangspflegschaften und Mediationen keine Ergebnisse erzielen?

So hat bereits in 2009 das OLG Brandenburg einer Mutter das Sorgerecht für ihr Kind gänzlich entzogen und auf den Vater übertragen, nachdem fortgesetzt der Umgang verweigert wurde – aufgrund eines erheblichen Mangels an Bindungstoleranz.

Wenn Umgang verweigert oder boykottiert wird, lässt sich im Grunde immer von einem Problem der Bindungstoleranz sprechen, so auch bei Beeinflussung, Manipulation und Entfremdung des Kindes von einer Bezugsperson. Elternexklusiv ist das Problem jedoch nicht. Auch Großeltern und Stiefeltern können von mangelnder Bindungstoleranz betroffen sein.

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Entfremdung – wie es sich verfestigt

Ich sehe was, was Du nicht siehst

“Der Papa/die Mama macht etwas ganz Schlimmes mit Dir, ich verrate Dir aber nicht, was!”

Oft genug beginnt die eigentliche Beeinflussung dann schleichend und nicht selten genau da, wo Elternteile krampfhaft versuchen, dem Kind nichts offen zu vermitteln. Der missbilligende Blick zu der neuen Jacke, die Mama gekauft hat oder das leise Seufzen, wenn das Kind von einer Unternehmung mit Papa berichtet, Gespräche mit anderen Erwachsenen darüber, wie verantwortungslos und wenig kindgerecht der abwesende Elternteil mit dem Kind umginge, die das Kind vielleicht nicht versteht, wohl aber wahrnimmt.

Allein die Stimmung unmittelbar vor oder nach Kontakt zum anderen Elternteil und/oder sobald die Rede auf den abwesenden Elternteil kommt, vermittelt dem Kind ein sonderbares Sammelsurium negativer Emotionen, die es nicht einzuordnen weiß. Immer vor dem Umgang hat Mama/Papa schlechte Laune und immer nach dem Umgang ist er/sie sehr aufgeregt, kritisch, hinterfragt vieles am Kind und durch das Kind. Oder umgekehrt – immer wenn der Umgang beginnt fragt Mama/Papa ganz viel nach, was in der Woche sonst so war und hat dann schlechte Laune oder schnallzt mit der Zunge oder seufzt.[weiterlesen…]

By |März 8th, 2015|Parental Alienation Syndrome|0 Comments

Entfremdung – wie es beginnt

Bereits in “Wird mein Kind beeinflusst?” und auch im Beitrag “Beeinflussung, Entfremdung, PAS – was ist das?” haben wir versucht zu beschreiben, woran zu erkennen ist, dass ein Kind durch Beeinflussungsversuche belastet ist, wie sich Entfremdung und das Parental Alienation Syndrome unterscheiden lassen und in “Beeinflussung nach Trennung mit Kind” haben wir erläutert, dass schwere Entfremdung und PAS teilweise regelrecht unbewusst hervorgerufen wird und es gar nicht den aktiven Willen braucht, das Kind zu entfremden, um dennoch ein PAS auszulösen.

Noch nicht beschrieben haben wir die Anatomie einer Entfremdung. Den typischen Ablauf der Dinge, bis ein Kind sich partout weigert, den Vater/die Mutter zu sehen. Denn betrachtet man diese Abläufe und versetzt man sich in die betroffenen Kinder hinein, erscheint eine Entfremdung plötzlich die einzig logische Quintessenz zu sein.

 

Krisenherd am Küchentisch

Bevor ein Elternpaar sich trennt, gibt es in aller Regel Streit und Konflikte. So sehr wir uns dabei wünschen und hoffen, die Kinder würden nichts davon bemerken, weil wir Türen geschlossen halten oder warten, bis sie im Bett sind, erreicht mindestens die entstehende Grundstimmung die im Haushalt lebenden Kinder immer. Selbst wenn tatsächlich die eigentlichen Streitereien nicht miterlebt werden und nicht einmal laute Worte im Haus belauscht worden sind – Papa und Mama gehen anders mit einander um. Da ist mehr Distanz, Kälte, es fehlen kleine Gesten liebevoller Zuwendung. Kinder bemerken so etwas. Die Idee, dass ein Kind also die sich anbahnende Katastrophe nicht miterleben würde ist Wunschdenken. Das Kind spürt, dass etwas nicht stimmt, kann aber nicht greifen, was.[weiterlesen…]

By |März 6th, 2015|Allgemein, Parental Alienation Syndrome|0 Comments

In Brandenburg gibt es kein PAS

Wenn man sich mit Trennungskonflikten, Kindschaftsrecht und Lösungsansätzen für Nachtrennungsszenarien befasst, dann kommt man nicht umhin, den ein oder anderen Gerichtsbeschluss oder dessen Fazit mindestens zur Kenntnis zu nehmen. Meist handelt es sich um relativ übliche Interpretationen häufiger Probleme: Umgang ja oder nein und wenn nein, warum nicht? Wechselmodell ja oder nein und wenn ja, wieso? Leidet ein Kind unter dem gemeinsamen Sorgerecht, wenn die Eltern trotz fortgeschrittenen Alters nicht die innere Reife finden sich nicht aufzuführen wie Fünfjährige, die um ein Schaufelchen streiten? Aber hin und wieder ist auch etwas dabei, das staunen oder gleich irritiert die Brauen heben lässt.

So geschehen nun anhand einer im Brustton des Kindeswohls erklärten Entscheidung des Landesverfassungsgerichtes Brandenburg zu einem Fall, der im brandenburger Raum einen etwas extremen Richtungswechsel nahm.

 

Beide Eltern oder gar keine?

Doch von Anfang an:

Die Eltern des 2001 geborenen Mädchens trennten sich, als die Tochter 2 Jahre alt war und lieferten sich dann diverse familiengerichtliche Auseinandersetzungen unter anderem auch um den dauerhaften Wohnort des Kindes. Beide Eltern wollten also, dass das Mädchen bei ihnen lebt. 2004 dann – da war die Tochter also 3 Jahre alt – kam das Kind im Zuge einer einstweiligen Anordnung in den Haushalt des Kindesvaters, dem 2006 – inzwischen 5 Jahre alt und seit 2 Jahren mit Lebensmittelpunkt beim Kindesvater – das alleinige Sorgerecht übertragen wurde[weiterlesen…]

By |März 3rd, 2015|Allgemein, Parental Alienation Syndrome|0 Comments

Mein fremdes Kind – Kontaktabbruch, und dann?

Kommt es während oder nach einer Trennung mit Kind zu Auseinandersetzungen zwischen den Eltern, geschieht es leider immer wieder, dass der Kontakt zwischen dem Kind und einem Elternteil völlig abreißt. Mitunter ist die Rede von jedem dritten Kind, das innerhalb weniger Jahre nach der Trennung der Eltern zu einem Elternteil keinen Kontakt mehr habe. Nun ist diese Statistik problematisch, denn es gibt durchaus auch Eltern, die den Kontakt zu den Kindern abbrechen. Tragisch jedoch wird es, wenn der Kontakt durch das Kind selbst oder sogar den betreuenden Elternteil verhindert wird.

Damit meinen wir nicht klassische Umgangsboykotte über einzelne Termine, sondern unbekanntes Verziehen mit dem Kind, Untertauchen oder auch Beeinflussung des Kindes, bis es selbst den Kontakt ablehnt.

Elternteile, die ein solches Entreißen des Kindes erleben, nehmen oft irreparablen emotionalen Schaden.

Die Suche nach dem Kind dauert nicht selten Jahre, manchmal Jahrzehnte. Doch kommt dann tatsächlich der Moment, in dem das Kind wiedergefunden werden konnte, zeigt sich oft, dass die Belastung noch zunimmt – was nun? Wie auf das eigene aber fremd gewordene Kind zugehen und sollte man das überhaupt? Wie umgehen mit der Angst, einen neuerlichen Kontaktabbruch durchleben zu müssen? Oder Abweisung durch das Kind?

Wir versuchen, Antworten zu finden, in Kontaktabbruch – die verlorenen Kinder

By |Oktober 6th, 2014|Parental Alienation Syndrome, Trennungskinder|0 Comments

Was Sie als Umgangselternteil unbedingt lassen sollten

Nach Trennung oder Scheidung mit Kind gilt es, den Umgang mit demjenigen Elternteil zu regeln, bei dem das Kind nicht die überwiegende Zeit lebt und betreut wird.

Wie das geschieht, mit welchem Ergebnis und wie der Umgang umgesetzt wird entscheidet nicht nur über die zukünftige Beziehung des Kindes zum Umgangselternteil sondern oft genug auch über die gesunde Entwicklung des Kindes insgesamt.

Wir haben Paradefehler und Fettnäpfe gesammelt, die Sie als Umgangselternteil tunlichst meiden sollten, in 10 Dinge, die Sie als Umgangselternteil auf keinen Fall tun sollten.

Das schreiende, strampelnde Kind zum Umgang zwingen?

Geschrei vor dem Wohnhaus, ein brüllendes, weinendes Kind, das sich festklammert und zwei Erwachsene, die an ihm herumzerren, um es mit Gewalt in das bereitstehende Auto zu verfrachten – so stellt man es sich mitunter vor, wenn es heißt

“Das Kind will nicht und ich werde es nicht zwingen!”

Dann kommen häufig Einwände, zum Kindergarten oder in die Schule müsse es ja auch, ob es denn wolle oder nicht – doch schreiende, strampelde Kinder, die sich vor einem Schulgebäude am elterlichen Auto festkrallen, sieht man eher selten.

Wie kommt es zu diesem Problem und sollte man, ja darf man das Kind zwingen, wenn es partout nicht will?

Wir haben uns damit auseinandergesetzt in Das Kind nicht “zwingen” – von kleinen Menschen mit (viel zu) großer Verantwortung

Beeinflussung kennt viele Gesichter

Die Angst, irgendwann vom eigenen Kind abgelehnt zu werden, treibt viele, wenn nicht sogar alle Eltern nach einer Trennung mit Kind um. In den Medien und der deutschen Gerichtslandschaft wird zunehmend häufig von PAS gesprochen – dem Parental Alienation Syndrome – und davon, dass der Kontakt völlig abbricht und das Kind irgendwann nichts mehr von einem Elternteil wissen will.

Viele beobachten aufmerksam, wie das Kind sich in ihrer Gegenwart verhält und suchen nach Anzeichen und Symptomen einer Entfremdung oder Beeinflussung.

Wie vielseitig Beeinflussung sein kann und wie unterschiedlich die Kinder in der Regel darauf reagieren, erklären wir Ihnen in Beeinflussung des Kindes – böse ist, wer Böses tut

By |September 2nd, 2014|Trennungskinder|10 Comments