Wenn Eltern von einer Trennung mit Kind betroffen sind, die Nachtrennungszeit zudem nicht frei von Streit verlaufen ist und ein Kampf um das Kind tobt(e), reagieren viele Betroffene äußerst aufmerksam und zutiefst besorgt, sobald das Kind von Ihnen ab zu rücken scheint. Schnell ist die Horrorvorstellung PAS omnipräsent, insbesondere dann, wenn das Kind nicht nur abrückt sondern auch zunehmend Streit und Konflikte auftreten, das Kind immer kritischer gegenüber dem Umgangselternteil auftritt.

Gleicher Maßen stehen rasch Vorwürfe im Raum, wenn ein Kind irgendwann zunehmend fest und überzeugt äußert, zum anderen Elternteil umziehen und dort wohnen zu wollen. Von Beeinflussung, Manipulation und Entfremdung ist auch dann schnell die Rede, oder der Vorwurf zur Hand, dort dürfe es ja auch alles.

Vollkommen vergessen wird bei alledem, dass jedes Kind irgendwann eine Entwicklungsphase durchläuft, zu der eine gewisse Entfremdung von beiden(!) Elternteilen vollkommen natürlich dazugehört: Die Pubertät. Abkapseln und Loslösen ist wichtig für junge Menschen. Für Eltern nach einer Trennung aber lösen solche Anwandlungen oft genug kleine rote Alarmlampen im Dutzend aus. Wird mein Kind beeinflusst? Steckt der andere Elternteil dahinter? Was soll ich jetzt tun?

Fängt dann auch noch das Kind selbst an, die geltende Umgangsregelung in Frage zu stellen, ist rasch ein geübtes Muster zur Hand: Ordnungsgels und der Weg zum Familiengericht.

Dabei wird aber verkannt, dass nun tatsächlich nicht der andere Elternteil verantwortlich zeichnet sondern das Kind selbst die zweite Konfliktpartei ist und zudem, dass mit zunehmendem Alter irgendwann das Interesse an aktiv mit den Eltern verbrachter Zeit deutlich schwindet. [weiterlesen…]