Eine Beziehung zu Dritt ist eine besondere Herausforderung. Eine Familie mit einem Partner/einer Partnerin und einem fremden Kind zu gründen ist ein Abenteuer. Halbe Sachen gibt es nicht, wenn ein Kind im Spiel ist.

Stiefeltern haben keinen leichten Stand in unserer Gesellschaft. Nicht selten begegnen ihnen skeptische Blicke, allerlei mehr oder weniger gut gemeinte Ratschläge und nicht selten offene Ablehnung.

Brauchbare Rollenbilder gibt es kaum und in Beratungseinrichtungen, die biologischen Eltern offen stehen, hört der Stiefelternteil (in spe) nicht selten, man sei für ihn/sie die falsche Anlaufstelle, wenn es nicht um die eigenen Kinder ginge.

Der Spagat zwischen „Alles sollen“ und „Nichts dürfen“ reibt nicht wenige auf, stellt Beziehungen auf die Probe und viele scheitern daran. Man soll das Kind annehmen und lieben, es aber nicht erziehen oder Einfluss nehmen. Man soll sich kümmern aber heraushalten, Acht geben aber keine Verantwortung übernehmen, mit anpacken aber die Finger davon lassen.

Stiefeltern leben häufig in einer schmalen Grauzone zwischen einem unbestimmten „Zuviel“ und einem oft noch unklareren „Zu wenig“. Man kann es eigentlich nicht richtig machen. In jedem Fall kann man es nie allen Recht machen.

Dass es so sein wird, ahnt man allerdings nicht, wenn man eine/n neue/n Partner/in kennenlernt und erfährt – er/sie hat ein Kind.