Vorab: Unter Patchwork wollen wir hier grundsätzlich das Miteinander von Kindern mit Partnern der Eltern verstehen, die nicht biologisch mit ihnen verwandt sind. Der formale Status der Beziehung zwischen den Elternteilen und ihren Partnern soll hierbei unerheblich sein. Ob die Paare jeweils verheiratet sind, soll keine Rolle spielen.

 

Häufig entstehen erhebliche Konflikte nicht unmittelbar nach einer Trennung. Oft funktioniert die Kooperation im Sinne der Kinder zwar nicht reibungslos jedoch ausreichend zuverlässig, so dass die das Kind betreffenden Themen besprochen und geklärt werden können, Umgang regelmäßig stattfinden kann und keine gröberen Störungen auftauchen.

Dieser Zustand ändern sich jedoch nicht selten mit Auftreten eines neuen Partners bei einem der betroffenen Elternteile. Häufig kennzeichnet das Auftreten des neuen Partners oder der neuen Partner den Ausgangspunkt später völlig eskalierender Konflikte.

Hierbei spielen Eifersucht und Neid der beteiligten Erwachsenen in der Regel eine wesentliche Rolle. Die Rolle des neuen Partners gegenüber den gemeinsamen Kindern wird argwöhnisch und überzogen aufmerksam beobachtet und häufig wird das Verhalten des neuen Partners des eigenen Expartners grundsätzlich massiv überbewertet. Verhält er sich den Kindern gegenüber aufgeschlossen, freundlich und liebevoll, nehmen die Kinder ihn oder sie an, dann wird schnell der Vorwurf laut, man versuche, den anderen Elternteil durch den  neuen Partner zu ersetzen. Beschimpfungen wie „Ersatzmama“ oder „Möchtergernpapa“ liegen hier schnell auf der Zunge.

Gibt es Reibereien oder auch alterstypische Konflikte zwischen den Kindern und den neuen Partnern, wird nicht selten umgehend eine Kindeswohlgefährdung unterstellt.

Anträge bei Gericht, dem neuen Partner oder der neuen Partnerin des/der Ex den Umgang und Kontakt zu den gemeinsamen Kindern grundsätzlich zu verbieten sind keine Seltenheit.