Es sind die dramatischen Protokolle verlorener Kriege, wenn Eltern sich hilfesuchend an uns oder andere Stellen wenden und berichten, dass sie ihre eigenen Kinder seit Jahren, manchmal Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben. Nicht immer aber häufig ist Entfremdung und Beeinflussung Thema.

Guter Rat ist dann teuer. Wenn nach der Trennung der Eltern der Kontakt zum Kind abreißt, Gerichtsverfahren sich in die Länge ziehen, Versäumnisse passieren und am Ende das Kind ausdrücklich keinen Kontakt mehr will, ziehen viele Betroffene sich rat- und hilflos zurück.

Sie wollen nicht noch mehr Schaden anrichten, wollen das Kind nicht unter Druck setzen, hoffen auf Befriedung und Einsicht durch Totenstille oder haben einfach nicht mehr die Kraft, den oft bizarren “Kampf” um das eigene Kind zu kämpfen.

Nach einer Weile jedoch wird klar, dass so nichts gewonnen wird. Die angestautet Hilflosigkeit weicht dem Drang, handeln zu müssen.

Was kommt “nach” dem Unfassbaren?

Während die einen sich irgendwann aus reinem Selbstschutz gänzlich auf das neue Leben nach der Trennung, einen neuen Partner und womöglich neue Kinder konzentrieren, verirren sich andere derart im Kampf gegen Windmühlen, dass gar kein normales Leben mehr stattfinden kann.

Aus dem geballten Unverständnis heraus wird in der Wahrnehmung der/des Betroffenen jede Stelle zum Feind, die nichts unternimmt. Wogegen oder wie ist oft gar nicht klar und nicht selten stehen die geäußerten Forderungen weder im Verhältnis zur Situation, noch sind sie rechtlich umsetzbar.

Das Gefühl der geschehenden Ungerechtigkeit und das nagende Bedürfnis, eine objektive Gerechtigkeit herzustellen kollidiert mit dem Grundsatz des Kindschaftsrechtes, wonach nicht vorwiegend juristisch “fair” sondern im Interesse des Kindes und seiner Entwicklung entschieden werden muss. Was es für Laien ohnehin schwierig macht, familienrechtliche Entscheidungen nachzuvollziehen, macht an dieser Stelle das Geschehen schier unbegreiflich.

Schnell geraten dann, vor lauter Streben nach objektiver Gerechtigkeit, die Belange des Kindes völlig aus den Augen. Mit derselben Verbissenheit, mit der das eine, mitunter entfremdende Elternteil erklärt, das Alles sei nur im Interesse des Kindes, wird nun auch das subjektive Bedürfnis des anderen Elternteils nach Gerechtigkeit, Sühne oder Sanktion in die Interessen des Kindes hineinprojeziert.

Dann soll es eben ins Heim, so lange es nur der/dem weggenommen wird.

Wenn es Krieg gibt, muss da auch irgendwo ein Feind sein

Jugendamt, Verfahrensbeistand oder auch Gutachter und Richter/innen sind gezwungen, sich schützend zwischen den nach Gerechtigkeit strebenden Elternteil und dessen Kind zu stellen, um eine subjektiv womöglich “gerechter” anmutende Entwicklung abzuwehren, die beim Kind erhebliche Schäden und Entwicklungsprobleme hervorrufen könnte.

Somit geraten die entsprechenden Stellen jedoch selbst ins Fadenkreuz.

Im Internet lassen sich die zahllosen Anklagen, Anzeigen, Beschwerden und Dienstaufsichtsbeschwerden von betroffenen Elternteilen einsehen, die sich ungerecht behandelt fühlen und womöglich sogar Straftatbestände gegen sich selbst oder die betroffenen Kinder erfüllt sehen. Viele suchen die Öffentlichkeit, auch, weil dort noch Reaktion und Zuspruch zu finden ist.

Das in sich schon kaum zu ertragende Phänomen, vom eigenen Kind grundlos abgelehnt zu werden, beginnt psychologische teils erhebliche Auswirkungen in anderen Denkmustern zu zeigen. Die Unfähigkeit, etwas auszurichten und die scheinbare Unbereitschaft Dritter, etwas zu unternehmen führt zur Projektion, auch und grade weil diese Dritten im Gegensatz zum anderen Elternteil oder auch im Gegensatz zum betroffenen Kind auf Vorwürfe und Anklagen überhaupt noch reagieren. Der andere Elternteil ist samt Kind an dieser Stelle häufig schon seit Wochen oder Monaten in strategischem Schweigen versunken.

Selbst wenn es nicht ausartet – das zwingende Gefühl, jeder Jugendamtsmitarbeiter, jeder Verfahrensbeistand und jeder Richter sei zwangsläufig parteiisch für den einen oder den anderen Elternteil, je nachdem für wessen jeweiligen Wunsch, wessen Forderung oder Antrag derjenige sich ausspricht, kennen praktisch alle Trennungseltern.

Inwiefern sich diese Überzeugung verfestigt und Elternteile folgend die Zusammenarbeit ablehnen entscheidet mitunter darüber, wessen Bemühungen letztlich Erfolg haben und wessen nicht.

Ohne die Unterstützung oder sogar gegen den Widerstand der fachkundigen Dritten ist eine Änderung der Sorgerechtssituation zum Beispiel praktisch nicht zu erreichen.

Die große Leere

Da der Eindruck, nichts ausrichten zu können nur noch durch das Gefühl, vollkommen ins Leere zu laufen mit sämtlichen Bemühungen in negativem Sinne überflügelt werden kann, richtet sich der Fokus mehr und mehr auf diejenigen vermeintlichen “Gegner”, bei denen überhaupt noch eine Reaktion zu erkennen ist. Und da Gerichte und weitere Stellen auf entsprechende Anträge und dergleichen reagieren müssen, entspinnt sich eine maligne Dynamik des Projektionskrieges.

Gerichtliche Auseinandersetzungen um angebliche Straftaten gegnerischer Anwälte oder vorsitzender Richter nehmen mehr und mehr Raum ein, Klageschriften und Artikel im Internet beanspruchen mehr und mehr Zeit, irgendwann lenkt sich der Betroffene mit diesen Scheingefechten vollständig von der eigentlichen “Front”, dem Kampf um den Kontakt zu seinem Kind/seinen Kindern ab.

Oft wird erst auf Nachfrage deutlich, dass bereits seit Jahren im direkten Hinblick auf eine Kontaktwiederherstellung gar nichts mehr geschehen ist – stattdessen wurden Richter angezeigt, Jugendamtsmitarbeiter namentlich im Internet angeklagt oder andere Prozessbeteiligte immer und immer wieder kontaktiert oder auch vor Ort behelligt, häufig ohne dass der Betroffene eine konkrete Vorstellung davon hat, was genau diejenigen tun sollten, was genau er oder sie eigentlich verlangt und will.

Häufig beantworten Betroffene diese Fragen dann mit Allgemeinplätzen wie “Meine Kinder zurück!” oder “Dass Gerechtigkeit herrscht!” oder auch “Dass sich endlich etwas ändert in Deutschland!”. Auf weitere Nachfrage wird dann schnell deutlich, dass es keine sinnvolle Verbindung zwischen den Attacken auf Dritte und dem eigentlich erklärten Ziel, wieder Kontakt zu den Kindern herzustellen, gibt.

Selbst wenn die Betroffenen also mit ihren Bemühungen an dieser Stelle erfolgreich wären, wäre im Hinblick auf die Kinder gar nichts erreicht.

Nicht wenige erleben sogar die Situation, am Ende “Recht” bekommen zu haben und ihre Kinder nie wieder zu sehen, obwohl der Kontakt wieder herzustellen gewesen wäre. Obwohl es Wege und Möglichkeiten gegeben hätte, das Ruder doch noch einmal herum zu reißen – aber nicht auf diesem Weg.

Wenn die Stille krank macht

Tatsächlich gleiten nicht wenige von PAS betroffene Elternteile sowie Elternteile, die aus anderen Gründen keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern haben, in ernste psychologischer oder sogar psychiatrische Erkrankungen ab, ohne es selbst zu bemerken.

Das Fehlen von neutralen Dritten im Umfeld des Betroffenen, welche einen regelmäßigen Abgleich mit der objektiven Realität gewährleisten, beschleunigt eine solche Entwicklung zusätzlich. Die Auswirkungen der Gesamtsituation tragen ihr Übriges zur Lebenssituation bei.

So ergibt sich die Möglichkeit, das Profil eines betroffenen Elternteiles recht spezifisch zu beschreiben.

Wir werden das an dieser Stelle tun, um Ihnen einen Maßstab an die Hand zu geben, eine Art Negativ-Checkliste, die Sie dazu motiviert, sich selbst zu helfen, bevor Sie versuchen, ihren Kindern zu helfen.

Nur gesund können Sie wirklich etwas ausrichten und auch nur von einem gesunden Elternteil profitieren Ihre Kinder.

Wenn Sie 3 oder mehr der folgenden Aussagen für sich mit “Ja, trifft zu!” beantworten können, raten wir Ihnen dazu, sich um Hilfe und Unterstützung zu bemühen.

Suchen Sie die Hilfe eines Therapeuten vor Ort oder einer therapeutischen Einrichtung. Selbst wenn Sie davon überzeugt sind, keine Hilfe zu benötigen. Ihre Situation ist in höchstem Maße belastend und therapeutische Unterstützung kann hier Linderung verschaffen und Ihnen noch unbekannte Lösungsansätze für den Alltag an die Hand geben:

  1. Obwohl die Trennung bereits mehrere Jahre zurückliegt, haben Sie seither keinen neuen Partner gehabt und keine ernsthafte Beziehung geführt und daran auch kein Interesse bzw. den Eindruck, dafür keine Zeit zu haben.
  2. Sie haben einen dritten Prozessbeteiligten oder Prozessunbeteiligten (die Stadt/Gemeinde, das Jugendamt, den Verfahrensbeistand, den/die Richter/in, die Schul- oder Kindergartenleitung, den Kinderarzt, die Krankenversicherung des Kindes, etc.) wegen einer Straftat angezeigt.
  3. Sie haben Umgang/Kontakt zum Kind/zu den Kindern abgelehnt, weil Sie mit den Modalitäten nicht einverstanden waren, so dass weiterhin kein Kontakt stattfand.
  4. Sie haben mehr als einmal das alleinige Sorgerecht/Aufenthaltsbestimmungsrecht erfolglos beantragt.
  5. Sie sind aktuell in mehr als 2 von Ihnen angestrebte Gerichtsverfahren involviert, die nicht zur Wiederaufnahme der Kontakte führen können, die Sie jedoch aufgrund des Kontaktausfalles angestrebt haben.
  6. Ihre Sozialkontakte bestehen weitgehend oder vollständig aus schriftlichem oder telefonischem Kontakt mit anderen Betroffenen oder thematisch engagierten Dritten, die sie nicht oder nur extrem selten bei entsprechenden Themenveranstaltungen persönlich treffen.
  7. Freunde und Familie haben sich vollständig von Ihnen zurückgezogen, weil Ihre Bemühungen dort als ausufernd erlebt wurden oder Sie selbst sich von diesen Personen, weil Sie sich nicht ausreichend unterstützt fühlten.
  8. Sie halten nach wie vor ein Kinderzimmer für das Kind/für die Kinder bereit, das voll ausgestattet ist – allerdings nicht entsprechend dem aktuellen Alter der Kinder und ihren jetzigen Bedürfnissen folgend, sondern so, wie die Kinder es zuletzt betreten hatten.
  9. Es wurde der Umgang zwischen Ihnen und dem Kind/den Kindern gerichtlich für mehrere Jahre ausgesetzt.
  10. Sie sind der Überzeugung, Jugendamt, Gericht und weitere Beteiligte außer ihrem ehemaligen Partner/ihrer ehemaligen Partnerin und deren/dessen rechtlicher Vertretung handelten aus persönlicher Abneigung gegen Sie als Person.