Umgangsrecht Mutter verbietet Kontakt zu Kind wenn neue Freundin anwesend ist  

  RSS

fuchsiandy
Neues Mitglied
Beigetreten:vor 6 Monaten 
Beiträge: 2
01/02/2017 10:18 pm  

Hallo

meine Ex Freundin will darüber bestimmen, ob meine neue Freundin (mittlerweile 3 Monate zusammen) während der Anwesenheitszeit meines Sohnes (4 Jahre) da ist oder nicht.
Sie verbietet derzeit den Umgang zu meiner neuen Freundin zu meinem Sohn unter der Begründung, dass sich die Beziehung erst festigen muss und mind. ein halbes Jahr bestehen sollte und bis dahin kein Kontakt zu meinem Sohn hergestellt werden soll bzw. darf.
Sie sagt immer sie hätte das Aufenthaltsbestimmungsrecht und kann bestimmen, wo sich das Treffen mit meinem Sohn abspielt.... In diesem Fall würde sie mir dann quasi nur eine Besuchszeit einräumen, wenn ich nicht auf die Forderungen von ihr eingehen würde.
Ich muss dazu sagen, dass ich kein geteiltes Sorgerecht oder auch ein gerichtlich geregeltes Umgangsrecht habe.

Die Umgangsregelung die ich damals mit meiner Ex Freundin vereinbart habe, ist alle 2 Wochenenden von Freitag auf Sonntag.

Darf mir die Mutter vorschreiben, wer während der Anwesenheitszeit von meinem Sohn bei mir ist und wer nicht? Darf die Mutter mir das mitnehmen meines Sohnes verwehren und die bereits getroffene Vereinbarung kippen?

 

MfG

 

Andreas F.

Bearbeitet:vor 6 Monaten 

AntwortZitat
trennungmitkind
Mitglied Admin
Beigetreten:vor 3 Jahren 
Beiträge: 17
02/02/2017 10:59 am  

Hallo Andreas und willkommen bei trennungmitkind.com,

Umgangsrecht und Sorgerecht haben grundsätzlich erst einmal wenig miteinander zu tun. Umgangsrecht und -pflicht hat ein leibliches Elternteil zum Beispiel vollkommen unabhängig davon, wer das Sorgerecht inne hat, so lange kein Gericht das Umgangsrecht ausdrücklich aussschließt. Und auch das Kind hat ja ein Umgangsrecht mit beiden Eltern.

Die Rechtsprechung ist hierbei sehr klar: Wie der Umgang gestaltet wird, entscheidet der Umgangsberechtigte. Das bedeutet, dass der ansonsten Betreuende Elternteil nicht vorgeben kann, welche Unternehmungen beim Umgang erlaubt sind und welche nicht, was gegessen wird oder wen das Kind beim Umgang sonst noch trifft. Eine Ausnahme wäre, wenn irgendetwas davon das Kind akut gefährden oder belasten würde. Wenn also zum Beispiel eine Allergie gegen Nüsse vorliegt und das Kind beim Umgang Nüsse zu essen bekommt, obwohl der Umgangsberechtigte über die Allergie informiert ist.

Und Umgang beginnt mit der übergabe des Kindes vom betreuenden an das umgangsberechtigte Elternteil. Ab diesem Moment also hat das betreuende Elternteil über die folgende Zeit keine Entscheidungsgewalt mehr. Im Idealfall können sich die Eltern diesbezüglich natürlich austauschen und einen Konsens finden.

Wenn das (alleine) nicht möglich ist, dann können Elterngespräche bei Caritas, Kinderschutzbund oder der örtlichen Erziehungsberatung hilfreich sein. Ist auch so keine Einigung möglich, wäre der nächste Schritt der Gang zum zuständigen Familiengericht um dort eine Klärung und Regelung zu erreichen. Dabei wird man gewöhnlich für vorangehende Klärungsversuche im Hinterkopf behalten, was ein Gericht mindestens zubilligen würde. Und um eine Person explizit vom Umgang auszuschließen, müsste von jener eine unmittelbare Gefährdung für das Kind ausgehen.

Alles Gute.


AntwortZitat
fuchsiandy
Neues Mitglied
Beigetreten:vor 6 Monaten 
Beiträge: 2
03/02/2017 6:53 pm  

Vielen Dank für ihre ausführliche Erläuterung.

Das aufeinander aufenhaltsbestimmungsrecht was die Mutter ja bei der Geburt eines Kindes automatisch erhält hat dann aber quasi nichts mit dem umgangsort zu tun wenn mein Sohn bei mir ist oder?

Die Mutter kann somit nicht bestimmen wo sich die treffen mit meinem Sohn abspielen oder?

Bei einer gerichtlichen Regelung bzgl. Umgangsrecht könnte mir die Mutter allerdings bis zur gerichtlichen Festlegung den Umgang mit meinem Sohn verwehren, ohne sich strafbar zu machen oder?

 

Vielen dann für Ihre Antwort

 

Andreas F.

Bearbeitet:vor 6 Monaten 

AntwortZitat
trennungmitkind
Mitglied Admin
Beigetreten:vor 3 Jahren 
Beiträge: 17
04/02/2017 9:55 am  

Hallo Andreas,

das Aufenthaltsbestimmungsrecht bezieht sich der regelmäßigen Rechtsprechung folgend auf den dauerhaften Wohnsitz des Kindes. Mit diesem Recht bestimmen Eltern also vornehmlich, wo das Kind gewöhnlich lebt. Mit dem Umgangsrecht hat das erst einmal nicht viel zu tun - das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist Teil des Sorgerechtes. Das Umgangsrecht nicht.

So lange der Umgang eines Kindes mit seinen Eltern nicht per Gerichtsbeschluss geregelt ist, sind alle Vereinbarungen außergerichtlich einvernehmlich. Entsprechend kann eine solche Vereinbarung auch jederzeit einseitig aufgekündigt werden.

Um solche außergerichtlichen Übereinkünfte darüber, wann und wieviel Umgang stattfinden soll, ein wenig verbindlicher zu gestalten, kann man sie unter Moderation z.B. der örtlichen Erziehungsberatung vereinbaren. Manchmal hilft bereits das. Ansonsten wird eine Umgangsregelung erst in Form eines Gerichtsbeschlusses vollstreckbar.

 

Mit besten Grüßen


AntwortZitat
  
Arbeitet

Bitte Anmelden oder Registrieren