Parental Alienation Syndrome

Das Parental Alienation Syndrome – kurz PAS – beschreibt Verhaltensstörungen in Form unterschiedlicher Symptome, die Trennungskinder entwickeln können, wenn sie aktiv und in schadhafter Absicht gegen einen Elternteil beeinflusst und indoktriniert werden. Es kommt zu einer Eltern-Kind-Entfremdung mit pathologischen Zügen, das Kind lehnt zuletzt nicht selten den entfremdeten Elternteil vollständig ab. Echtes PAS ist selten, taucht jedoch immer wieder im Zuge hochstrittiger Verfahren um Sorgerecht, Umgangsrecht oder das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf.

Was ist Bindungstoleranz?

Wenn eine Trennung mit Kind eskaliert, sogar bis vor ein Familiengericht kommt um Umgang oder Sorgerecht (neu) zu regeln, dann fällt oft der Begriff “Bindungstoleranz”. Er ist wesentlicher Bestandteil praktisch jedes familienpsychologischen Gutachtens und kann sogar entscheidend für die Frage sein, wo das Kind zukünftig leben und wie das Sorgerecht geregelt werden soll.

Häufig wird Bindungstoleranz sehr unreflektiert in direkten Zusammenhang mit Entfremdung und Beeinflussung gebracht, allerdings handelt es sich um zwei zwar aufeinander aufbauende aber jeweils komplexe Problemstellungen. Eine Entfremdung, Beeinflussung oder auch ein Umgangsboykott ist letztlich die Blüte, die ein eklatanter Mangel an Bindungstoleranz treibt. Die Frage nach Letzterer ist viel mehr die Frage nach dem “Warum?”. Wieso tut jemand so etwas? Was treibt eine entfremdende Person dazu, dem Kind scheinbar sehenden Auges zu schaden und weshalb ist die Bindungstoleranz derart wichtig, dass bei einem erheblichen Mangel sogar ein Entzug des Sorgerechts in Erwägung gezogen werden kann, wenn Umgangspflegschaften und Mediationen keine Ergebnisse erzielen?

So hat bereits in 2009 das OLG Brandenburg einer Mutter das Sorgerecht für ihr Kind gänzlich entzogen und auf den Vater übertragen, nachdem fortgesetzt der Umgang verweigert wurde – aufgrund eines erheblichen Mangels an Bindungstoleranz.

Wenn Umgang verweigert oder boykottiert wird, lässt sich im Grunde immer von einem Problem der Bindungstoleranz sprechen, so auch bei Beeinflussung, Manipulation und Entfremdung des Kindes von einer Bezugsperson. Elternexklusiv ist das Problem jedoch nicht. Auch Großeltern und Stiefeltern können von mangelnder Bindungstoleranz betroffen sein.

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Entfremdung – wie es sich verfestigt

Ich sehe was, was Du nicht siehst

“Der Papa/die Mama macht etwas ganz Schlimmes mit Dir, ich verrate Dir aber nicht, was!”

Oft genug beginnt die eigentliche Beeinflussung dann schleichend und nicht selten genau da, wo Elternteile krampfhaft versuchen, dem Kind nichts offen zu vermitteln. Der missbilligende Blick zu der neuen Jacke, die Mama gekauft hat oder das leise Seufzen, wenn das Kind von einer Unternehmung mit Papa berichtet, Gespräche mit anderen Erwachsenen darüber, wie verantwortungslos und wenig kindgerecht der abwesende Elternteil mit dem Kind umginge, die das Kind vielleicht nicht versteht, wohl aber wahrnimmt.

Allein die Stimmung unmittelbar vor oder nach Kontakt zum anderen Elternteil und/oder sobald die Rede auf den abwesenden Elternteil kommt, vermittelt dem Kind ein sonderbares Sammelsurium negativer Emotionen, die es nicht einzuordnen weiß. Immer vor dem Umgang hat Mama/Papa schlechte Laune und immer nach dem Umgang ist er/sie sehr aufgeregt, kritisch, hinterfragt vieles am Kind und durch das Kind. Oder umgekehrt – immer wenn der Umgang beginnt fragt Mama/Papa ganz viel nach, was in der Woche sonst so war und hat dann schlechte Laune oder schnallzt mit der Zunge oder seufzt.[weiterlesen…]

By |März 8th, 2015|Parental Alienation Syndrome|0 Comments

Entfremdung – wie es beginnt

Bereits in “Wird mein Kind beeinflusst?” und auch im Beitrag “Beeinflussung, Entfremdung, PAS – was ist das?” haben wir versucht zu beschreiben, woran zu erkennen ist, dass ein Kind durch Beeinflussungsversuche belastet ist, wie sich Entfremdung und das Parental Alienation Syndrome unterscheiden lassen und in “Beeinflussung nach Trennung mit Kind” haben wir erläutert, dass schwere Entfremdung und PAS teilweise regelrecht unbewusst hervorgerufen wird und es gar nicht den aktiven Willen braucht, das Kind zu entfremden, um dennoch ein PAS auszulösen.

Noch nicht beschrieben haben wir die Anatomie einer Entfremdung. Den typischen Ablauf der Dinge, bis ein Kind sich partout weigert, den Vater/die Mutter zu sehen. Denn betrachtet man diese Abläufe und versetzt man sich in die betroffenen Kinder hinein, erscheint eine Entfremdung plötzlich die einzig logische Quintessenz zu sein.

 

Krisenherd am Küchentisch

Bevor ein Elternpaar sich trennt, gibt es in aller Regel Streit und Konflikte. So sehr wir uns dabei wünschen und hoffen, die Kinder würden nichts davon bemerken, weil wir Türen geschlossen halten oder warten, bis sie im Bett sind, erreicht mindestens die entstehende Grundstimmung die im Haushalt lebenden Kinder immer. Selbst wenn tatsächlich die eigentlichen Streitereien nicht miterlebt werden und nicht einmal laute Worte im Haus belauscht worden sind – Papa und Mama gehen anders mit einander um. Da ist mehr Distanz, Kälte, es fehlen kleine Gesten liebevoller Zuwendung. Kinder bemerken so etwas. Die Idee, dass ein Kind also die sich anbahnende Katastrophe nicht miterleben würde ist Wunschdenken. Das Kind spürt, dass etwas nicht stimmt, kann aber nicht greifen, was.[weiterlesen…]

By |März 6th, 2015|Allgemein, Parental Alienation Syndrome|0 Comments

In Brandenburg gibt es kein PAS

Wenn man sich mit Trennungskonflikten, Kindschaftsrecht und Lösungsansätzen für Nachtrennungsszenarien befasst, dann kommt man nicht umhin, den ein oder anderen Gerichtsbeschluss oder dessen Fazit mindestens zur Kenntnis zu nehmen. Meist handelt es sich um relativ übliche Interpretationen häufiger Probleme: Umgang ja oder nein und wenn nein, warum nicht? Wechselmodell ja oder nein und wenn ja, wieso? Leidet ein Kind unter dem gemeinsamen Sorgerecht, wenn die Eltern trotz fortgeschrittenen Alters nicht die innere Reife finden sich nicht aufzuführen wie Fünfjährige, die um ein Schaufelchen streiten? Aber hin und wieder ist auch etwas dabei, das staunen oder gleich irritiert die Brauen heben lässt.

So geschehen nun anhand einer im Brustton des Kindeswohls erklärten Entscheidung des Landesverfassungsgerichtes Brandenburg zu einem Fall, der im brandenburger Raum einen etwas extremen Richtungswechsel nahm.

 

Beide Eltern oder gar keine?

Doch von Anfang an:

Die Eltern des 2001 geborenen Mädchens trennten sich, als die Tochter 2 Jahre alt war und lieferten sich dann diverse familiengerichtliche Auseinandersetzungen unter anderem auch um den dauerhaften Wohnort des Kindes. Beide Eltern wollten also, dass das Mädchen bei ihnen lebt. 2004 dann – da war die Tochter also 3 Jahre alt – kam das Kind im Zuge einer einstweiligen Anordnung in den Haushalt des Kindesvaters, dem 2006 – inzwischen 5 Jahre alt und seit 2 Jahren mit Lebensmittelpunkt beim Kindesvater – das alleinige Sorgerecht übertragen wurde[weiterlesen…]

By |März 3rd, 2015|Allgemein, Parental Alienation Syndrome|0 Comments

Mein fremdes Kind – Kontaktabbruch, und dann?

Kommt es während oder nach einer Trennung mit Kind zu Auseinandersetzungen zwischen den Eltern, geschieht es leider immer wieder, dass der Kontakt zwischen dem Kind und einem Elternteil völlig abreißt. Mitunter ist die Rede von jedem dritten Kind, das innerhalb weniger Jahre nach der Trennung der Eltern zu einem Elternteil keinen Kontakt mehr habe. Nun ist diese Statistik problematisch, denn es gibt durchaus auch Eltern, die den Kontakt zu den Kindern abbrechen. Tragisch jedoch wird es, wenn der Kontakt durch das Kind selbst oder sogar den betreuenden Elternteil verhindert wird.

Damit meinen wir nicht klassische Umgangsboykotte über einzelne Termine, sondern unbekanntes Verziehen mit dem Kind, Untertauchen oder auch Beeinflussung des Kindes, bis es selbst den Kontakt ablehnt.

Elternteile, die ein solches Entreißen des Kindes erleben, nehmen oft irreparablen emotionalen Schaden.

Die Suche nach dem Kind dauert nicht selten Jahre, manchmal Jahrzehnte. Doch kommt dann tatsächlich der Moment, in dem das Kind wiedergefunden werden konnte, zeigt sich oft, dass die Belastung noch zunimmt – was nun? Wie auf das eigene aber fremd gewordene Kind zugehen und sollte man das überhaupt? Wie umgehen mit der Angst, einen neuerlichen Kontaktabbruch durchleben zu müssen? Oder Abweisung durch das Kind?

Wir versuchen, Antworten zu finden, in Kontaktabbruch – die verlorenen Kinder

By |Oktober 6th, 2014|Parental Alienation Syndrome, Trennungskinder|0 Comments

Alarmsignale – woran Sie erkennen können, ob Ihr Kind beeinflusst wird

Die allgegenwärtige Verunsicherung über PAS, Entfremdung und Verhaltensauffälligkeiten von Kindern, die einem Trennungstrauma ausgesetzt waren, führt nicht selten dazu, dass Eltern nach einer Trennung mit Kind argwöhnisch das Verhalten des Kindes beobachten, Auffälligkeiten überinterpretieren und sich rasch die Angst ausbreitet, das Kind könnte aktiv beeinflusst oder entfremdet werden.

Unsicherheit schafft hierbei auch und vor allen Dingen, dass man gar nicht so genau weiß, wie sich das Kind wohl verhalten würde, wenn es denn einer Beeinflussung ausgesetzt wäre.

Wir erklären Ihnen, wann Sie hellhörig werden und Beeinflussung nicht mehr ausschließen sollten in Wird mein Kind beeinflusst?

By |September 16th, 2014|Parental Alienation Syndrome, Trennungskinder|0 Comments

Terrortaktik im Trennungskrieg – Missbrauchsvorwurf

Konkrete Zahlen gibt es nicht und doch, scheinen alle betroffenen Professionen sich sehr bewusst darüber zu sein, dass im Rahmen eskalierter Trennungskonflikte häufig früher oder später auch der taktische Vorwurf Kindesmissbrauch auftaucht.

Manchmal jedoch bei Weitem nicht grundsätzlich geschieht das mit oder gefolgt von einer entsprechenden Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden.

Während andere Anzeigen zerstrittener Ex-Partner gegeneinander in der Regel im Sande verlaufen und gar nicht weiter verfolgt werden, ist eine solche Vorgehensweise beim Vorwurf Kindesmissbrauch unmöglich. Es muss geprüft werden, schon um jedes Risiko für das betroffene Kind auszuschließen.

Spätestens wenn die betroffenen Kinder im Rahmen des taktischen Manövers instrumentalisier und suggestiv oder manipulativ dazu verleitet werden, den angeblichen Missbrauch sogar selbst zu behaupten oder zu bezeugen, kommt unmittelbare und erhebliche Kindeswohlgefährdung hinzu.

Wie Sie mit dieser schier unfassbaren Situation umgehen können und was Sie in jedem Fall vermeiden sollten, erfahren Sie in

Vorwurf Kindesmissbrauch

 

 

 

Warum wendet sich ihr Kind von Ihnen ab?

Nach einer Trennung oder Scheidung kommt es häufig zu Streitigkeiten und Konflikten und oft genug geraten die Kinder zwischen die Fronten.

Beginnt dann ein Kind scheinbar, sich gegenüber einem der Elternteile ablehnend zu verhalten, wird es auffallend bockig und respektlos oder geht deutlich auf Distanz, steht schnell die Befürchtung im Raum: Ist das PAS?!

Doch nicht immer ist das inzwischen recht bekannte “Parental Alienation Syndrome” das Problem. Beeinflussung und auch Entfremdung haben vielfältige Gesichter und Ursachen.

Wir erklären Ihnen, wie Sie die Ursachen auffälligen Verhaltens identifizieren können und warum es so wichtig ist, genau zu wissen, womit man es zu tun hat unter Beeinflussung, Entfremdung, PAS – Was ist das?

 

 

By |August 28th, 2014|Parental Alienation Syndrome, Trennungskinder|7 Comments

Wenn beide Eltern das Kind beeinflussen

Wird das Kind von einer Seite beeinflusst, oft genug mit Lügen, Übertreibungen und Unwahrheiten, dann versuchen viele, dem Kind die “Wahrheit” zu erklären, zu beweisen, das Kind dazu zu bringen zu erkennen, wer hier wirklich der “gute” und wer der “böse” Elternteil ist.

Warum das oft der Anfang vom Ende ist und nicht selten bald zum totalen Kontaktabbruch führt, lesen Sie in “PAS-Kinder – die häufigsten Fehler entfremdeter Eltern Teil 4

 

 

By |August 21st, 2014|Parental Alienation Syndrome|2 Comments

Sie haben das Kind noch nie unter Druck gesetzt? Sind Sie sicher?

Wenn man mit ansehen muss, wie das Kind vom anderen Elternteil beständig unter Druck gesetzt wird, wäre man jederzeit bereit zu versichern: Niemals würde man selbst dem Kind Druck machen!

Doch oft geschieht das ganz unbemerkt und unbewusst und verschlimmert die Auswirkungen der Beeinflussung zusätzlich und erheblich.

Erfahren Sie, ob Sie es wirklich noch nie getan haben in “PAS-Kinder – die häufigsten Fehler entfremdeter Eltern Teil 3

 

 

 

By |August 20th, 2014|Parental Alienation Syndrome|0 Comments