Allgemein

Was der/die dem Kind wieder geschenkt hat!

Weihnachten soll ja besinnlich sein. Oft hält diese Besinnlichkeit allerdings nur, bis die Geschenke des anderen Elternteils und dessen Familie ausgepackt sind und dann geht die Diskussion los. Ist das pädagogisch wertvoll? War das so abgesprochen? Ist in dieser Puppe oder diesem ferngesteuerten Auto womöglich ein ausgebuffter Manipulationsversuch gegenüber dem Kind zu sehen?

Vielleicht durch die starke emotionale Aufladung dieser Festtage oder weil es uns grade an Weihnachten treibt, die Familie zueinander zu bringen und damit auch klar zu definieren, wer dazugehören soll und wer nicht, eskalieren diese Konflikte oft völlig irrational und tragen sich noch über Wochen und Monate ins neue Jahr hinein. Längst überfällige Dialoge über Erziehungsstile werden plötzlich komprimiert auf Weihnachten und einzelne Geschenke projeziert und von eben auf jetzt herrscht ernster Streit.

Andere erleben sich als ausgegrenzt aus dem Ritual des Schenkens und haben das Gefühl, man verwehre ihnen, ihrem Kind einfach eine Freude zu machen. Weihnachten entwickeln einen schalen Geschmack und niemand kann sich so recht erklären, weshalb. Wenn es die neue Bettwäsche oder ein neues Schränkchen doch benötigt, dann kann man das doch zu Weihnachten schenken. Dass dabei etwas fehlt, wird oft nur unbewusst wahrgenommen.

Selbst Trennungseltern, die sonst relativ gut weil friedlich mit der Situation umgehen können finden nicht selten an diesen Festtagen ihre persönlichen Grenzen, denn mit den Geschenken fallen Grenzen – plötzlich dringt etwas vom anderen in den eigenen Einflussbereich, den eigenen Haushalt, die eigene Wohnung ein. Und das ist jedes Jahr wieder neu und fremd, wenn keine Übergangsobjekte gepflegt und bewusst solche Übergänge geschaffen werden. Unstimmigkeiten und Konflikte sind dann regelrecht vorprogrammiert.

Wie man besser mit der Situation umgehen kann und warum die Weihnachtsgeschenke wirklich solches Konfliktpotential bergen, erklären wir in Trennungskrieg unterm Christbaum – Der Streit um die Geschenke.

By |Dezember 28th, 2014|Allgemein|0 Comments

Wenn das Christkind zweimal kommt – Weihnachten nach Trennung

Für ein Kind, das die Trennung seiner Eltern durchleben muss, ändert sich vieles und kaum ein Stein bleibt gefühlt auf dem anderen im bis zur Trennung gelebten Alltag. Besonders belastend werden diese Eindrücke allerdings häufig an hohen Fest- und Feiertagen, den Geburtstag oder, insbesondere auch, an Weihnachten.

Feste die gewöhnlich die ganze Familie an einen Tisch gebracht haben markieren natürlich sehr deutlich, dass “Familie” jetzt eine andere Situation ist als zuvor. Und grade hier ist es wichtig, dem Kind durch dieses Erleben und die emotionalen Fragen, die sich ergeben, hindurch zu helfen, damit die Festtage unbelastet und vergnügt erlebt werden können.

Grade zu solchen Anlässen ist keinerlei Zeit und Raum für Elternkonflikte und die Durchschlagskraft auf die betroffenen Kinder desaströs. Nicht nur erinnern Kinder solche besonderen Tage im Gegensatz zum Alltagsgeschehen auch in jungem Alter verhältnismässig gut, die Grunderwartung eines emotional positiven Erlebnisses wird auch sehr schnell zu einem ausserordentlich negativen Erleben umgekehrt.

Wenn also schon sonst im Jahr das Miteinander schwierig ist – den Kindern zu Liebe lohnt es sich mindestens an diesen Tagen jede vorhandene Selbstbeherrschung zu nutzen, um Konflikte zu vermeiden, zu befrieden oder auch einfach auszusetzen über die Festtage. Hauptsache, das Kind lernt nicht, dass es an Weihnachten und Geburtstag immer ganz besonders schlimm wird. Das Potential ist nämlich vorhanden -auch in nicht von Trennung betroffenen Familien kommt es ja nicht selten ausgerechnet an Weihnachten zu Streit.

Wir haben 10 Tips zusammengestellt, die ein friedliches und konstruktives Weihnachten im Trennungskontext einfacher machen sollen in 10 Tips – Weihnachten nach der Trennung

By |Dezember 22nd, 2014|Allgemein|0 Comments

10 Todsünden bei Trennung und Scheidung

Wenn eine Beziehung zu Ende geht, gibt es kein Patentrezept zur unschädlichen Abwicklung. Große Emotionen spielen eine Rolle, oft greifen Verletztheit, Wut und Enttäuschung auf die gesamte Situation über und führen zu Eskalationen. Kurzschluss-Reaktionen und nicht überdachte Handlungen tun ihr Übriges.

Für betroffene Kinder sich trennender Eltern ist die Situation per se eine Katastrophe. Es liegt in der Verantwortung der Eltern, zusätzlichen Schaden sofern möglich von den Kindern abzuwenden. In aller Regel schützen Sie sich damit auch selbst vor zusätzlichen Ärgernissen, Belastungen und nicht zuletzt auch mitunter immensen Kosten. Gerät eine Trennung außer Kontrolle, findet man sich oft und rasch vor Gericht wieder und plötzlich geht es um Alles. Dann ist guter Rat teuer.

Wenn Sorgerecht oder Familienvermögen plötzlich auf dem Spiel stehen und zwischen den Konfliktparteien, welche die Eltern geworden sind, die Kinder großen Schaden zu nehmen drohen, dann werden diejenigen Beteiligten zu Trennungsopfern, die sich weder für die Trennung entschieden noch Einfluss auf die Ereignisse nehmen können.

Wie Sie die schlimmsten Fehler vermeiden, worauf Sie achten sollten und wozu Sie sich keinesfalls hinreißen lassen sollten, haben wir für Sie zusammengefasst in: 10 Todsünden bei Trennung und Scheidung mit Kind.

By |November 12th, 2014|Allgemein|0 Comments

OLG Bremen – sozialer Vater vor biologischem

Eine erstaunliche, wenngleich nachvollziehbare Entscheidung hat das OLG Bremen nun bestätigt und damit verdeutlicht, dass die Gesetzesnovellierung keinesfalls ein Freifahrtschein für Gelegenheitsväter sein soll.

Im besagten Fall trennte sich ein mutmaßlicher Vater nach Bekanntwerden der Schwangerschaft von der Kindesmutter und der Kontakt sowohl zu dieser als auch zu dem Kind brach vollständig ab. Sieben Jahre lang unternahm der mutmaßliche Kindesvater nichts weiter. Die Kindesmutter ging eine neue Beziehung ein mit einem anderen Mann, den sie ebenfalls für den potentiellen biologischen Vater hielt. Dieser erkannte die Vaterschaft an, nachdem die Mutter erfolgreich die Vaterschaft des jetzigen Antagstellers angefochten hatte. Der neue Lebensgefährte wurde etablierter sozialer Vater des Kindes, erhielt das gemeinsame Sorgerecht durch eine Sorgeerklärung und nachdem die Kindesmutter und der neue Lebensgefährte sich Jahre später trennten, verblieb das Kind bei ihm, wo es bis heute seinen Lebensmittelpunkt hat.

Nun, nach sieben Jahren ohne jedweden Kontakt zu Mutter und Kind und auch ohne jedwede Nachfrage nach dem Kind, begehrte der zweite mögliche Vater ein Umgangsrecht. Das Aufwachsen seiner anderen Kinder aus der zwischenzeitlich geschlossenen Ehe habe diesen Wunsch in ihm bestärkt. Eine bei solchem Antrag zwingend vorzulegende Erklärung an Eides statt, dass intimer Kontakt zur Kindesmutter im relevanten Zeitraum stattgefunden hatte, legte er jedoch dem Gericht nie vor.

Es kam, wie es kommen musste – der Antrag wurde zurückgewiesen. Und mehr noch. Eine Prüfung der biologischen Vaterschaft sah das Gericht als nicht zielführend an.

Flappsig gesagt: So lange niemand weiß, wer nun wirklich der biologische Vater ist, muss auch niemand dem Kind erklären, dass der soziale Vater, der Hauptbezugsperson des Kindes ist, nicht der leibliche Vater ist.

Zu diesem Vorgehen riet auch die Verfahrensbeiständin dringend. Das Kind solle über die Unklarheiten in Bezug auf die Vaterschaft unbedingt im Unklaren gelassen werden.

OLG Bremen 5 UF 89/14 vom 14.10.2014

By |November 7th, 2014|Allgemein|0 Comments

Vereinfachtes Verfahren zum Sorgerecht

Mit der Gesetzesänderung zum Sorgerecht nicht ehelicher Väter im vergangenen Jahr wurde auch die Möglichkeit geschaffen, durch ein sog. vereinfachtes Verfahrens das gemeinsame Sorgerecht zu erlangen, wenn dagegensprechende Gründe, die im Wohl des Kindes liegen, nicht erkennbar sind.

Seither herrscht eine gewisse Unruhe, nicht nur an zuständigen Gerichten sondern und insbesondere auch unter betroffenen Vätern. Wiederholt werden Berichte laut, nach welchen ohne nachvollziehbaren Grund das vereinfachte Verfahren nicht angewandt sondern Anhörungen in der Sache anberaumt werden. Zudem fehlt es an einer belastbaren Allgemeindefinition kindeswohlrelevanter Gründe, welche der gemeinsamen Sorge ernsthaft entgegenstehen. So hält sich an einigen Gerichten nach wie vor die “gestörte Kommunikation” zwischen den Eltern hartnäckig als potentielle Notbremse, wenn alle anderen Begründungen nicht zugelassen werden sollten.

Eine aktuelle Rechtsprechung des OLG Karlsruhe zeigt jedoch auf, dass ein wesentlicher Faktor stets zu bedenken ist:

Ob die vorgetragenen Gründe tatsächlich zutreffen, ist zunächst nicht relevant. Allein der Vortrag potentiell das Kindeswohl berührender Gründe schließt das vereinfachte Verfahren im Grunde aus. Zur genaueren Prüfung stehen sodann die Anhörung und Vorträge der Eltern zur Verfügung:

OLG Karlsruhe v. 13.06.2014 – 18 UF 103/14

By |Oktober 29th, 2014|Allgemein|0 Comments

Sorgerecht ohne Entscheidungsgewalt

Wird eine gerichtliche Umgangsregelung nicht eingehalten, gibt es Möglichkeiten für betroffene Eltern, die Vereinbarung durchzusetzen. Theoretisch ist das auch im Bezug auf das Sorgerecht der Fall – praktisch kann man nichts dagegen unternehmen, wenn ein Elternteil einfach alleine entscheidet und Fakten schafft.

Das Kind ist plötzlich in einem Kindergarten, in einer medizinisch nicht zwingend nötigen Behandlung oder getauft und es lässt sich einfach nicht rückgängig machen. Nicht, ohne dem Kind damit zu schaden. Elternteile, welche die gemeinsame Sorge blockieren, wissen das sehr genau. Sie wissen, ist das Kind erst einmal zwischen die Fronten gestellt, wird ihre Alleinentscheidung Bestand haben, schon weil niemand das Kind für den Elternkonflikt büßen lassen will.

Es fehlt an Wegen und Werkzeugen um eine kooperative Elternschaft in der gemeinsamen Sorge tatsächlich durchzusetzen. Auf der Strecke bleiben die von den Entscheidungen ausgeschlossenen Elternteile, die nicht selten gegen Wände laufen – im Kindergarten, beim Kinderarzt und in der Schule. Dort werden sie oft an den anderen Elternteil verwiesen. Dort solle man sich informieren. Doppelte Elterngespräche werden nicht selten abgelehnt.

Was also tun, wenn man zwar das Sorgerecht hat aber dennoch von allen relevanten Entscheidungen ausgeschlossen wird?

Ein erster Schritt kann sein, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen. Lesen Sie mehr unter Sorgerecht – das Papier nicht wert?

By |Oktober 26th, 2014|Allgemein|0 Comments

Umgangsrecht: Du bekommst das Kind nur, wenn…

Wenn Eltern sich trennen, ergibt sich die Notwendigkeit zu regeln, wie das Kind in Zukunft den Kontakt auch mit demjenigen Elternteil pflegen soll, bei dem es nicht überwiegend lebt. Nach wie vor ist das Residenzmodell das am Häufigsten in Deutschland gelebte – das Kind wohnt also bei einem und besucht den anderen Elternteil regelmäßig.

Oft genug kommt es jedoch zu großen Spannungen, Irritationen oder sogar offenem Streit um die Frage, wer bestimmt, wann und wie Umgang stattfinden soll. Darf der Umgangselternteil das Kind einfach mitnehmen zur neuen Freundin/zum neuen Freund? Kann man verbieten, dass die Großmutter, mit der man sich noch nie verstanden hat, das Kind während der Umgangszeit auch sieht? Wer entscheidet, ob das Kind Schokolade vor dem Essen bekommt und wann es ins Bett muss?

Wir beantworten diese Frage und klären auf über das große Missverständnis um ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes. Denn dass man niemanden zu (regelmäßigem) Umgang zwingen kann stimmt so nicht ganz.

Lesen Sie mehr unter Umgangsrecht – wer darf was?

 

By |Oktober 22nd, 2014|Allgemein|0 Comments

Kriegsschauplatz Kindergarten

Der Besuch eines Kindergartens ist heute üblich, der Besuch einer Kinderkrippe kommt zunehmend in Mode. Für von Trennung mit Kind betroffene Eltern bedeutet die Dreieckskonstellation mit einer Betreuungseinrichtung allerlei Chancen, den Elternkonflikt vom Kind fern zu halten und insgesamt zumindest in Teilen zu befrieden. Aber auch Risiken und zusätzliche Eskalationsbühnen ergeben sich durch das Auftreten einer dritten Partei in Form der Betreuungseinrichtung.

Während mancher Kindergarten gut belastbare Modelle zum Umgang mit Kindern in Trennungssituationen lebt und deutlich kompetent als Puffer zwischen den Eltern und für das Kind agiert, gibt es leider mit anderen Betreuungseinrichtungen nach wie vor große Probleme. Ob aus Ideologie, falsch verstandener Neutralität oder – im schlimmsten Fall – einer Parteinahme mit einem der betroffenen Elternteile: Wenn der Kindergarten Kriegstreiber wird, statt Deeskalation im Sinne des Kindes zu verfolgen und zu unterstützen, können die Dinge schnell eskalieren. Und das völlig unnötig.

Einzelberichte legen sogar nahe, dass allein durch Fehlentscheidungen einbezogener Betreuungseinrichtungen Elternkonflikte überhaupt erst eskalieren können.

Bestehende Missverständnisse zu Zusammenhängen zwischen Alltagssorge und Entscheidungen rund um Kindergarten und Kinderkrippe tragen zusätzlich dazu bei, dass der Eintritt in den Kindergarten für ein Trennungskind nicht selten wie der Gong zur nächsten Runde im Boxring wirkt.

Am Ende steht stets dasselbe:

Streitende Erwachsene und ein Kind, das die Zeche zahlen muss.

Lesen sie weiter unter Elternkrieg im Kindergarten

By |Oktober 20th, 2014|Allgemein|0 Comments

Eskalationsleiter – schlimme Folgen taktischer Fehler

Es geschieht immer wieder: Aus Umgangskonflikten oder einer Uneinigkeit über die Kindergartenwahl entspinnt sich ein Sorgerechtsverfahren, in welchem es plötzlich nicht mehr allein um die Frage des Kindergartes geht, sondern vielmehr grundsätzlich darum, ob und wie die Eltern zukünftig noch gemeinsam die Sorge für das Kind tragen können. So wird aus einer simplen Meinungsverschiedenheit schnell ein möglicher Eingriff in die Grundrechte der Eltern – dann nämlich, wenn das Gericht keinen anderen Weg sieht, als Teile des Sorgerechtes oder sogar das gesamte Sorgerecht einem Elternteil alleine zu übertragen – und damit dem anderen zu entziehen.

Kennen die betroffenen Eltern dann nicht das Prinzip der Eskalationsleiter, dem die Gerichte in ihren Maßnahmen und Entscheidungen folgen, können solche Prozesse subjektiv betrachtet schnell “außer Kontrolle” geraten. Dann wollte man eigentlich nur, dass ein anderer Kindergarten besucht wird, weil dieser vielleicht näher an der eigenen Wohnung liegt – und steht plötzlich ohne Sorgerecht da.

Ganz besonders das Aufenthaltsbestimmungsrecht wird oft ohne jede Not regelrecht “drangegeben”, indem ohne Aussicht auf Erfolg die Übertragung auf einen Elternteil alleine beantragt wird. Ist es dann jedoch verloren, kann der andere Elternteil ohne Rücksprache tausende von Kilometern weit weg ziehen – ohne jede Absprache.

Über die großen Gefahren eines ganz einfachen Prinzips berichten wir in Die Eskalationsleiter – nach den Regeln spielen

 

By |Oktober 16th, 2014|Allgemein|5 Comments

10 Gründe für das gemeinsame Sorgerecht

Im Mai 2013 ging ein Ruck durch die Welt der deutschen Familiengerichte – und Themenforen für Alleinerziehende – denn durch eine Gesetzesänderung wurden völlig neue Voraussetzungen für unverheiratete Eltern geschaffen. Was war geschehn?

Bis zur Änderung des Gesetzes konnten nicht verheiratete Väter das Sorgerecht für ihr Kind nur dann erhalten, wenn sie dessen Mutter heirateten oder wenn diese dem gemeinsamen Sorgerecht zustimmte. Stimmte die Mutter nicht zu, gab es für den Vater keinerlei Möglichkeit, das gemeinsame Sorgerecht zu erhalten. Das, so befand der europäische Gerichtshof für Menschenrechte, verstießt klar sowohl gegen das Grundgesetz als auch gegen die Verfassung. Somit wurde der deutsche Gesetzgeber gezwungen, etwas zu verändern.

Das führte zunächst zu einer Übergangslösung bis zum Inkrafttreten der Gesetzesänderung, die sehr anschaulich machte, worin der wesentliche Vorteil einer sog. “Negativprüfung” liegt. In der Übergangszeit nämlich konnte ein Gericht das gemeinsame Sorgerecht ablehnen, sofern nicht die Herstellung der gemeinsamen Sorge dem Kindeswohl diente. Es mussten also erhebliche Vorteile für das Kind durch die gemeinsame Sorge nachgewiesen werden und diese wurden allzu oft damit verneint, dass die gemeinsame Sorge das Konfliktpotential zwischen den Eltern steigere.

Nun, nach Inkrafttreten der Änderung gilt die sog. Negativprüfung – das gemeinsame Sorgerecht darf demnach nur dann verwehrt werden, wenn abzusehen ist, dass die gemeinsame Sorge dem Kind schaden würde. Nun also muss belegt werden, dass durch Beteiligung beider Eltern am Sorgerecht ein Nachteil für das Kind entstehen würde. Das sind völlig andere Vorraussetzungen.

Gleichwie führte die Novellierung zu hitzigen Diskussionen rund um das Sorgerecht und insbesondere leidenschaftlich wurde die Frage behandelt, welche Probleme, Konflikte und Nachteile eine gemeinsame Sorge nicht verheirateter Eltern – zum Beispiel wenn das Kind durch ein einmaliges Beisammensein entstanden ist – mit sich bringe. Eine inhaltliche Gegendebatte, welche praktischen Vorteile die gemeinsame Sorge bereithält konnten wir hingegen leider nicht verfolgen, wobei sie durchaus im Überhang der negativen Schlagzeilen untergegangen sein mag. Oft beschränkten sich die Fürsprecher der gemeinsamen Sorge kurzum auf den Fakt, dass es die gerechtere weil gleichberechtigte Lösung für die Eltern sei.

Dass aber das gemeinsame Sorgerecht viel mehr leisten kann, nicht nur für die betroffenene Eltern sondern grade auch für die Kinder, wollen wir näher erläutern in 10 gute Gründe für das gemeinsame Sorgerecht.

By |Oktober 13th, 2014|Allgemein|0 Comments