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Trennungmitkind.com nominiert für Liebster-Award!

Nun hat doch tatsächlich Thomas Friedrichs vom Rosenkrieg-Blog Trennungmitkind.com für den Liebster Award nominiert. Was ist das für ein Award? Nun, ein ganz charmanter, denn er ist eine Initiative von Bloggern für Blogger und bedeutet: “Ich finde Deinen Blog klasse und möchte mehr über Dich als Autor erfahren!”

Einen ganz herzlichen Dank für das Lob zu allererst einmal an Dich, lieber Thomas.

Thomas und ich haben uns beim Netzwerken kennengelernt und verweisen bei entsprechenden Schnittstellen gerne auf den Blog des jeweils anderen. Das ergänzt sich ganz fantastisch, weil Thomas im Rosenkrieg-Blog sehr reflektiert und hautnah schildert, wie er als Betroffener Situationen erlebt, die hier auf Trennungmitkind.com aus einer sehr nüchternen, oft juristischen oder fachspezifischen Sicht beleuchtet werden.

Zum Liebster Award gehört es dann, dem Autoren – also mir – 11 Fragen zu stellen, die tiefere Einblicke in dessen Persönlichkeit, Werdegang, Ziele und Motivation schaffen sollen und der Autor – also ich – nominiert im Abschluss selbst 3 bis 6 andere Autoren von interessanten und hilfreichen Blogs.

 

Hier nun Thomas´Fragen und meine Antworten:

1. Was hat dich dazu bewegt, Blogger zu werden?

Eigentlich ein Schock, wenn man so möchte. Ich war schon lange und sehr erfolgreich in meinem Beruf als Headhunterin tätig und selbständig, als sich ein Geschäftspartner das Leben nahm, weil er seine Kinder nach der Scheidung nicht mehr sehen durfte. Das war für mich erschütternd und es ließ mich nicht mehr los. Gleichzeitig steckte ein enger Freund in einer sehr ähnlichen Situation, durfte seine kleine Tochter nicht sehen und ich wollte helfen. Also habe ich mich in die Materie eingearbeitet und über Jahre und Prozesse in mehreren Instanzen hinweg unfassbar viel Wissen über die Vorgänge nach Trennungen und Scheidungen mit Kindern gesammelt.

Ob ich bewusst “Blogger geworden” bin, weiß ich gar nicht so genau. Es war mir wichtig, das geballte Wissen, das ich angesammelt hatte, an andere Betroffene weiter zu geben und damit so vielen wie möglich zu ersparen, dieselben Erfahrungen und Fehler erneut machen zu müssen, die ich schon hinter mir hatte. Da kam mir kein besseres Medium in den Sinn, als das Internet. Und wenn Du etwas zu sagen hast, das andere hören/lesen können sollen, lag für mich ein Blog nahe. Der ließ sich schnell einrichten, ich – als digital minderbegabte Persönlichkeit – konnte die Software bedienen, kam damit zurecht und konnte erst einmal diesen Stau an Output in die Welt hinaus lassen.

Wohin es sich entwickeln würde, war für mich so nicht abzuschätzen und ich hätte es mir auch kaum vorstellen können. Welche Macht das Medium Internet tatsächlich entwickelt, war für mich neu, obwohl ich in meiner Generation natürlich mit dem Netz aufgewachsen bin. Aber so aus der Nähe hatte ich es nie erlebt. Heute lesen täglich mehrere hundert Menschen meine Artikel, also tausende pro Monat. Das ist für mich  noch immer absolut unbegreiflich.

2. Was machst du, Morgens nachdem aufstehen, zu aller erst?

Also wenn ich eines keinesfalls bin, dann ein Morgenmensch. Die erste Stunde nach dem Aufstehen dient mir rein zum hochfahren des inneren Betriebssystemes mit Hilfe von Tee, Nikotin und einer nicht zu anspruchsvollen Tätigkeit – Emails lesen zum Beispiel. Merke: Lesen. Auf gar keinen Fall beantworten, denn dazu bin ich in diesem frühen Stadium keinesfalls imstande. Die Sprache hat mich dann noch nicht wieder und insgesamt ist nicht viel mit mir anzufangen, bis der Morgennebel sich aus meinem Kopf verzogen hat. Ich sitze dann zombiesk vor meinem PC und warte, bis sich das Gefühl einstellt, sinnvoll am allgemeinen Leben teilhaben zu können 😉

3. Welche Ausbildung/en hast du in deinem Leben genossen?

Streng genommen mehrere, wenn man sich auf klassische Ausbildungen beziehen möchte, aber für den Blog ist das weniger relevant. Von Haus aus habe ich einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund, habe lange Jahre im In- und Ausland in der Key-Account-Betreuung und im Headhunting gearbeitet und habe vermutlich so viele Kommunikations- und Vertriebsschulungen hinter mir wie sonst nur Frontmänner der großen Banken ;). Schon das hatte mit dem ursprünglichen kaufmännischen Ansatz nicht mehr viel zu tun, sondern vielmehr mit der Arbeit mit und am Menschen. Es bot sich mir die Möglichkeit, mich in die objektive Hermeneutik einführen zu lassen. So kam ich auf meinen ganz persönlichen Spleen für Kommunikations- und Interaktionspsychologie. Das ist ein tiefes Interesse, das mich schon lange vor dem Trennungmitkind.com-Blog und dem Themenradius, den ich darin behandle, getrieben hat. Wieviele Bücher ich gelesen habe, Studien, Versuchsberichte etc. weiß ich heute nicht mehr und könnte es nicht beziffern. Es wurde mein Thema und ich habe begonnen, mich in meinem damaligen Beruf auf eine Art Profiling zu spezialisieren, das mich von der Konkurrenz abgehoben hat, so dass ich letztlich als junge Frau erfolgreich selbständig als Headhunterin arbeiten konnte in einem Fachsegment – technische Führungskräfte – das eigentlich von älteren Herren beherrscht wird. Gleichzeitig habe ich von Kindesbeinen an durch meinen heute leider verstorbenen Vater ein sehr solides Grundverständnis für die Funktionsweisen des deutschen Rechtssystems gewinnen dürfen, das ich in den Jahren darauf ebenfalls aus Eigeninteresse immer weiter ausgebaut habe. Sehr sehr wichtig war in diesem Kontext aus heutiger Sicht für mich die Zeit, in der ich als einzige Nicht-Juristin im größten deutschsprachigen Rechtsforum mitmoderieren und sehr viel von Anwälten und Anwältinnen unterschiedlichster Schwerpunkte lernen durfte.

Insofern muss und kann man sagen, was ich hier heute mit Trennungmitkind.com tue, habe ich nie konkre gelernt, es fügt sich eher aus diversen Bereichen schlüssig zusammen. Allerdings möchte ich jetzt zeitnah noch konsequenter Hilfestellungen leisten können. Deshalb bin ich im Begriff, mich hier um spezifische, insbesondere fachpädagogische und auch juristische Weiterbildungen zu kümmern. Ich möchte gerne als Verfahrens- und Umgansgpflegerin auch im gerichtlichen Auftrag tätig werden können und so Menschen helfen, die nicht selbst den Weg zum Blog finden.
4. Du hast drei Wünsche frei, was wünschst du dir?

Eine Instant-Revolutionierung des deutschen Familienrechtes, die viele Problemstellungen, mit denen ich mich heute gemeinsam mit Betroffenen auseinandersetze gar nicht erst aufkommen lässt, dass die Menschen den Drang verlieren, sich gegenseitig zu verletzen und zu schaden und einen Lebensvorrat von diesem fantastischen Eisteepulver, das es nur in der Schweiz zu kaufen gibt.

5. Was ist an deinem Blog so besonders und warum sollten die leute ihn verfolgen?

Es gibt keinen Vergleichbaren. Das höre und lese ich immer und immer wieder sowohl von Betroffenen als auch von Fachkräften, die für Gerichte in Familiensachen tätig sind. Neben all den teils sehr persönlich oder ideologisch eingefärbten Angeboten im Thema fehlte einfach eine nüchterne, sachliche Herangehensweise und auch der ultimative Fokus auf Soforthilfe für Betroffene war nicht da. Viele Verbände und Vereinigungen machen Politik – das ist das große Bild. Gleichzeitig im großen Bild und im Einzelfall wirklich konkret und sinnvoll helfen, halte ich für sehr schwierig. Dazu sind die Interessen dann einfach zu gegensätzlich.

Trennungmitkind.com macht keine Politik, sondern hat sich stur in den Kopf gesetzt, Hilfe zu leisten. Sei das durch Wissensvermittlung, Informationsbereitstellung, durch nützliche Links zu Angeboten anderer Anbieter oder durch ganz konkrete Einzelfallberatung durch mich persönlich. Das Wissen auf dieser Seite kann erheblichen Schaden vermeiden, wenn man es sich rechtzeitig aneignet und das Feld ist weit, es gibt so viel zu erklären, zu ergründen und weiter zu geben.
6. Wer bin ich und wenn ja, wieviel? Diese Frage hat “Richard David Precht” in seinem Buch behandelt und uns an die großen Fragen der Philosophie heran geführt. Was bedeutet diese Frage für dich persönlich?

Sie bedeutet für mich die Wandelbarkeit und den Facettenreichtum der menschlichen Persönlichkeit. Niemand ist “nur” Mann oder Frau, “nur” Vater oder Mutter, “nur” Blogautor oder Postbote, Polizistin oder Bankangestellter. Aber wir versteifen uns häufig auf eine dieser vielen Seiten an uns, wenn die Emotionen überkochen und verlieren unser großes Ganzes aus dem Blick und damit auch die Relation der Dinge, die uns ärgern, verletzen oder umtreiben.

Ein Schritt zurück, damit man wieder Wald statt Baum sieht, hilft oft.
7. Beschreibe deinen Blog in 3 Stichwörtern.

Informativ, nützlich, notwendig
8. Angenommen es gäbe wirklich einen Gott und du darfst diesem eine Frage stellen, welche wäre das?

Würdest Du es nochmal tun?
9. Wie gehst du mit Kritik zu deinem Blog um?

Inzwischen sehr professionell, hoffe ich. Am Anfang war das nicht so einfach. Zwar haben mich Freunde, auch Internet-affinere Freunde als ich selbst, davor gewarnt, dass mit steigender Bekanntheit bald auch kritische Stimmen laut werden würden, als dann aber tatsächlich teilweise sehr wilde Vorwürfe auftauchten, hat mich das sehr irritiert und auch geärgert. Das Themenfeld in dem ich mich bewege ist emotional sehr aufgeladen und auch hochpolitisch. Dass nicht alle meiner Meinung sind ist normal und damit kann ich gut umgehen. Aber es kommen in regelmäßigen Abständen und je nach aktuellem Artikelthema auch Vorwürfe auf, der Blog sei wahlweise “väterfreundlich” oder “mütterfreundlich” oder “systemfreundlich” und dergleichen. Das ärgert mich. Mit konkreter, greifbarer Kritik kann und will ich konstruktiv umgehen. Aus meinem direkten Netzwerk lesen jederzeit mehrere Fachkräfte unterschiedlicher Bereiche mit und würden mich auf grobe zum Beispiel inhaltliche Fehler sofort ansprechen. Das ist mir sehr wichtig, auch für meine Leser, um die Qualität meiner Artikel zu sichern.

Geärgert, also wirklich richtig geärgert, haben mich Versuche von anderen Anbietern von Betroffenenberatung, in Artikelkommentaren haltlos meine Artikel zu zerreißen, um dann im Fließtext Werbung für die eigene Seite oder ein eigenes Produkt zu platzieren. Das fand ich frech und hochgradig unprofessionell.
10. Alles Ansichtssache, oder?

Absolut. Jeder Mensch generiert seine eigene Realität aus seinem Fundus an Erfahrungen, Wissen, Gefühlen und Wünschen/Zielen. Wir alle leben in einer eigenen kleinen Welt, sind uns dessen aber viel zu selten bewusst. Dabei kann das Ausbrechen aus der eigenen kleinen Blase und ein Blick in die Blase eines anderen viele Missverständnisse ausräumen und es sehr viel leichter machen, gut miteinander aus zu kommen.
11. Was ist dein nächstes Projekt?

Wie erwähnt will ich den konsequenten nächsten Schritt gehen und die Fachweiterbildung zur Verfahrens- und Umgangspflegerin absolvieren. Das, was ich hier tue, ist in meinen Augen einfach zu wichtig, um es halbherzig zu machen. Für den Blog selbst schweben mir diverse Ideen im Kopf herum wie mehr Interaktivität, Austauschmöglichkeiten für Betroffene, vielleicht ein angebundenes Forum oder ein Chat, in dem man sich schneller und einfacher austauschen kann, ohne für eine politische Strömung rekrutiert zu werden. Das sind kleine Verbesserungen für die Leser, die nach und nach kommen werden und irgendwann wohl auch den Umbruch mit sich bringen vom Blog zur Website. Darauf bin ich sehr gespannt und freue mich.

 

 

Noch einmal ganz herzlichen Dank an Thomas Friedrich vom Rosenkrieg-Blog für diese Nominierung. Deine Fragen waren taff aber auch sehr spannend und es hat Spaß gemacht, sich damit auseinander zu setzen.

Ich nominiere für den Liebster Award:

Susanne Petermann vom Stiefmutterblog

Den Herrn Doktor von kinderdoc.wordpress.com

Hans-Georg Nelles von vaeter-und-karriere.de

Eine weitere Wahl wäre eindeutig Lutz Bierend von fatherleft gewesen, aber da Lutz sich schon mit Melanies Fragen befassen darf und auch schon mehrfach nominiert war, belasse ich es hier bei einer Erwähnung ehrenhalber 😉

 

11 Fragen an die Nominierten:

  1. Wenn Dir vor 10 Jahren jemand gesagt hätte “In 10 Jahren bist du Blogger”, was hättest du geantwortet?
  2. Was hat dich an deinen oder bezüglich deiner Leser am meisten überrascht?
  3. Was war der glücklichste Zufall deines bisherigen Lebens?
  4. Wenn du heute deinen Blog noch einmal ganz neu starten würdest – was würdest du anders machen?
  5. Hast du einen “Traum”?
  6. Angenommen morgen würde das Internet abgeschaltet – was würdest du tun?
  7. Was hat dich im Internet bisher am meisten geärgert?
  8. Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn…?
  9. Welche Jahreszeit liegt dir am meisten und warum?
  10. Gab es ein alternatives Thema, über das du gerne bloggen würdest oder gebloggt hättest?
  11. Dein Blog in 5 Jahren…?

 

 

Und so gibst du den „Liebster Award“ weiter:

  • Verlinke die Person, die dich nominiert hat auf deinem Blog
  • Beantworte meine 11 Fragen
  • Wähle Blogs aus, die du nominieren möchtest
  • Teile den jeweiligen Bloggern mit, dass du sie nominiert hast
  • Formuliere 11 Fragen, die du den Nominierten stellst
By |April 21st, 2015|Allgemein|0 Comments

Mama ist irre und Papa ein Verbrecher!

Wenn Menschen sich streiten, werden sie gemein. Das gilt leider auch für Menschen, die gemeinsam Kinder bekommen haben und als Paar nicht mehr funktionieren. Die Unmöglichkeit, sich wirklich in aller Konsequenz vom Ex-Partner los zu lösen, weil das Kind da ist, weil man sich nicht einfach für den Rest des Lebens aus dem Weg gehen kann, führt zu zusätzlichen Spannungen in einem ohnehin meist zerrütteten und emotional aufgeladenen Verhältnis.

Der Weg zu offenem Streit ist dann nicht weit und natürlich geht es dann um das Einzige, womit noch immer beide zu tun haben – das Kind.

Zumindest vordergründig geht es um das Kind. Eigentlich geht es um viel mehr und auch der entstehende Schaden ist viel größer als Missmut und Weiterwachsen der ohnehin vorhandenen gegenseitigen Abneigung.

Wenn man sich um Zahnpastatuben, gemeinsame Freizeitgestaltung und persönliche Vorlieben nicht länger streiten kann, weil man kein Paar mehr ist, dann verlagern sich diese Diskussionen schnell gänzlich auf den Rücken der gemeinsamen Kinder. Nun geht es um deren Zahnpasta, deren Freizeitgestaltung und deren persönliche Vorlieben. Diese Art von Streit eskaliert dann in der Regel schnell und fast schon aberwitzig. Die Vorwürfe werden immer haltloser und erheblicher im selben Atemzug und am Ende landet man nicht selten vor Gericht. Bis dahin ist nicht selten die Mutter angeblich schwer psychiatrisch krank oder der Vater ein den Behörden bisher nur mit Mühe nicht ins Netz gegangener organisierter Verbrecher.

Dort stellt sich dann die bange Frage: Was ist eigentlich eine Kindeswohlgefährdung, wo fängt sie an und ist mein/e Ex schlimm genug, um ihm/ihr das Kind weg zu nehmen?

Denn darauf läuft es meist hinaus.

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Begleitperson oder Tonbandaufnahme beim Gutachten?

Das OLG Hamm hat kürzlich mit erfreulicher Vernunft festgehalten, dass zwar kein explizites Recht bestünde, sich bei Explorationsgesprächen mit psychologischen oder medizinischen Sachverständigen in familienrechtlichen Verfahren durch Tonbandaufnahmen oder eine Begleitperson/einen Zeugen abzusichern, ein dem entgegenstehendes Recht des Gutachters/der Gutachterin zumindest bezüglich der Anwesenheit einer dritten, sich nicht beteiligenden Person, besteht allerdings auch nicht.

OLG Hamm · Beschluss vom 3. Februar 2015 · Az. 14 UF 135/14

Demnach spricht zunächst einmal nichts dagegen, dass ein zu begutachtender Vater oder eine zu begutachtende Mutter sich mentale Unterstützung in Form einer dritten Person mitbringt, sofern diese sich vollkommen aus dem Gesprächsverlauf heraushält und somit die Exploration nicht stört.

Anders verhält es sich bei dem Wunsch, ein Tonband mitlaufen zu lassen – hier hat der Gutachter/die Gutachterin natürlich dasselbe Recht wie jeder andere Mensch, sich Aufnahmen der eigenen Person zu verbitten. Allerdings regt das OLG Hamm in o.g. Beschluss an, abzuwägen, welche Vorgehensweise die Exploration stärker beeinträchtigt. Jedenfalls sind Tonaufzeichnungen ohne ausdrückliches Einverständnis des familienpsychologischen Gutachters/der Gutachterin nicht erlaubt.

Geklagt hatte ein Vater, der zuvor mit einem Ablehnungsgesuch bezüglich der bestellten familienpsychologischen Gutachterin nicht erfolgreich gewesen war. Nach Aussage des betroffenen Vaters hatte er durch eine unsachliche Aussage der Gutachterin in einem früheren Explorationsgespräch das Vertrauen in deren Unbefangenheit verloren, sein Antrag scheiterte dann jedoch daran, dass er besagte Aussage nicht belegen konnte. Aufgrund dessen weigerte er sich im weiteren Verlauf ohne eine Form des Beleges weiterhin an Explorationsgesprächen Teil zu nehmen.

Die betroffene Gutachterin lehnte jedoch die Anwesenheit einer dritten Person als Zeuge ebenso wie eine Tonbandaufnahme folgender Gespräche ab.

Fazit: Steht eine familienpsychologische Begutachtung und entsprechende Explorationsgespräche an, darf ein Betroffener/eine Betroffene eine dritte Person zur Unterstützung mitbringen, die sich in Hörweite aufhalten darf, sofern diese ausdrücklich in keiner Form an der Exploration mitwirkt, also den Mund und sich heraus hält. Wen ein Betroffener/eine Betroffene hierzu einläd ist nicht eingeschränkt – es kann also der eigene Anwalt ebenso sein wie ein Großelternteil, ein Freund/eine Freundin oder ein/e Vertreter/in eines Interessenverbandes.

By |April 14th, 2015|Allgemein|1 Comment

Alleiniges Sorgerecht

Kommt es zu einer Trennung mit Kind wird “plötzlich” relevant, wer welche Rechte inne hat und wer nicht. Insbesondere das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder gewinnt erheblich an Gewicht. Dabei herrscht regelmäßig Verwirrung darüber, welche Entscheidungen überhaupt in das Sorgerecht fallen, was bei gemeinsamem Sorgerecht auch nur gemeinsam entschieden werden kann und welche Gründe ein alleiniges Sorgerecht rechtfertigen können, wenn bis zur Trennung das gemeinsame Sorgerecht bestanden hat.

Zudem haben die kürzliche Gesetzesänderung zur Erleichterung der Erlangung der gemeinsamen Sorge für nicht verheiratete Väter und eine sich deutlich verändernde Mentalität der zuständigen Familiengerichte seit der entsprechenden Rüge durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu Verunsicherung geführt.

Wann und unter welchen Umständen ein alleiniges Sorgerecht durchgesetzt werden kann – sei das entgegen der bis dahin bestehenden gemeinsamen Sorge oder in der Form, dass ein entsprechender Antrag, das gemeinsame Sorgerecht herzustellen, abgelehnt wird – und welche Gründe die Sorgerechtsregelung ausdrücklich nicht tangieren, zeigen wir im folgenden Artikel auf.

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By |März 28th, 2015|Allgemein, Recht & Gerechtigkeit|0 Comments

Die 5 größten Irrtümer im Umgangsverfahren

Immer wieder scheitern Elternteile nach einer Trennung mit Kind gefühlt oder tatsächlich beim Versuch, die Ihnen vorschwebende Umgangsregelung gerichtlich durchzusetzen oder in der Folge die Umsetzung sicherzustellen. Häufig allerdings ist Teil des Problemes Informationsmangel bei den Betroffenen und relativ schlichte Formfehler, die im Ergebnis dazu führen können, dass Umgänge nicht oder nicht immer funktionieren, Abläufe nicht klappen wollen oder sogar ein Umgangsboykott scheinbar folgenlos stattfinden kann.

Wir nennen die 5 größten Irrtümer im Umgangsverfahren vor dem Familiengericht, die zu solchen Ergebnissen führen können:

 

1. Das Gericht ist dafür zuständig die fairste Lösung zwischen den Eltern herzustellen

Falsch.
Das Gericht ist dafür zuständig – und das wird ausdrücklich vom Gesetzgeber verlangt – die für das betroffene Kind entwicklungspsychologisch mutmaßlich beste bzw. unschädlichste Lösung zu finden. Das sogenannte Kindeswohl ist der Maßstab. Das kann – im Extremfall – bedeuten, dass ein Gericht einen Umgangsausschluss[weiterlesen…]

By |März 24th, 2015|Allgemein|0 Comments

Ordnungsgeld bei Kontakt außerhalb des Umgangs

Eine in unseren Augen problematische Entscheidung hat das KG Berlin im Februar getroffen, indem es einem Vater, der sein Kind außerhalb der durch das Gericht geregelten Umgangszeit mehrfach an der Schule und auf dem Schulweg abgepasst hatte, Ordnungsgeld auferlegt.

Die Entscheidung im Volltext ist hier nachzulesen:

KG · Beschluss vom 12. Februar 2015 · Az. 13 WF 203/14

Schwierig hierbei empfinden wir vor allen Dingen den Begründungstenor, das Kind müsse davor geschützt werden, sich mit dem umgangsberechtigten Elternteil “auseinandersetzen zu müssen” und auf diese Weise vor dem Elternkonflikt als solches geschützt werden. Hier zieht das KG in unseren Augen einen falschen Rückschluss zwischen Elternkonflikt und der Beziehung zwischen Kind und Umgangselternteil. Nicht das Kind hat einen Konflikt mit dem Umgangsberechtigten, wieso also sollten Begegnungen grundsätzlich eine Belastung darstellen?

Ganz besonders problematisch empfinden wir an dieser familiengerichtlichen Entscheidung in zweiter Instanz den Grundtenor, eine positive Umgangsregelung verneine automatisch Kontakte zwischen Kind und Umgangsberechtigtem außerhalb der Umgangszeit. Insofern wäre eine Prüfung dieser Entscheidung durch das BVerG durchaus spannend. Ob der betroffene Vater diesen Weg gehen wird, wird abzuwarten sein.

Ohne Frage ist nachvollziehbar, dass ein ständiges Abpassen des Kindes durch den nicht überwiegend betreuenden Elternteil insgesamt kein sinnvoller Ansatz sein kann. Weder der Charakter solche heimlichen Begegnungen zwischen Tür und Angel noch dieses immer wieder willkürliche einbrechen in den Alltag des Kindes kann letztlich für das Kind sinnvoll sein. Zudem natürlich eine einmal getroffene Umgangsregelung ad absurdum geführt wird, wenn man Ende doch jeder macht, was er will – das gilt letztlich für beide Elternteile.

Insofern scheint die Entscheidung selbst nachvollziehbar, die Begründung jedoch fragwürdig. Das KG bestätigte so die durch das Amtsgerichts Tempelhof-Kreuzberg – 163 F 5952/14 getroffene Entscheidung, welches dem Vater das Ordnungsgeld ursprünglich auferlegt hatte. Daraufhin war der betroffene Vater in die Beschwerde gegangen.

By |März 21st, 2015|Allgemein|2 Comments

Entfremdung – wie es beginnt

Bereits in “Wird mein Kind beeinflusst?” und auch im Beitrag “Beeinflussung, Entfremdung, PAS – was ist das?” haben wir versucht zu beschreiben, woran zu erkennen ist, dass ein Kind durch Beeinflussungsversuche belastet ist, wie sich Entfremdung und das Parental Alienation Syndrome unterscheiden lassen und in “Beeinflussung nach Trennung mit Kind” haben wir erläutert, dass schwere Entfremdung und PAS teilweise regelrecht unbewusst hervorgerufen wird und es gar nicht den aktiven Willen braucht, das Kind zu entfremden, um dennoch ein PAS auszulösen.

Noch nicht beschrieben haben wir die Anatomie einer Entfremdung. Den typischen Ablauf der Dinge, bis ein Kind sich partout weigert, den Vater/die Mutter zu sehen. Denn betrachtet man diese Abläufe und versetzt man sich in die betroffenen Kinder hinein, erscheint eine Entfremdung plötzlich die einzig logische Quintessenz zu sein.

 

Krisenherd am Küchentisch

Bevor ein Elternpaar sich trennt, gibt es in aller Regel Streit und Konflikte. So sehr wir uns dabei wünschen und hoffen, die Kinder würden nichts davon bemerken, weil wir Türen geschlossen halten oder warten, bis sie im Bett sind, erreicht mindestens die entstehende Grundstimmung die im Haushalt lebenden Kinder immer. Selbst wenn tatsächlich die eigentlichen Streitereien nicht miterlebt werden und nicht einmal laute Worte im Haus belauscht worden sind – Papa und Mama gehen anders mit einander um. Da ist mehr Distanz, Kälte, es fehlen kleine Gesten liebevoller Zuwendung. Kinder bemerken so etwas. Die Idee, dass ein Kind also die sich anbahnende Katastrophe nicht miterleben würde ist Wunschdenken. Das Kind spürt, dass etwas nicht stimmt, kann aber nicht greifen, was.[weiterlesen…]

By |März 6th, 2015|Allgemein, Parental Alienation Syndrome|0 Comments

In Brandenburg gibt es kein PAS

Wenn man sich mit Trennungskonflikten, Kindschaftsrecht und Lösungsansätzen für Nachtrennungsszenarien befasst, dann kommt man nicht umhin, den ein oder anderen Gerichtsbeschluss oder dessen Fazit mindestens zur Kenntnis zu nehmen. Meist handelt es sich um relativ übliche Interpretationen häufiger Probleme: Umgang ja oder nein und wenn nein, warum nicht? Wechselmodell ja oder nein und wenn ja, wieso? Leidet ein Kind unter dem gemeinsamen Sorgerecht, wenn die Eltern trotz fortgeschrittenen Alters nicht die innere Reife finden sich nicht aufzuführen wie Fünfjährige, die um ein Schaufelchen streiten? Aber hin und wieder ist auch etwas dabei, das staunen oder gleich irritiert die Brauen heben lässt.

So geschehen nun anhand einer im Brustton des Kindeswohls erklärten Entscheidung des Landesverfassungsgerichtes Brandenburg zu einem Fall, der im brandenburger Raum einen etwas extremen Richtungswechsel nahm.

 

Beide Eltern oder gar keine?

Doch von Anfang an:

Die Eltern des 2001 geborenen Mädchens trennten sich, als die Tochter 2 Jahre alt war und lieferten sich dann diverse familiengerichtliche Auseinandersetzungen unter anderem auch um den dauerhaften Wohnort des Kindes. Beide Eltern wollten also, dass das Mädchen bei ihnen lebt. 2004 dann – da war die Tochter also 3 Jahre alt – kam das Kind im Zuge einer einstweiligen Anordnung in den Haushalt des Kindesvaters, dem 2006 – inzwischen 5 Jahre alt und seit 2 Jahren mit Lebensmittelpunkt beim Kindesvater – das alleinige Sorgerecht übertragen wurde[weiterlesen…]

By |März 3rd, 2015|Allgemein, Parental Alienation Syndrome|0 Comments

Erziehung nach der Trennung

Schon in intakten Familien ist die Erziehung immer wieder ein Streitthema zwischen den Erwachsenen und nicht selten mischen sich zudem Großeltern, Freunde und Bekannte mit ein. Was sich jedoch im Rahmen einer liebevollen Paarbeziehung gerne zu einem running gag entspinnt, gerät nach einer Trennung nicht selten zu einem fortdauernden und sehr belastenden Streit.

Von zu-Bett-geh-Zeiten über den Konsum von Süßigkeiten, Fernsehen und Freizeitaktivitäten bis hin zu Kleidung, Weltanschauung und Religion reichen die Konfliktherde und häufig gibt es keinerlei Gewichtung mehr. Dann ist der Fruchtzwerg nach dem Abendessen ebenso förderlich oder schädlich für das Kind wie Frühenglisch oder ein eigens Pony. Allzu häufig geht es dabei allerdings im Kern gar nicht um das Kind, sondern um eine Machtfrage. Wer entscheidet, wie das Kind einmal wird und in welchem Ausmaß? Immerhin geht es um nicht weniger als die erwachsene Person, zu der sich das gemeinsame Kind einmal entwickeln soll.

Grade nach einer Trennung, nachdem man also zumindest in Teilen die Unvollkommenheit des anderen Elternteils als Person sehr bewusst wahrgenommen hat, kommen hier leicht unbegründete Überschätzung der eigenen moralischen und ethischen Fehlbarkeit und durchaus auch persönliche Verletztheiten ins Spiel, die unter dem Deckmantel der Erziehungsfragen ausgetragen werden.

Leidtragende sind, wie so oft, die Kinder, die in aller Regel mit unterschiedlichen Werte- und Regelgefügen deutlich besser umgehen können, als mit latent streitenden Eltern. Eine Katastrophe, wenn dann zudem irgendwann der Versuch, den eigenen Einfluss zu erhalten, bis auf die Kinder durchwirkt, die angehalten werden, sich dem anderen Elternteil einfach zu verweigern, wenn der etwas abweichendes erlaubt oder verbietet.

Entwicklungen, Verwicklungen und die schwierige Frage, wie man etwas, das schon in guten Zeiten ein Problem sein kann in schlechten Zeiten konstruktiv meistern soll suchen wir in Erziehung nach der Trennung

By |Januar 20th, 2015|Allgemein|0 Comments

Der/die Ex kümmert sich nicht!

In einschlägigen Gesprächsrunden beschleicht schnell das Gefühl, in jedem zweiten Trennungsfall tauche ein Elternteil nach der Trennung einfach vollständig ab und wolle von den Kindern schlicht nichts mehr wissen. Insbesondere das Bild “sich absetzender” Väter hat in der Vergangenheit sehr tendenziös die öffentliche Meinung geprägt.

Oft allerdings lässt sich erklären, wie es dazu kommen kann – und das ganz ohne Desinteresse und böse Absichten.

Wenn dann die Erwachsenen keinen konstruktiven Weg zu einem neuen Miteinander und einer sinnvollen Regelung finden, sind es immer die Kinder, die erheblichen Schaden davontragen. Ob aus Konfliktflucht, falsch verstandener Rücksichtnahme, Angst vor Fehlern oder schlicht schlechter Organisation heraus – wenn der Kontakt zu einem Elternteil abbricht oder abzubrechen droht, unregelmäßig oder zu selten stattfindet, ist die gesunde emotionale Entwicklung der Kinder gefährdet.

Das bedeutet umgehenden Handlungsbedarf für alle Beteiligten.

Wie kommt es zu solchen “Abtauchern”, wie holt man sie zurück und sollte man das überhaupt?

Wir versuchen uns dem Thema zu nähern in Er/Sie kümmert sich gar nicht (mehr) um´s Kind!

By |Januar 15th, 2015|Allgemein|0 Comments