Mit der Gesetzesänderung zum Sorgerecht nicht ehelicher Väter im vergangenen Jahr wurde auch die Möglichkeit geschaffen, durch ein sog. vereinfachtes Verfahrens das gemeinsame Sorgerecht zu erlangen, wenn dagegensprechende Gründe, die im Wohl des Kindes liegen, nicht erkennbar sind.

Seither herrscht eine gewisse Unruhe, nicht nur an zuständigen Gerichten sondern und insbesondere auch unter betroffenen Vätern. Wiederholt werden Berichte laut, nach welchen ohne nachvollziehbaren Grund das vereinfachte Verfahren nicht angewandt sondern Anhörungen in der Sache anberaumt werden. Zudem fehlt es an einer belastbaren Allgemeindefinition kindeswohlrelevanter Gründe, welche der gemeinsamen Sorge ernsthaft entgegenstehen. So hält sich an einigen Gerichten nach wie vor die „gestörte Kommunikation“ zwischen den Eltern hartnäckig als potentielle Notbremse, wenn alle anderen Begründungen nicht zugelassen werden sollten.

Eine aktuelle Rechtsprechung des OLG Karlsruhe zeigt jedoch auf, dass ein wesentlicher Faktor stets zu bedenken ist:

Ob die vorgetragenen Gründe tatsächlich zutreffen, ist zunächst nicht relevant. Allein der Vortrag potentiell das Kindeswohl berührender Gründe schließt das vereinfachte Verfahren im Grunde aus. Zur genaueren Prüfung stehen sodann die Anhörung und Vorträge der Eltern zur Verfügung:

OLG Karlsruhe v. 13.06.2014 – 18 UF 103/14

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