Frisch nach der Trennung im Streit um Zeiten, Erziehungsmethoden oder auch Dinge, die mit den Kindern gar nichts zu tun haben, ist die Drohung schnell einmal ausgesprochen: “Dann lasse ich den Umgang vom Gericht ausschließen!”

So einfach ist das allerdings nicht. Im Gegenteil.

Der Super-GAU für jeden Umgangsberechtigten, der völlige Ausschluss von Kontakten über einen längeren Zeitraum – kommt selten vor und muss solide begründet werden können. Andernfalls heben Gerichte höherer Instanzen solche Beschlüsse durchaus auch auf und verweisen zurück.

Der Gesetzgeber hat eindeutig Stellung bezogen: Umgang mit beiden Eltern entspricht in der Regel dem Kindeswohl. Wörtlich ist dem §1684 BGB zu entnehmen, dass Umgang nur dann auf Dauer eingeschränkt oder ausgeschlossen werden kann, wenn andernfalls das Kindeswohl gefährdet wäre. Das ist eine vergleichsweise hohe Hürde für Gerichte, die einen Umgangsausschluss tatsächlich in Erwägung ziehen.

Kommt es dazu, befindet man sich meist am Ende einer destruktiven Spirale aus diversen Prozessen um Sorge- und Umgangsrecht, die sich bereits über Jahre hinzieht. Spätestens dann, wenn ein Umgangsausschluss tatsächlich zur Diskussion gestellt wird, ist auch die Beauftragung eines familienpsychologischen Gutachtens nahezu obligatorisch. Nach dem Grundsatz des anzuwendenden mildesten Mittels sind in der Regel schon diverse Lösungsansätze gescheitert oder ergebnislos im Sande verlaufen.

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