Wird eine gerichtliche Umgangsregelung nicht eingehalten, gibt es Möglichkeiten für betroffene Eltern, die Vereinbarung durchzusetzen. Theoretisch ist das auch im Bezug auf das Sorgerecht der Fall – praktisch kann man nichts dagegen unternehmen, wenn ein Elternteil einfach alleine entscheidet und Fakten schafft.

Das Kind ist plötzlich in einem Kindergarten, in einer medizinisch nicht zwingend nötigen Behandlung oder getauft und es lässt sich einfach nicht rückgängig machen. Nicht, ohne dem Kind damit zu schaden. Elternteile, welche die gemeinsame Sorge blockieren, wissen das sehr genau. Sie wissen, ist das Kind erst einmal zwischen die Fronten gestellt, wird ihre Alleinentscheidung Bestand haben, schon weil niemand das Kind für den Elternkonflikt büßen lassen will.

Es fehlt an Wegen und Werkzeugen um eine kooperative Elternschaft in der gemeinsamen Sorge tatsächlich durchzusetzen. Auf der Strecke bleiben die von den Entscheidungen ausgeschlossenen Elternteile, die nicht selten gegen Wände laufen – im Kindergarten, beim Kinderarzt und in der Schule. Dort werden sie oft an den anderen Elternteil verwiesen. Dort solle man sich informieren. Doppelte Elterngespräche werden nicht selten abgelehnt.

Was also tun, wenn man zwar das Sorgerecht hat aber dennoch von allen relevanten Entscheidungen ausgeschlossen wird?

Ein erster Schritt kann sein, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen. Lesen Sie mehr unter Sorgerecht – das Papier nicht wert?

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