Wenn man sich mit Trennungskonflikten, Kindschaftsrecht und Lösungsansätzen für Nachtrennungsszenarien befasst, dann kommt man nicht umhin, den ein oder anderen Gerichtsbeschluss oder dessen Fazit mindestens zur Kenntnis zu nehmen. Meist handelt es sich um relativ übliche Interpretationen häufiger Probleme: Umgang ja oder nein und wenn nein, warum nicht? Wechselmodell ja oder nein und wenn ja, wieso? Leidet ein Kind unter dem gemeinsamen Sorgerecht, wenn die Eltern trotz fortgeschrittenen Alters nicht die innere Reife finden sich nicht aufzuführen wie Fünfjährige, die um ein Schaufelchen streiten? Aber hin und wieder ist auch etwas dabei, das staunen oder gleich irritiert die Brauen heben lässt.

So geschehen nun anhand einer im Brustton des Kindeswohls erklärten Entscheidung des Landesverfassungsgerichtes Brandenburg zu einem Fall, der im brandenburger Raum einen etwas extremen Richtungswechsel nahm.

 

Beide Eltern oder gar keine?

Doch von Anfang an:

Die Eltern des 2001 geborenen Mädchens trennten sich, als die Tochter 2 Jahre alt war und lieferten sich dann diverse familiengerichtliche Auseinandersetzungen unter anderem auch um den dauerhaften Wohnort des Kindes. Beide Eltern wollten also, dass das Mädchen bei ihnen lebt. 2004 dann – da war die Tochter also 3 Jahre alt – kam das Kind im Zuge einer einstweiligen Anordnung in den Haushalt des Kindesvaters, dem 2006 – inzwischen 5 Jahre alt und seit 2 Jahren mit Lebensmittelpunkt beim Kindesvater – das alleinige Sorgerecht übertragen wurde[weiterlesen…]