Es geschieht immer wieder: Aus Umgangskonflikten oder einer Uneinigkeit über die Kindergartenwahl entspinnt sich ein Sorgerechtsverfahren, in welchem es plötzlich nicht mehr allein um die Frage des Kindergartes geht, sondern vielmehr grundsätzlich darum, ob und wie die Eltern zukünftig noch gemeinsam die Sorge für das Kind tragen können. So wird aus einer simplen Meinungsverschiedenheit schnell ein möglicher Eingriff in die Grundrechte der Eltern – dann nämlich, wenn das Gericht keinen anderen Weg sieht, als Teile des Sorgerechtes oder sogar das gesamte Sorgerecht einem Elternteil alleine zu übertragen – und damit dem anderen zu entziehen.

Kennen die betroffenen Eltern dann nicht das Prinzip der Eskalationsleiter, dem die Gerichte in ihren Maßnahmen und Entscheidungen folgen, können solche Prozesse subjektiv betrachtet schnell „außer Kontrolle“ geraten. Dann wollte man eigentlich nur, dass ein anderer Kindergarten besucht wird, weil dieser vielleicht näher an der eigenen Wohnung liegt – und steht plötzlich ohne Sorgerecht da.

Ganz besonders das Aufenthaltsbestimmungsrecht wird oft ohne jede Not regelrecht „drangegeben“, indem ohne Aussicht auf Erfolg die Übertragung auf einen Elternteil alleine beantragt wird. Ist es dann jedoch verloren, kann der andere Elternteil ohne Rücksprache tausende von Kilometern weit weg ziehen – ohne jede Absprache.

Über die großen Gefahren eines ganz einfachen Prinzips berichten wir in Die Eskalationsleiter – nach den Regeln spielen

 

Schon gelesen?