Bereits in „Wird mein Kind beeinflusst?“ und auch im Beitrag „Beeinflussung, Entfremdung, PAS – was ist das?“ haben wir versucht zu beschreiben, woran zu erkennen ist, dass ein Kind durch Beeinflussungsversuche belastet ist, wie sich Entfremdung und das Parental Alienation Syndrome unterscheiden lassen und in „Beeinflussung nach Trennung mit Kind“ haben wir erläutert, dass schwere Entfremdung und PAS teilweise regelrecht unbewusst hervorgerufen wird und es gar nicht den aktiven Willen braucht, das Kind zu entfremden, um dennoch ein PAS auszulösen.

Noch nicht beschrieben haben wir die Anatomie einer Entfremdung. Den typischen Ablauf der Dinge, bis ein Kind sich partout weigert, den Vater/die Mutter zu sehen. Denn betrachtet man diese Abläufe und versetzt man sich in die betroffenen Kinder hinein, erscheint eine Entfremdung plötzlich die einzig logische Quintessenz zu sein.

 

Krisenherd am Küchentisch

Bevor ein Elternpaar sich trennt, gibt es in aller Regel Streit und Konflikte. So sehr wir uns dabei wünschen und hoffen, die Kinder würden nichts davon bemerken, weil wir Türen geschlossen halten oder warten, bis sie im Bett sind, erreicht mindestens die entstehende Grundstimmung die im Haushalt lebenden Kinder immer. Selbst wenn tatsächlich die eigentlichen Streitereien nicht miterlebt werden und nicht einmal laute Worte im Haus belauscht worden sind – Papa und Mama gehen anders mit einander um. Da ist mehr Distanz, Kälte, es fehlen kleine Gesten liebevoller Zuwendung. Kinder bemerken so etwas. Die Idee, dass ein Kind also die sich anbahnende Katastrophe nicht miterleben würde ist Wunschdenken. Das Kind spürt, dass etwas nicht stimmt, kann aber nicht greifen, was.[weiterlesen…]

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